Ende Januar ist im Garten noch nicht viel los, aber im Anzuchtregal schon. Die ersten Pflänzchen sind da, und heute steht die erste Pikier-Party der Saison an. Die Salate in den blauen Schälchen sind gut gekeimt, auch wenn der Chef gemeckert hat, weil meine Aussaat nicht ganz so gleichmäßig war. Die Kohlschalen stehen oben im Regal, weil die Keimtemperatur zwischen 15 und 20 Grad liegen sollte.

Die Chilipflanzen sind schon schön groß und stabil – die werden heute pikiert. Daneben entdeckt man die Multitopfplatten mit den Gemüsezwiebeln, die vor drei Wochen ausgesät wurden. Aus so einem kleinen Samenkorn wird später eine dicke Zwiebel – das finde ich immer wieder faszinierend. Heute geht es weiter mit der Aussaat: Lauchzwiebeln, helle Zwiebeln und rote Zwiebeln kommen in die Töpfchen.
Vorher gibt es aber noch einen kurzen Hinweis auf unseren Biosaatgut-Kalender mit der Physalis. Die Physalis selbst säen wir erst nächste Woche aus, die braucht es etwas wärmer. Für die Zwiebelaussaat nehmen wir Multitopfplatten mit 35 Pöttchen. In jedes Pöttchen kommen drei bis fünf Samen.
Die Erde wird aufgelockert, die Samen verteilt, leicht angedrückt, beschriftet und angegossen. Es gibt übrigens auch Steckzwiebeln, die haben ihre Berechtigung. Mit Steckzwiebeln hat man weniger Arbeit, aber auch weniger Ertrag. Und die Gefahr, dass sie schießen, also in Blüte gehen, ist höher.
Wer damit Probleme hatte, sollte es mal mit Aussaat versuchen. Die Lauchzwiebel ist dabei die einfachste unter den Zwiebeln – in die 54er Förmchen kommen fünf bis sechs Samen pro Pöttchen. Sie muss nicht einzeln pikiert werden, wächst wunderbar als Gruppe und ist robust. Draußen übersteht sie oft sogar den Winter.
Eine wichtige Sache beim Gießen: Das Wasser sollte abgestanden sein und Zimmertemperatur haben, damit die Pflanzen keinen Schock bekommen. Und das Anpressen mit einem selbst gesägten Holzstück ist ein super einfaches Werkzeug. Dann geht es ans Pikieren. Die Chili-Keimlinge werden vorsichtig aus der Anzuchtschale gehoben, die Wurzeln gelockert und in einzelne Töpfchen gesetzt.
Wenn die Wurzeln schon lang sind, setzt man sie schräg und tiefer – das gibt Stabilität. Wichtig ist, alles zu beschriften, besonders bei Pflanzen, die sich ähnlich sehen, wie Chili und Paprika. Manche Keimlinge brauchen einfach länger, das ist völlig normal. Ein Keimling mit merkwürdiger Blattform bleibt erstmal stehen, aber für die Saatgutvermehrung selektiere ich später nur die besten Pflanzen.
Die pikierten Chilipflanzen stellen wir ins Anzuchtregal nach oben, wo es durch die Lampen etwa 20 Grad warm ist. Erst nach ein bis zwei Wochen dürfen sie etwas kühler stehen. Die Freilandpaprika aus der Dezember-Aussaat steht übrigens schon tiefer – die ist ein Experiment, normalerweise beginnen wir mit Paprika erst im Februar. Gegossen wird mit dem Gartenbodenaktivator von unten, einfach die Töpfe in eine Wanne stellen, bis die Erde Wasser gezogen hat – aber nicht zu lange stehen lassen.
Zum Schluss gibt es noch einen Blick auf die Aushalsschale mit den Pepinos. Da ist nicht viel drin, aber ein paar Pflänzchen kommen noch. Pepino-Saatgut zu produzieren ist aufwendig, aber wir geben uns Mühe. Und wer mag, kann im Gartenfachmarkt auch Stecklinge ziehen.
Der Workshop ist damit abgeschlossen – viele Ideen für die nächsten Wochen, bis es draußen richtig losgeht.


