Die Gartensaison ist noch lange nicht vorbei – das ist die dringende Botschaft, die erfahrene Gärtner in diesen Tagen an alle Hobbygärtner richten, die ihre Beete bereits aufgegeben haben. Während viele Menschen Ende Juli und Anfang August ihre Gartengeräte einmotten und den Anbau für beendet erklären, startet für eine wachsende Gemeinschaft von Experten genau jetzt die vielleicht wichtigste Pflanzphase des gesamten Jahres.
Der bekannte Garten-Influencer Kevin, bekannt von Epic Gardening, hat sich gemeinsam mit Rochelle von der renommierten San Diego Seed Company vor die Kamera gestellt, um eine klare Ansage zu machen: Wer jetzt aufgibt, verschenkt eine komplette zweite Ernte. Das Duo appelliert leidenschaftlich an alle Gärtner, die warmen Monate zu nutzen und eine zweite Sommerkultur anzupflanzen, bevor die Saison endgültig vorbei ist.
„Wenn es Richtung August geht, sagen viele Menschen: Okay, ich fahre den Garten runter”, erklärt Kevin in dem nun veröffentlichten Gartengespräch. „Aber warum sollte man das tun, wenn man die Möglichkeit hat, eine zweite Sommerernte herauszuholen?” Besonders in wärmeren Klimazonen eröffne sich ein enormes Potenzial, das viel zu oft ungenutzt bleibe.
Rochelle bestätigt diesen Ansatz aus ihrer täglichen Praxis für den Betrieb in San Diego. „Wir pflanzen tatsächlich noch einmal Mais an, wir pflanzen Bohnen, Kürbis, Tomaten – praktisch alles geht bei uns wieder in die Erde”, sagt sie. Das Ergebnis sei eine kontinuierliche Versorgung mit frischem Gemüse weit bis in den späten Herbst hinein.
Doch die Botschaft richtet sich keineswegs nur an Gärtner in milden Küstenregionen. Auch in den kälteren Zonen fünf und sechs sei noch längst nicht alles verloren, betonen die beiden Experten. Mit Hilfe von Abdeckungen und Saisonverlängerern ließen sich auch dort zusätzliche Ernten ermöglichen, sofern man auf kurzlebige Pflanzensorten setze.
„Es gibt auf jeden Fall noch Zeit”, stellt Kevin klar. Das aktuelle Datum ist der 1. August – der perfekte Zeitpunkt, um die Weichen für eine zweite Erntewelle zu stellen.
Die Botschaft ist eindeutig: Jeder Tag zählt, und wer jetzt handelt, kann im Herbst ernten, was andere im Sommer liegen lassen.
Im Mittelpunkt der praktischen Vorführung steht der Maisanbau. Die Experten zeigen, wie sie Maispflanzen für die zweite Sommerernte vorbereiten – und dabei gehen sie einen ungewöhnlichen Weg. Während die meisten Gärtner Mais direkt ins Beet säen, setzt das Team auf das Umpflanzen junger Setzlinge, eine Methode, die für überraschte Blicke sorgt.
„Manche Leute halten uns für verrückt, weil wir unseren Mais tatsächlich verpflanzen”, räumt Rochelle ein. Auf ihrer Farm werde fast alles umgepflanzt, weil diese Methode eine nahezu hundertprozentige Keimquote garantiere. Gerade in Gärten mit wilden Tieren und Schädlingen biete das Verfahren entscheidende Vorteile.
Kevin bestätigt diese Erfahrung aus eigener Praxis. Zwar hätten viele Ratgeber lange Zeit vom Umpflanzen des Maises abgeraten, doch seine eigenen Versuche seien überzeugend gewesen. Mit etwas Mykorrhiza-Pilzen im Boden hätten die jungen Pflanzen sofort kräftig durchgestartet und seien prächtig gediehen.
Ein entscheidender Tipp der Experten betrifft die richtige Technik beim Umpflanzen: „Wenn ihr die Pflanze aus ihrem Anzuchttopf zieht, ist der Wurzelballen oft fest umwickelt”, erläutert Kevin. „Man sollte die Wurzeln vorsichtig lösen und nach unten ziehen.” Diese kleine, aber entscheidende Handgriff signalisiere der Pflanze, dass sie frei sei und loswachsen könne.
Auch beim Säen selbst haben die Profis eine klare Strategie. Während manche Gärtner aus Sicherheitsgründen mehrere Samen pro Loch legen, setzt Rochelle auf die Qualität ihres Saatguts: „Ich lege nur ein Korn pro Pflanze, weil ich weiß, dass mein Saatgut wirklich gut ist.” Das spare später mühsames Vereinzeln und zusätzliche Arbeit.
Die Botschaft an alle Hobbygärtner: Wer unsicheres Saatgut habe, könne weiterhin zwei Körner pro Loch legen und später ausdünnen. Doch wer auf hochwertiges Saatgut vertraue, spare sich diesen zusätzlichen Arbeitsschritt. Bei der Vorführung wird das Verfahren in wenigen Handgriffen gezeigt – schnell, unkompliziert und effizient.
Nach der Pflanzung führt das Team zu verschiedenen Gartenbereichen, um die unterschiedlichen Wachstumsstadien zu präsentieren. Die Beete demonstrieren eindrucksvoll, was tatsächlich möglich ist, wenn man den Garten nicht im Hochsommer aufgibt, sondern geschickt weiterbewirtschaftet.
Im ersten Beet zeigt Rochelle Mais, der bereits am 16. Juni umgepflanzt wurde – zu einem Zeitpunkt, an dem die meisten Gärtner mitten in der Haupternte stecken und nicht an eine Nachsaat denken. Doch genau hier liege der Schlüssel, betont sie: „Ich esse den ganzen Sommer über gerne Mais, und das bis in den Herbst hinein.”
Das Klima von San Diego ermögliche sogar eine dritte Maisfolge: „Wir machen tatsächlich eine dritte Pflanzung von Mais, die uns bis in den Oktober hinein Mais liefert”, verrät Rochelle. Neben einer Zuckermaissorte wachse auf dem Betrieb auch eine Zierform, die später für herbstliche Deko mit Kürbissen genutzt werde.
In einem weiteren Beet steht wunderschöner Glasperlenmais, der bereits etwas länger an den Stängeln getrocknet wird. Diese Sorte diene nicht dem direkten Verzehr, sondern werde als Saatgut und Popcorn genutzt. Der Unterschied zu den jüngeren Pflanzungen ist deutlich sichtbar und veranschaulicht das Prinzip der Staffelpflanzung.
Die Philosophie hinter der sogenannten Sukzessionspflanzung ist denkbar einfach: Statt alles auf einmal zu pflanzen und dann wochenlang nichts zu ernten, werden Pflanzungen über die Saison verteilt. Das sorge nicht nur für eine gleichmäßige Versorgung, sondern verteile auch die Arbeitsbelastung besser über das Jahr, erklären die Experten.
„Ich will die Arbeit außerdem ein bisschen verteilen”, sagt Rochelle und verweist auf den Nutzen dieser Strategie für die betriebliche Organisation. Wer clever pflanze, könne kontinuierlich ernten, anstatt in kurzen Phasen von Überschuss und anschließendem Mangel zu leben.
Das Team appelliert eindringlich an alle Gärtner, nicht aufzugeben: „Gebt nicht auf, pflanzt eure Samen wieder ein”, lautet der dringende Rat. Wer immer wieder neue Pflanzen setze, könne das ganze Jahr über eigenes Gemüse ernten und es sogar mit Freunden und Nachbarn teilen.
Für alle, die Fragen zur konkreten Umsetzung der Sukzessionspflanzung haben, bieten Kevin und Rochelle ihre Unterstützung an. Interessierte können ihre Fragen in den Kommentaren hinterlassen – die beiden wollen persönlich antworten und helfen, die logistischen Herausforderungen der Staffelpflanzung zu meistern.
Der abschließende Appell der beiden Gärtner ist ebenso einfach wie motivierend: „Die Zeit vergeht sowieso. Man kann es genauso gut versuchen.” Selbst ein Scheitern oder eine unerwartete Frostnacht sei kein Grund zur Resignation – denn jede Erfahrung bringe wertvolles Wissen für das nächste Jahr.
Kevin verabschiedet sich mit den Worten: „Viel Glück im Garten und haut rein!” Die Botschaft ist klar: Der Sommer ist noch nicht vorbei, der Garten wartet auf seine zweite Chance – und wer jetzt handelt, wird im Herbst reich belohnt.



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