Nach tagelangem Regen und Kälte ging ich durch unseren Gemüsegarten, um nach dem Rechten zu sehen. Ich war stolz auf unser Werk, doch als ich vor den Zucchini ankam, blieb ich stehen: “So schlecht…

Nach tagelangem Regen und Kälte ging ich durch unseren Gemüsegarten, um nach dem Rechten zu sehen. Ich war stolz auf unser Werk, doch als ich vor den Zucchini ankam, blieb ich stehen: "So schlecht...

Der Regen hatte tagelang alles durchnässt, und die Kälte wollte einfach nicht weichen. Als wir nun unseren großen Gemüsegarten durchgehen, ist sofort klar: Nicht alles ist nach Wunsch gewachsen, aber der Stolz auf das, was wir hier geschaffen haben, überwiegt. Unser Gemüsegarten ist etwa 300 Quadratmeter groß, aufgeteilt in fünf große Beetbereiche, jeweils sechs mal zehn Meter, mit fünf Reihen pro Beet. Dazu kommen noch der Seitenstreifen mit Blumen und ein Beet mit Gründüngung, das immer im Wechsel bewirtschaftet wird.

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Wir beginnen vorne im ersten Beet. An der Rankhilfe wachsen die Zuckerschoten. Sie brauchen nach all dem Regen dringend eine Stütze, aber sie haben viele Blüten und schon die ersten zarten Ansätze. Ein wunderbares Gemüse zum direkt aus der Schote naschen.

Daneben, noch etwas unauffällig, wächst die Kerbelrübe. Die Kenner sagen, sie wird erst erntereif, wenn sie sich vom Grün zurückzieht. Eigentlich soll man sie noch eine Weile in der Erde lassen, das verbessert den Geschmack. Ob das klappt?

Wir haben ein paar Wühlmäuse, und die Kerbelrüben wollen wir uns auf jeden Fall selber essen. In der nächsten Reihe stehen Wildtomaten in Gelb, noch klein, aber sie dürfen einfach wachsen, nicht ausgegeizt werden. Dazwischen haben wir in Mischkultur grünes und rotes Basilikum gepflanzt. Es ist noch winzig, aber sobald es endlich wärmer wird, geht das schnell.

An den Baustahlmatten, die wir als Bögen gespannt haben, wachsen die Gewürzgurken. Sie sehen gerade nicht schön aus. Das Wetter war einfach zu kühl. Wir hoffen, sie erholen sich.

Wenn nicht, können wir im Juni jederzeit noch Gurken aussäen, das ist noch nicht zu spät. In der nächsten Reihe stehen Buschbohnen, eine Reihe gelb, eine grün. An einer weiteren Rankhilfe wachsen Erbsen, die es nicht alle geschafft haben, dort gab es Fraßschaden. Aber die, die aufgelaufen sind, wachsen kräftig.

Und zum Abschluss dieses Beetes ein paar Salate, ein Kopfsalat, ein Batavia. Wir säen sie monatlich aus, immer bunt gemischt. Im zweiten Beet geht es weiter mit Stangenbohnen, eine Feuerbohne und die Blaue Hilde. Sie können nun die Bögen hochranken, dazwischen blühen Kapuzinerkresse und bunte Blumen.

In einer anderen Reihe wachsen neu bei uns im Sortiment die Kitneybohnen, die wir als Horste gepflanzt haben. Dazwischen setzen wir gerne Blumen und Kräuter, das passt einfach perfekt zusammen. Weiter hinten haben wir Dill ausgesät, das Ergebnis ist nicht perfekt, aber Dill wächst sowieso immer, wie er will. An den nächsten beiden Bögen hängen wieder Gurken, eine neue Sorte.

Sie sehen etwas besser aus als die Gewürzgurken, aber so richtig gut ist das noch nicht. Dazwischen stehen Sojabohnen, Edamame, die sehen dafür sehr schön aus. Und dann gibt es da noch den roten Eichblattsalat, der leuchtet herrlich und wird in ein paar Wochen eine wunderschöne bunte Salatschüssel ergeben. Ein kleines Disaster erwartet uns in der letzten Reihe.

Die Zucchini sehen schrecklich aus, so schlecht hatten wir sie noch nie erlebt. Erst war es zu trocken, dann zu kalt und zu nass. Wir lassen sie wachsen und hoffen auf die kommenden heißen Tage. Die Anzeichen stehen gut, dass sie sich erholen.

Im dritten Beet haben wir den frühen Kohl, Spitzkohl und Blumenkohl, den wir zusammen im Workshop ausgesät haben. Viel ist schon abgeerntet, die Küche ist gerade voller Blumenkohl, als Reis, fermentiert, oder einfach auf dem Backblech mit geräuchertem Paprika. Dazu der Kohlrabi, der schon ordentlich abgeerntet wurde. Mein Mann hat heute Morgen gehackt, was bei dem vielen Regen wichtig ist, damit die Erde nicht so schnell austrocknet und nicht so viel Wasser verdunstet.

Daneben wächst der Rotkohl, und noch mehr Blumenkohl. Wir essen ihn einfach zu gern. In der Mitte des Beetes steht ein großes Gerüst mit Freiland-Cocktailtomaten, die schmecken wie Bonbons. Diese Mischkultur aus Kohl und Tomaten ist ideal, die Tomate vertreibt mit ihrem Duft den Kohlweißling.

An unserem alten Standort wäre das ohne Netze gar nicht gegangen, aber hier fegt viel Wind durch, da hat der Schädling es schwerer. Dahinter warten Brokkoli, den wir gerne Zauberbäumchen nennen, und ganz hinten der Rosenkohl, den wir im Winter lieben. Das vierte Beet ist geprägt von Workshops, die wir zusammen gemacht haben. Weiße und rote Zwiebeln, Möhren in Gelb und Orange, alles in wunderbarer Mischkultur.

Der Standort ist sehr windig, was uns hilft, aber das hat auch seinen Preis. Weiter geht es mit Sommerlauch, den wir zusammen ausgesät und gepflanzt haben. Einige sind schon so groß, dass sie für ein Sommergericht raus können. Daneben sieht man fast nichts, das ist Meditationsarbeit.

Direkt ausgesäte Pastinaken müssen von Beikraut befreit werden, ohne die richtigen Pflanzen zu erwischen. Aber wenn man sie später auf dem Teller hat, weiß man, wofür man es gemacht hat. Und dann, als Nächstes, Haferwurzel und Schwarzwurzel, halbe-halbe. Die Gemüsezwiebeln sind gigantisch geworden und brauchen ihren Platz.

Und dann viel Grün, das auf den ersten Blick wie Mangold aussieht, ist Rote Bete. Sie steht sehr eng, wir müssen sie jetzt ausdünnen, das Gezupfte kommt direkt in die Küche. Dazu passt ein Fenchel, der schon bald geerntet werden kann. Bevor wir uns dem kleinen fünften Beet zuwenden, eine Rückmeldung auf eine eurer Fragen.

Wie viele Leute bewirtschaften hier eigentlich alles? Wir sind ein kleines Familienunternehmen, drei Generationen: mein Mann und ich, unsere Tochter, meine Mama und ein Frührentner, der zehn Stunden pro Woche hilft. Wir arbeiten zwölf bis vierzehn Stunden am Tag. Arbeit und Freizeit verschwimmen, das ist ein Lebensprojekt, Hofleben.

Wir haben keine Angestellten, kein Personal. Alle E-Mails beantworte ich selber. Es ist anstrengend, aber es erfüllt unheimlich, und für eure lieben Kommentare und Rückmeldungen sind wir sehr dankbar. Es ist schön, gesehen zu werden.

Im fünften Beet steht vorne die dicke Bohne. Wir haben sie zusammen in die Erde gebracht, und sie ist gut gewachsen, mit schönen, erntereifen Hülsen im unteren Bereich. Oben gab es Läuse, aber die Ernte ist gesichert. Sobald sie abgeerntet ist, kommt als Folgekultur der Winterlauch.

Daneben wächst der Fenchel, einige wandern schon bald in die Küche. Der Sellerie macht sich gut und braucht Platz und freies Beet. Dazu die Saatzwiebeln, die wir im Horst gepflanzt haben. Sie eignen sich am besten zum Lagern, unsere Erfahrung nach.

Die Steckzwiebeln wachsen zwar schneller, halten sich aber nicht so lange. In Blüte stehen, hinter allem Grün, Spinat für die Saatgutgewinnung und Radieschen, die in die Saat gehen. Dazu der bunte Mangold, den wir direkt ausgesät haben. Und dann die Wurzelpetersilie.

Wir hatten sie in einem Workshop meditativ von allem befreit, was ihr Raum, Licht und Nahrung nimmt. Es hat sich gelohnt, sie ist wunderschön weitergewachsen. Und abschließend zwei Reihen Kartoffeln. Die ersten Blüten zeigen an, dass wir langsam die ersten frühen Kartoffeln ernten können, darauf freue ich mich schon sehr.

Aber das war noch nicht alles. Dieses Beet haben wir gar nicht in die 300 Quadratmeter eingerechnet. Unsere vier Sorten Knoblauch, die wir im Herbst gesteckt haben. Die Ernte kommt im Sommer, und allein der Anblick macht große Freude.

Ich hoffe, bei euch sieht es genauso gut aus, wenn ihr im Herbst mit uns zusammen Knoblauch gesteckt habt. Auf der linken Seite, neben den Gemüsebeeten, haben wir Randbepflanzung und ein Stück, wo die Hühner herumlaufen und wo wir Obstbäume gesetzt haben. Im inneren Bereich Buschbäume, im äußeren Halbstämme. Auf alten Fotos von unserem Hof konnten wir sehen, dass früher überall Obstbäume standen.

Obstbäume leben leider nicht ewig. Als wir den Hof übernommen haben, war da noch eine alte Hauszwetschge mit einem absterbenden Ast und ein Birnbaum, an dem nicht mehr viel zu holen ist. Deshalb war es uns wichtig, Bäume zu pflanzen. Insgesamt haben wir zwölf Obstbäume gesetzt, Kirschen, Äpfel, Zwetschgen, auch alte Sorten.

Sie sind zum Glück gut angewachsen. Es gibt ja nur zwei perfekte Zeitpunkte, Bäume zu pflanzen: heute oder vor ein paar Jahren. Am Randstreifen stehen auch wieder Freilandtomaten, diesmal eine Zuchtlinie, wir sind gespannt, wie die Saison wird. Dazwischen, im Wechsel, ganz viele Blümchen und Kräuter, bunter Phlox, Bartnelken, Majoran, alles wird richtig schön bunt.

Juli und August ist der Garten am üppigsten, am schönsten und am vollsten. Auch die Selbstaussaaten aus dem letzten Jahr sind groß geworden. Ganz vorne öffnen die Gemüsezwiebeln ihre Blüten, hier geht es um die Saatgutgewinnung. Wir sind jetzt in der vierten Saison hier im großen Gemüsegarten, und am Anfang sind wir einmal mit schwerem Gerät hier durchgefahren, das seht ihr im Video.

Wenn ihr jetzt im Juni noch Lust habt, etwas auszusäen, gibt es noch viele Möglichkeiten, und das passende Saatgut findet ihr in unserem Shop.