Die letzten Tage hatten uns ganz schön zugesetzt. Drei, vier Mal kletterte das Thermometer in wirklich unangenehme Höhen, und dann zog gestern ein Gewitter auf – mit Hagel sogar. Zwölf Millimeter Regen kamen herunter. Zwölf Liter auf jeden Quadratmeter.

Das tat richtig gut. Jetzt steht der Garten wieder da, als hätte er nur auf diesen Schluck gewartet. Ich starte vorne in der ersten Reihe. Wo wir vor ein paar Wochen zusammen die dicken Bohnen abgeerntet haben, wächst schon die nächste Kultur: Palmkohl.
Vor einer Woche haben wir ihn gepflanzt. Er wird unser Wintergemüse. Daneben die Zwiebeln – die sind nicht zum Essen gedacht, sondern zur Saatgutgewinnung. Wir haben überwinterte Gemüsezwiebeln gesetzt, und wenn ich jetzt auf den Boden schaue, sehe ich, wie sie sich geteilt haben.
Aus jeder einzelnen ist eine eigene Blüte hervorgekommen. Sie sehen aus wie Elfenzauberstäbe. Wenn sie reif sind, hängen die schwarzen Saatkörner in den Dolden. Unser Gärtner hat sie schön gestützt, denn unser Standort ist windig.
Die Radieschen daneben blühen auch schon fürs Saatgut. Mit den Salaten ist das im Sommer so eine Sache: Sobald sie erntegroß sind, müssen sie runter. Lässt man sie stehen, geht es eine Weile gut, aber sobald sie in Blüte schießen, schmecken sie nicht mehr. Wir haben schon eine weitere Reihe gesetzt, also keine Bauchschmerzen.
Und die Hühner und Pferde freuen sich über alles, was wir nicht mehr essen wollen. Der bunte Mangold steht wunderschön da – Sommer auf dem Teller. Daneben die Wurzelpetersilie. Ich will wissen, wie weit sie ist, und ziehe wahllos eine Pflanze hoch: noch zu klein.
Das Grün allerdings ist üppig und lässt sich gut mitessen. Beim Sellerie erkenne ich schon erste Knollen. Er braucht unheimlich lange, ist aber ein wunderbares Gemüse. Wir haben auch Ausfälle – hier hat die Wühlmaus ordentlich zugelangt.
Ehrlich gesagt füttere ich lieber die Hühner und die Pferde als die Wühlmaus. Vielleicht muss ich da umdenken. Wie macht ihr das? Im zweiten Beetbereich räumen wir gerade die Zuckerschoten ab.
Da kommen unsere Herbstsalate rein, die wir schon ausgesät haben. Davor die Buschbohnen: Ich breche ein paar Hülsen ab. Klein und fein, kurz gedämpft – so schmecken sie am besten. Man kann sie auch einfrieren oder haltbar machen.
Bohnen sind jetzt ganz stark im Fokus. Der Dill hat zweimal sein oberes Drittel abgegeben, das wir getrocknet haben. Jetzt sagt er deutlich: Es reicht, ich blühe. Und das ist gut so, denn bei den Gurken brauchen wir Dillblüten.
Die Einlegegurken müssen wir jetzt jeden Tag durchgehen. Aber sie sind nicht nur zum Einlegen gut – rupft man die feinen Stacheln ab, werden sie zur Snackgurke. Perfekt für die Brotbox. Die zwei Reihen mit den gesprenkelten Bohnen sind unsere Borlotti-Trockenbohnen.
Die bleiben stehen, bis sie richtig rascheltrocken sind. Das ist angenehm für den Selbstversorger. Daneben die Markerbsen – sie dürfen auch lange stehen, weil wir Saatgut gewinnen wollen. Und die Salate, die wir zusammen gepflanzt haben, machen sich gut.
Ein paar schossen an, aber Eisberg, Batavia und roter Eichblatt halten auch im Sommer durch – das sind die richtigen Sorten. Im mittleren Beetbereich ranken sich die Feuerbohnen über die Bögen. Gerade haben sie ihre wunderschönen Blüten ausgebildet, Früchte aber noch keine. Unsere Buschbohnen dagegen tragen schon.
Deshalb kann man Buschbohnen später säen – Stangenbohnen brauchen zu lange. Dazu wächst das Bohnenkraut, das ich gerade runtergeschnitten habe, zum Trocknen für die Küche. Bohnen und Bohnenkraut, ein Klassiker. Im Juli wächst es prima nach.
Nebenan unser Experiment: Auberginen im Freiland. Blüten ja, Früchte nein. Die Pflanzen sehen vital aus, ich bin gespannt. Bei den Paprika im Freiland dasselbe.
Anders im Tunnel: Da ernten wir schon die ersten Auberginen. Die Gurken an den Bögen haben Dill in der Mitte – ein Traum. Wir haben den Dill zusammen gesetzt, und genau da gehört er hin. Die Kosmeen, unsere Schmuckkörbchen, dürfen für die Saatgutgewinnung stehen bleiben – die Insekten freuen sich.
Und zwischen Ringelblumen und Kosmeen steht etwas Lustiges: Salat, der in Blüte gegangen ist. Die schönsten durften bleiben. Diese kleinen Puschel da – das ist das Saatgut. Nicht mehr lange, dann haben wir weiße Puschelzwerge im Beet.
Bei den Strohblumen gibt es einen wichtigen Trick: Erntet sie jetzt, in diesem Zustand, wo sie noch geschlossen aussehen. Nicht warten, bis sie an der Pflanze vertrocknen. Jetzt ernten, trocknen, eine Girlande machen – dann öffnen sie sich später. Die Ringelblumen daneben sind auch wunderschön.
Bei den Zucchini fällt das weiße Blattwerk auf – auf den ersten Blick wie Mehltau, da kann man kurz Muffe kriegen. Aber keine Sorge: Bei der gelben Sorte ist das sortentypisch, die Pflanze ist gesund. Ich ernte Zucchini übrigens am liebsten oft und eher klein. Dann sind sie zarter und lassen sich roh schnabulieren.
Größere nehme ich zum Füllen, und die Hühner freuen sich über alles. Je öfter wir ernten, desto mehr schenkt uns die Pflanze. Was ich übrig habe, würfle ich klein und friere es ein. Im vorletzten Beetbereich steht unser Kohlbeet.
Der Butterkohl darf noch wachsen, der Blumenkohl war wunderschön und köstlich. Da steht noch eine Pflanze, die wir übersehen haben – die wird abgearbeitet. Daneben wächst ein Sprossenkohl, der darf in Blüte gehen fürs Saatgut. Wenn er so vital bleibt, gibt es bald Saatgut im Kiosk.
Dazu die Mischkultur: Kohl und Tomaten, mit Basilikum dazwischen – ein Klassiker. Unsere Flaschentomate am Gerüst macht sich gut im Freiland, auch wenn sie eigentlich keine Freilandomate ist. Die ersten Fruchtansätze sind da, sieht richtig niedlich aus. Die Rosenkohlpflanzen haben ihre Netze abgelegt.
Als Jungpflanzen brauchten sie Schutz vor Tauben, jetzt sind sie groß genug. Beim Weißkohl heißt es aufpassen: Die Raupen müssen abgesammelt werden, sonst fault der Kopf von der Seite her an. Ich zeige euch das – seht ihr, das ist schon am Faulen. Das wollen wir nicht.
Die meisten Köpfe bilden sich gut und fest, aber man muss regelmäßig hingehen und die Leckerlis für die Hühner sammeln. Im letzten Beetbereich knicken die weißen Steckzwiebeln langsam um. In zwei Wochen sind sie erntebereit. Sie sind dieses Jahr nicht ganz so groß wie in manchen anderen Jahren – aber sie sind trotzdem toll, und es sind viele.
Daneben die Möhren, die ich jeden Tag für die Snackbox beernte, immer in anderen Ecken, damit die anderen Platz bekommen. Rote und gelbe – einfach so wegsnacken. Aus dem Möhrengrün kann man auch ein Pesto machen. Die Blütendolden, die hier zwischen den Zwiebeln aufragen, sind übrigens kein geschossenes Zwiebelkraut, sondern Dill vom letzten Jahr, der sich selbst ausgesät hat.
Bei den Steckzwiebeln gibt es Lücken – da war jemand unterwegs und hat gebuddelt. Nicht ganz perfekt, aber vielleicht bin ich auch zu kritisch. Es sind genügend da, und wir haben ja noch die Saatzwiebeln und die italienische Zwiebel dazu. Zwiebelvielfalt ist auf jeden Fall da.
Daneben der Sommerlauch – ich ziehe eine Pflanze hoch, die Erde ist schön locker. Jetzt kann geerntet werden. Er schmeckt in Dips und verschiedenen Gerichten. Und wo ich ihn in der Hand halte, fällt es mir wieder ein: Der Winterlauch muss dringend in die Erde.
Gute Erinnerung an mich selbst. Dann die Pastinaken – als kleine Pflanzen sind sie wahre Sisyphusarbeit, aber es lohnt sich. Gerade für Kinder ist das ein tolles Gemüse. Daneben die Schwarzwurzeln, deren Blüten wunderschön und auch essbar sind.
Bei den Unkräutern müssen wir schnell sein: Da vorn bildet eine Pflanze Samen. Wenn die sich aussät, haben wir verloren, könnte man sagen. Die Kamille zwischen den Gemüsezwiebeln darf dagegen bleiben – Blumen und Kräuter tun den Pflanzen gut. Die Gemüsezwiebeln selbst werden früh gesät und sind für die Ernte im August oder September ausgelegt.
Sie sind schon viel größer. Ich freue mich drauf. Und daneben wächst die rote Bete – wunderschön. Ganz hinten steht der Fenchel, der ist durch.
Die Herzen kann man noch rausnehmen, und über den Rest freuen sich die Pferde. Hier wird bald Platz gemacht – für die Herbstsalate, die wir schon ausgesät haben. Jetzt habt ihr einen Überblick, wie es bei uns im Juli aussieht. Vielleicht kennt ihr ähnliche Herausforderungen.
Ich freue mich über Kommentare, über jeden Daumen nach oben, und wenn ihr unseren Kanal weiterempfehlt, hilft das unheimlich. Oft kommt die Frage nach Kochbüchern und Kochvideos. Ehrlich gesagt: Das fände ich total schön. Aber unser Fokus liegt auf der Saatgutgewinnung – das ist unsere Priorität.
Es ist alles so viel und so voll, wir könnten die ganze Zeit filmen, aber das schaffen wir nicht. Jeder muss priorisieren, das kennt ihr sicher. Ich habe euch eine Playlist mit Rezepten zum Haltbarmachen verlinkt – Tomaten, Salzgurken, Sauerkraut, Kochvideos. Da kommt über die Zeit einiges zusammen.
Ich hoffe, ihr habt Lust bekommen, euren Garten bunt zu halten. Bei uns auf der Website gibt es den Aussaatskalender und einen kostenlosen Newsletter. Wir wollen eure Erntekörbchen schön voll und bunt machen. Also: Macht eure Gärten bunt.
Bis zum nächsten Mal im Gartengemüse-Kiosk. Eure Jen.


