Lerne, Kombucha selbst herzustellen – es ist ganz einfach!

Kombucha erfreut sich als Getränk immer größerer Beliebtheit – nicht nur wegen seines köstlichen Geschmacks, sondern auch aufgrund seiner möglichen gesundheitlichen Vorteile. Kombucha enthält zahlreiche Probiotika und Antioxidantien.

Viele Menschen sind davon überzeugt, dass der tägliche Genuss von Kombucha bei Magen-Darm-Beschwerden und Entzündungen helfen sowie für einen zusätzlichen Energieschub sorgen kann.

Eines steht jedenfalls fest: Kombucha schmeckt köstlich und ist sicherlich eine gesündere Alternative zu vergleichbaren Getränken wie Limonade und Fruchtsaft.

Was ist Kombucha?

Kombucha ist im Grunde fermentierter, gesüßter Tee. Er wird mithilfe eines besonderen Gärungsprozesses hergestellt, bei dem Tee, Zucker sowie nützliche Bakterien und Hefen zum Einsatz kommen.

Heute findet man Kombucha in den meisten Supermärkten. Das Getränk ist jedoch keineswegs neu, sondern wird – ähnlich wie Wasserkefir – bereits seit Tausenden von Jahren von Millionen Menschen getrunken.

Kombucha schmeckt bereits pur hervorragend. Besonders spannend wird es jedoch, wenn verschiedene Aromen hinzugefügt werden. So kann jeder sein ganz persönliches Getränk kreieren – und genau das macht die Herstellung zu Hause so interessant.

Bottles of commercial kombucha in a store.

Wichtige Begriffe rund um Kombucha

SCOBY

Woman's hands holding a pellicle after a kombucha ferment.

SCOBY steht für „Symbiotic Culture of Bacteria and Yeast“, auf Deutsch: symbiotische Kultur aus Bakterien und Hefen.

Damit sind die Bakterien und Hefen im Tee gemeint, die den Fermentationsprozess ermöglichen und den gesüßten Tee in Kombucha verwandeln.

Pellicle beziehungsweise Zellulosehaut

Die an der Oberfläche entstehende Zellulosehaut wird häufig fälschlicherweise für den SCOBY gehalten.

Sie ist ein Nebenprodukt der Bakterien und bildet sich oben auf dem Kombucha. Dort hilft sie dabei, den Tee von der Außenwelt abzuschirmen. Außerdem unterstützt sie die Entstehung natürlicher Kohlensäure.

Diese Haut ist zweifellos der ungewöhnlichsteTall jar of kombucha fermenting. Sugar and tea next to the jar on a cutting board.  Teil der Kombucha-Herstellung, denn sie sieht ein wenig so aus, als stamme sie von einem anderen Planeten.

Erste Fermentation

Während der ersten Fermentation werden Tee und Zucker mithilfe der Bakterien und Hefen zu Kombucha vergoren.

Nach dieser ersten Gärung kann das Getränk bereits getrunken und genossen werden. Viele Menschen schließen jedoch noch eine zweite Fermentation an. Genau dabei wird es besonders interessant.

Zweite Fermentation

Für die zweite Fermentation wird der Kombucha normalerweise in einen dicht verschließbaren Behälter umgefüllt, beispielsweise in eine Bügelflasche.

Dadurch entsteht mehr Kohlensäure und das Getränk wird angenehm prickelnd. In dieser Phase werden meist auch Früchte, Kräuter, Säfte oder Extrakte hinzugefügt, um dem Kombucha verschiedene Geschmacksrichtungen zu verleihen.

Warum sollte man Kombucha zu Hause herstellen?

Kombucha zu Hause herzustellen ist einfach und ausgesprochen lohnend.

Wir begannen selbst mit der Herstellung, weil gekaufter Kombucha sehr teuer sein kann. Eine kleine Flasche mit nur einer Portion kostet in unserem Supermarkt mindestens vier Dollar. Zu Hause lässt sich das Getränk für einen Bruchteil dieses Preises herstellen.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Sie die vollständige Kontrolle über alle hinzugefügten Aromen und Zutaten behalten.

Im Internet und in Kombucha-Büchern finden Sie Hunderte Rezepte. Natürlich können Sie auch Ihre eigenen Geschmackskombinationen entwickeln. Wir verwenden besonders gern saisonale Früchte und Kräuter aus unserem Garten.

So beginnen Sie mit der Kombucha-Herstellung

Für den Anfang benötigen Sie einen aktiven SCOBY und etwas Starterflüssigkeit.

Fragen Sie am besten zunächst andere Menschen, die bereits Kombucha herstellen. Viele teilen ihren SCOBY gern, da sich die Kultur bei jeder neuen Fermentation weiter vermehrt. Falls Sie in Ihrer Umgebung niemanden finden, können Sie einen SCOBY auch im Internet bestellen.

Wichtige Hinweise vor dem Start

Verwenden Sie ausschließlich Glas- oder Keramikbehälter

Glas und Keramik sind für die Herstellung von Kombucha am besten geeignet.

Da Kombucha säurehaltig ist, kann er mit bestimmten Metallen unerwünscht reagieren. Kunststoffbehälter können außerdem Bakterien oder chemische Rückstände enthalten. Selbst Spülmittelreste könnten in das Getränk übergehen.

Verwenden Sie deshalb möglichst einen sauberen Behälter aus Glas oder Keramik.

Bewahren Sie den Kombucha an einem sicheren, warmen Ort auf

Haustiere und kleine Kinder sollten keinen Zugang zum Gärbehälter haben. Stellen Sie ihn außerdem an einen möglichst warmen Ort.

Kombucha fermentiert zwar auch bei niedrigeren Temperaturen, der Prozess läuft in einer warmen Umgebung jedoch deutlich schneller ab.

Wir bewahren unseren Kombucha in einem Schrank im Wohnzimmer auf. Im Sommer ist es dort angenehm warm und im Winter sorgt der Holzofen für eine geeignete Temperatur.

Achten Sie sorgfältig auf Sauberkeit

Wie bei jeder Verarbeitung und Haltbarmachung von Lebensmitteln ist Sauberkeit entscheidend. Dadurch lassen sich Krankheiten sowie die Entstehung von Schimmel oder schädlichen Bakterien vermeiden.

Waschen Sie Ihre Hände gründlich, bevor Sie den Kombucha oder die Zellulosehaut berühren. Sämtliche Werkzeuge, Flaschen und anderen Materialien müssen ebenfalls sauber und hygienisch sein.

Überstürzen Sie den Vorgang nicht

Two bottles of kombucha with ginger and lemon slices in them.

Befolgen Sie die einzelnen Schritte sorgfältig und versuchen Sie nicht, den Prozess künstlich zu beschleunigen. Fermentation benötigt Zeit und Geduld.

Das benötigen Sie für selbst gemachten Kombucha

  • Einen Glas- oder Keramikbehälter mit einem Fassungsvermögen von etwa 3,8 Litern, möglichst mit Zapfhahn
  • Einen SCOBY und Starterflüssigkeit
  • Gefiltertes Wasser
  • Weißen Zucker
  • Acht Beutel schwarzen Tee
  • Bügelflaschen
  • Ein sauberes Baumwolltuch

Schritt 1: Gesüßten Tee zubereiten

Bringen Sie vier Tassen gefiltertes Wasser auf dem Herd zum Kochen.

Geben Sie acht Beutel schwarzen Tee in das Wasser und lassen Sie den Tee ziehen. Wir lassen ihn gewöhnlich etwa zehn Minuten ziehen.

Entfernen Sie anschließend die Teebeutel und geben Sie eine Tasse weißen Zucker hinzu. Rühren Sie so lange, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat.

Schritt 2: Den gesüßten Tee in den Gärbehälter füllen

Lassen Sie den gesüßten Tee vollständig abkühlen. Gießen Sie ihn anschließend in Ihren Kombucha-Behälter mit einem Fassungsvermögen von etwa 3,8 Litern.

Überstürzen Sie diesen Schritt keinesfalls. Wenn Sie die Starterflüssigkeit in noch zu warmen Tee geben, können die darin enthaltenen Bakterien und Hefen absterben.

Schritt 3: SCOBY und Starterflüssigkeit hinzufügen

Geben Sie den SCOBY und die Starterflüssigkeit zum vollständig abgekühlten Tee.

Füllen Sie den Behälter anschließend mit weiterem kühlem, gefiltertem Wasser auf. Lassen Sie oben ungefähr fünf Zentimeter Platz.

Schritt 4: Kombucha abdecken und lagern

Befestigen Sie ein sauberes Baumwolltuch oder ein Stück Mulltuch über der Öffnung des Behälters.

Das Tuch verhindert, dass Insekten oder Verunreinigungen aus der Luft in das Getränk gelangen. Gleichzeitig kann weiterhin Luft in den Behälter hinein- und wieder herausströmen. Während der ersten Fermentation darf das Gefäß nicht vollständig luftdicht verschlossen werden.

Stellen Sie den Behälter an einen warmen und dunklen Ort, beispielsweise in einen Schrank. Eine Temperatur zwischen 24 und 29 Grad Celsius ist für die Kombucha-Fermentation ideal.

Bei niedrigeren Temperaturen findet die Gärung ebenfalls statt, dauert jedoch entsprechend länger.

Lassen Sie den Ansatz mehrere Wochen stehen, damit die Fermentation ihre Wirkung entfalten kann.

Während der Kombucha im Schrank ruht, können Sie seine Entwicklung regelmäßig überprüfen. Wenn SCOBY und Starterflüssigkeit aktiv sind, werden Sie nach einiger Zeit kleine Blasen erkennen, die vom Boden des Behälters nach oben steigen.

Außerdem beginnt sich an der Oberfläche zwischen der Flüssigkeit und der Luft eine neue, weißliche Zellulosehaut zu bilden.

Den Kombucha während der Fermentation probieren

Sie können Ihren Kombucha während der Gärung gelegentlich probieren.

Aus diesem Grund ist ein Gärbehälter mit einem Zapfhahn am Boden besonders praktisch. So können Sie jederzeit eine kleine Menge entnehmen, ohne die neue Zellulosehaut an der Oberfläche zu beschädigen.

Am Anfang schmeckt der Ansatz wie sehr süßer Tee – schließlich ist er zu diesem Zeitpunkt genau das. Mit der Zeit wird sein Geschmack jedoch intensiver. Das Getränk entwickelt mehr Kohlensäure, wird leicht säuerlich und erhält schließlich eine an Essig erinnernde Note.

Probieren Sie den Kombucha alle paar Tage. Sobald er geschmacklich Ihren persönlichen Vorstellungen entspricht, können Sie mit dem nächsten Schritt fortfahren.

Wenn der Kombucha vollständig gereift ist, haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie können ihn sofort trinken oder eine zweite Fermentation durchführen.

So funktioniert die zweite Fermentation

Waschen Sie Ihre Hände gründlich und verwenden Sie ausschließlich saubere Werkzeuge.

Entnehmen Sie eine Tasse Kombucha sowie die Zellulosehaut und geben Sie beides in einen sauberen Behälter. Diese Portion dient als Starter für Ihren nächsten Kombucha-Ansatz.

Filtern Sie den übrigen Kombucha und füllen Sie ihn in Flaschen. Für diesen Schritt verwenden wir am liebsten Bügelflaschen aus Glas.

Lassen Sie in jeder Flasche oben ungefähr fünf Zentimeter Platz.

Jetzt beginnt der kreative Teil.

Kombucha mit verschiedenen Aromen verfeinern

Geben Sie die gewünschten Zutaten in die Flaschen. Einige Stücke frisches Obst, Fruchtsaft, klein geschnittene Kräuter, Zimtstangen oder Extrakte wie Mandel und Vanille können für köstliche Geschmackskombinationen sorgen.

Im Internet und in Kombucha-Büchern gibt es Tausende Rezepte, in denen genau beschrieben wird, welche Zutaten für verschiedene Aromen verwendet werden können. Ihrer Fantasie sind jedoch kaum Grenzen gesetzt.

Hier können Sie kreativ werden und nach Herzenslust experimentieren.

Nachdem Sie die ausgewählten Zutaten hinzugefügt haben, verschließen Sie die Flaschen und lassen sie einige Tage bei Zimmertemperatur stehen.

Während dieser Zeit verbinden sich die Aromen miteinander. Gleichzeitig entsteht zusätzliche Kohlensäure, durch die der Kombucha herrlich spritzig wird.

Vorsicht vor zu viel Kohlensäure

Überprüfen Sie die Kohlensäure während der zweiten Fermentation regelmäßig. In fest verschlossenen Flaschen kann sich erheblicher Druck aufbauen.

Wenn der Kombucha bereits sehr stark sprudelt, sollten Sie ihn trinken oder in den Kühlschrank stellen. Durch die niedrigere Temperatur wird die weitere Fermentation deutlich verlangsamt.

Öffnen Sie die Flaschen vorsichtig, besonders wenn Sie Früchte oder Saft hinzugefügt haben. Stellen Sie die Flaschen bei Bedarf zum Öffnen in die Spüle und halten Sie sie von Ihrem Gesicht fern.

Nach der zweiten Fermentation kann der Kombucha jederzeit getrunken werden. Wir genießen ihn besonders gern auf Eis und geben zusätzlich einige frische Früchte ins Glas.

Direkt mit dem nächsten Ansatz beginnen

Wenn Ihnen die Herstellung Ihres eigenen Kombuchas gefallen hat, können Sie sofort einen neuen Ansatz vorbereiten.

Reinigen Sie den Gärbehälter gründlich und wiederholen Sie den gesamten Vorgang. Verwenden Sie dafür die Tasse Kombucha und den SCOBY, die Sie zu Beginn der zweiten Fermentation beiseitegestellt haben.

Kombucha selbst herzustellen ist lohnend, unterhaltsam und kann beinahe süchtig machen. Es bereitet große Freude, mit unterschiedlichen Früchten, Kräutern und Gewürzen zu experimentieren und die fertigen Kreationen anschließend mit Familie und Freunden zu teilen.