„Das war die letzte Kiste – die musste jetzt raus, die Bohnen hatten genug vom Dunkeln.“ Ich öffnete die Tür zum Gewächshaus, und das Thermometer zeigte 20 Grad, während draußen nachts noch…

„Das war die letzte Kiste – die musste jetzt raus, die Bohnen hatten genug vom Dunkeln.“ Ich öffnete die Tür zum Gewächshaus, und das Thermometer zeigte 20 Grad, während draußen nachts noch...

Die letzte Kiste mit den dicken Bohnen muss raus. Die grünen Spitzen schauen schon ordentlich aus der Erde, und das ist das Zeichen, dass sie ans Licht müssen. Draußen hat es heute Nacht nochmal -5 Grad gehabt, aber hier im Gewächshaus zeigt das Thermometer plötzlich 20 Grad. Ich stelle die Kiste zu den anderen beiden, die schon seit ein paar Tagen hier draußen stehen.

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Sie haben den Frost locker weggesteckt, sehen richtig kräftig aus. Die Dicken Bohnen sind einfach robust. Auf den Anzuchtregalen ist ordentlich was los. Direkt vor mir stehen die Multitopfplatten mit dem Wintersalat, den wir Ende Januar ausgesät und nach dem Pikieren hierher gestellt haben.

Der ist schön fest und grün, der hat das gut vertragen. Daneben die beiden Platten mit den Kaltaussaaten von Dezember, die wir pikiert haben und die jetzt auch wieder hier draußen stehen. Sie sehen wunderbar aus. Auf der anderen Seite stehen die Kaltaussaaten, die wir nicht pikiert haben.

Die wachsen halt nicht ganz so raumgreifend, aber man kann sie trotzdem wunderbar als Pflücksalat ernten. Es ist im Endeffekt egal, welche Variante man macht – die Sorte eignet sich für beides. In der Erde im Gewächshaus wachsen auch schon Pflanzen. Ganz außen sind zwei Reihen Spinat, eine Sorte, die wir bei unserem Adventskalender-Gewinnspiel dabei hatten.

Ich frage mich, ob die Gewinner ihre Samen schon ausgesät haben. Wir haben unseren im Dezember in die Erde gebracht und werden im März ernten können. Wenn er sich weiterhin so gut macht, kommt er ins Sortiment. Daneben haben wir im November eine Reihe bunt gemischten Salat ausgesät – ein Test für den nächsten Biosaatgutkalender.

Das Gewächshaus hat zwei Bereiche. Auf der anderen Seite wächst unser Asiasalat aus dem Biosaatgutkalender. Der sieht richtig toll aus, auch wenn die Pflänzchen nicht so riesig sind – wir ernten sie regelmäßig ab. Der Wintersalat, den wir im Herbst gepflanzt haben, lässt sich prima immer außen herum abpflücken, und sobald es wärmer wird, geht er nochmal richtig ab.

Man muss Salat im Winter nicht unbedingt kaufen, wenn man ein Gewächshaus oder einen geschützten Bereich hat. Eine Petersilie kann ich jetzt auch noch beernten, solange sie nicht in die Blüte geht. Was nicht mehr ganz so schön ist, geben wir den Tieren – die Pferde freuen sich darüber. Draußen im großen Gemüsegarten sieht man noch nicht viel.

Der Boden ist noch total gefroren. Wir haben auch noch nicht aufgeräumt, das kommt alles mit der Zeit. In den Beeten stehen noch Rosenkohl, den wir schon fleißig beerntet haben – aus eigenem Anbau schmeckt er einfach köstlich. Dazu Grünkohl und Palmkohl, die noch auf dem Acker sind.

Die Beete werden demnächst gewechselt, aber vorher schauen wir uns noch den Knoblauch und die Gründüngung an. Auf dem Weg dorthin fallen mir unser Winterporree ein, den wir ein bisschen spät gepflanzt haben. Der ist deshalb nicht so groß geworden, nur etwa drei bis vier Zentimeter Stangen. Das ist okay, dann ernte ich einfach ein paar mehr.

Jetzt aber noch nicht – der Boden ist gefroren. Wenn er aufgetaut ist, gibt es eine schöne Lauchcremesuppe, da freut sich die Oma schon drauf. Im hinteren Bereich des Gartens haben wir im Herbst vier Sorten Knoblauch gesteckt. Auf den ersten Blick sieht das Beet wild und grasig aus, aber wenn man genau hinschaut, entdeckt man in den Reihen die grünen Spitzen der gekeimten Knoblauchpflänzchen.

Jede Reihe ist zuverlässig aufgegangen. Wichtig ist, dass wir sie im März oder April nochmal mit Nährstoffen versorgen, weil über den Winter einiges ausgewaschen wurde. Wir machen das mit Flüssigdünger, man könnte aber auch Kompost einarbeiten. Dann können wir im Sommer wunderbar ernten.

Wer jetzt noch ein freies Beet hat und Knoblauch möchte: In ein bis zwei Wochen haben wir Frühlingsknoblauch im Sortiment, den kann man im März stecken und im Sommer ernten. Die Knollen werden dann vielleicht nicht ganz so riesig wie die vom Herbst, aber es ist trotzdem eine schöne Ernte. Und wenn ihr beides braucht, lohnt es sich, noch ein bisschen zu warten und zusammen zu bestellen – ab 70 Euro liefern wir versandkostenfrei. Rüber auf die andere Seite: Da war letztes Jahr komplett Gründüngung drauf.

Die Phacelia ist schön abgefroren und bildet einen richtigen Teppich. Wenn wir das Beet neu anlegen, gehen wir mit der Maschine ran, teilen die Beete ein und starten die Rotation. Drinnen geht es weiter mit der Aussaat. Im Februar kann man einiges säen: Salat, Kohlgemüse für den frühen Anbau, Zwiebelgemüse, Chilies, Paprika, Auberginen, Physalis und Pepino.

Und wir säen heute Sellerie – und zwar Knollensellerie und Stangensellerie. Es gibt ein paar Dinge, die man dabei beachten muss. Die erste wichtige Information: Sellerie ist ein Lichtkeimer. Wenn wir die Samen mit Erde bedecken, funktioniert das nicht.

Zweitens braucht er eine Keimtemperatur von 16 bis 24 Grad. Und drittens: nicht vergessen zu beschriften! Die jungen Pflanzen sehen sich alle sehr ähnlich, da kann man schnell etwas vertauschen. Ich fülle zwei Schälchen mit Aussaaterde, drücke sie leicht an, aber nicht zu fest.

Aus einer Tüte Samen können ungefähr 150 Pflanzen werden. Ich verteile die Samen vorsichtig mit ein bisschen Abstand, weil der Sellerie später pikiert wird. Da er ein Lichtkeimer ist, darf die Erde nicht austrocknen. Man kann die Schälchen auf eine Südfensterbank stellen – wichtig ist die Keimtemperatur.

Die Pflanzen brauchen dann morgens und abends Wasser. Ich gieße nicht mit der Gießkanne, sondern arbeite mit einer Sprühflasche, damit die Samen nicht weggespült werden. Danach stelle ich auch noch eine Abdeckhaube über die Platten, dann trocknet es nicht so schnell aus. Mit 20 Grad Bodentemperatur sind wir gut dabei, das kann man mit einem Infrarotthermometer messen.

Wichtig ist auch zu überlegen, wo man wohnt. Im Rheinland war es für uns kein Problem, so früh anzufangen – da konnten wir schon Ende April pflanzen. Hier in Ostwestfalen ist es kühler. Im vorletzten Jahr haben wir die Erfahrung gemacht, dass wir zu früh gepflanzt haben: Der Sellerie bekam einen Kälteimpuls mit Frost und schoss in die Blüte.

Beim Knollensellerie ist damals der Großteil der Ernte verloren gegangen. Deshalb pflanzen wir jetzt später. Wer auf Nummer sicher gehen will, wartet bis nach den Eisheiligen oder arbeitet mit einer Abdeckung aus Vlies. Den Sellerie stelle ich jetzt zu den anderen Pflanzen ins Anzuchtregal.

Daneben pikieren wir noch Blumenkohl – den setze ich ein bisschen tiefer. Und ich habe eine Sellerieknolle aus unserem Lager geholt, um zu zeigen, wie gut sich Sellerie lagern lässt. Er ist frostempfindlich, muss also vor dem Frost geerntet und dann kühl, dunkel und vor allem frostfrei eingelagert werden. Am besten hält er sich in feuchtem Sand, dann bleibt er schön knackig.

Sellerie darf in keiner Suppe fehlen, deswegen kommt die Knolle gleich mit in die Küche. Oben im Anzuchtregal stehen in der Mitte direkt unter dem Licht die Gemüsezwiebeln, die wir letztes Mal vereinzelt haben. Sie stehen richtig prima. Daneben sind viele blaue Anzuchtschälchen mit ganz viel Grün und Buntem: Ananaskirsche, Auberginen und andere.

Die Auberginen an der Seite sind schon recht groß, die pikieren wir nächste Woche. Eine Etage tiefer stehen hinten die Paprika und Chili, die dürfen noch eine Weile bleiben. Unsere Versuchspaprika hat schon viele Blütenansätze, die lassen wir einfach weiterwachsen. Hier steht jetzt auch der frisch ausgesäte Sellerie.

An der Seite stehen die Eissalatplatten. Das Video erscheint am Sonntag, aber wir nehmen es Mitte der Woche auf – da ist es noch sehr kalt. Wenn es am Wochenende wärmer wird, können die Salatplatten raus ins Gewächshaus. Wichtig ist, dass wir einen Tag erwischen, an dem keine volle direkte Sonne scheint, sonst verbrennen die Pflanzen.

Die echte Sonne hat im geschützten Bereich viel mehr Kraft, daran müssen sie sich langsam gewöhnen. Temperaturen um die null Grad vertragen sie gut, wenn es noch kälter wird, müssen wir sie wieder reintragen. Im unteren Bereich des Regals stehen die Salat- und Kohlpflanzen. Genau wie die Gemüsezwiebeln in der Mitte, die sich von der Vereinzlung gut erholt haben.

Es ist faszinierend, wie viele unterschiedliche Grüntöne hier nebeneinanderstehen. Die Salate und Kohlpflanzen stehen bewusst unten, denn warme Luft steigt nach oben – unten ist es etwas kühler. Die wärmeliebenden Auberginen und Physalis stehen deshalb ganz oben. Im anderen Regal haben wir es genauso gemacht: Unten die Salate, hinten Batavia und Wirsing, vorne der gerettete Kopfsalat.

Im mittleren Bereich stehen die Kohl- und Salatpflanzen sowie die vereinzelten Gemüsezwiebeln. Die werden wir am Wochenende in den geschützten Bereich umstellen, denn wir brauchen hier Platz zum Pikieren. Oben wachsen die normalen Zwiebeln, Gemüsezwiebeln und Lauchzwiebeln fleißig weiter. Wo sind bloß die ausgesäten Paprika von letztem Mal?

Im Büro ist es wärmer, aber da haben wir gerade keinen Platz mehr – ihr bekommt gleich eine Einblendung gezeigt. Es wird wärmer, der Kalender schreitet voran, und es kribbelt in den Fingern. Ende Februar kann man an einem geeigneten Südfenster ohne Kunstlicht aussäen. Oder man nutzt das Gewächshaus: Salate und Kohlpflanzen, also Kaltkeimer, kann man dort auch in Schälchen aussäen, wenn sie tagsüber ihre Keimtemperatur erreichen – nachts darf es dann ruhig kälter sein.

Wir sind gespannt, ob euch das Video gefallen hat. Viel Spaß und Erfolg bei euren Anzuchten! Wer wissen will, wie wir Beete neu anlegen, schaut sich das verlinkte Video an, und die ganze Workshop-Playlist findet ihr unten.

Macht eure Gärten und Anzuchtstationen bereit – bis zum nächsten Mal, eure J.