Die Beete sind voll, aber ich sehe schon, dass sie sich nach und nach leeren. Die Zuckerschoten sind abgeerntet, die Kerbelrüben ziehen ihr Grün ein, und vor uns liegt die Frage: Was pflanzen wir als Nächstes? Die Fruchtfolge innerhalb einer Saison entscheidet darüber, ob unser Garten das ganze Jahr über bunt bleibt und die Erntekörbchen dauerhaft gefüllt sind. Direkt vor uns steht ein Beet mit Zuckererbsen, das weitgehend abgeerntet ist.

Ein paar Reihen daneben warten die Kerbelrüben noch in der Erde, denn wer sie länger stehen lässt, wird mit einem besseren Geschmack belohnt. Eine Probeernte ist aber auch jetzt schon möglich. Sobald das Beet geräumt ist, kommt neues Leben hinein. Die Erbsenwurzeln bleiben im Boden.
Die Pflanzen wandern auf den Kompost. Platz ist also da. Und die Auswahl ist riesig. Wir könnten Salate setzen.
Herbstsalate wie Radicchio oder Vianensalat. Oder aus dem Kohlbereich ein Kohlrabi oder ein Pak Choi. Möhren und rote Bete gehen auch. Und wenn ihr unseren Biosaatgutkalender habt, könnt ihr Zuckerhut setzen.
Mein persönlicher Favorit ist die Puntarelle. Nebenan stehen die Markerbsen. Genau jetzt sind sie erntereif, und wir sind mitten in der Ernte. Frische Erbsen schmecken nach Sommer.
Aber eines machen wir nach Erbsen nie wieder: Erbsen. Wenn dort Krankheiten im Boden schlummern, die man mit bloßem Auge nicht sieht, würden sie auf die nächste Kultur übertragen. Deshalb wechseln wir. Auch hier gilt: Ist das Beet abgeerntet, bleibt es nicht leer.
Ein Stück weiter warten die Salate. Kopfsalat und Batavia, richtig fest und knackig. Wir essen im Moment jeden Tag Salat. Die äußeren Blätter bekommen die Hühner und Pferde, wir genießen das Herz.
Salate sind fruchtfolgeneutral. Deshalb können wir an genau derselben Stelle neue Salate nachsetzen und das ganze Jahr über ernten. Es ist gar nicht so schwer, sich dauerhaft mit Salat zu versorgen. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Wenn ihr beim Ernten Schädlinge wie Drahtwürmer entdeckt, setzt nicht sofort wieder Salat an dieselbe Stelle.
Pflanzen stattdessen Ringelblumen oder eine Gründüngung, um den Boden erst einmal aufzubauen, bevor die gleiche Kultur zurückkehrt. Zwischen Dill und Gurken wachsen die Bohnen, Kidneybohnen, Trockenbohnen und Stangenbohnen. Die bleiben bis September stehen, danach sehen wir weiter. Jetzt besteht hier kein Bedarf zum Nachpflanzen.
Dieses Beet hier sieht wild aus. Das ist es auch. Vom letzten Jahr ist Buchweizen hochgekommen, und hier stand unser früher Kohl: Spitzkohl, Blumenkohl, Kohlrabi. Wir haben kräftig geerntet, jetzt ist Schluss.
Kohl ist ein Starkzehrer. Direkt wieder Kohl an dieselbe Stelle setzen, das machen wir nicht. Das führt auf Dauer zu Krankheiten. Stattdessen könnten wir hier Leguminosen pflanzen, also Erbsen, dicke Bohnen oder Buschbohnen.
Schnell wachsend, stickstoffbindend, ideal. Alternativ bieten sich Blattsalate oder Herbstsalate an. Neben den Freilandtomaten wächst weiterer Kohl. Der Rosenkohl bleibt über den Winter stehen.
Beim Brokkoli ernten wir die Blütenknospe, wenn sie schön prall ist, schneiden sie schräg ab, und aus den Seitentrieben wachsen neue Knospen nach. Wenn man den Platz anderweitig braucht, kann man nach dem Kohl wieder Salate oder Leguminosen setzen. Oder, wer die Bodengesundheit fördern möchte, eine Gründüngung. Eine schöne Kombination ist die Zottelwicke mit Roggen.
Der Roggen wächst hoch, die Zottelwicke rankt sich daran entlang und bringt Stickstoff in die Erde. Klee ginge auch. Weiter geht’s zu Möhren und Zwiebeln. Bei den Zwiebeln sieht man es deutlich: Das Laub kippt um und liegt am Boden.
Dieses Zeichen zeigt, dass sie bald erntereif sind. Noch ungefähr zwei Wochen. Danach wird das Beet frei, und wir können wieder nachsetzen: Salate, Herbstsalate oder kleinen Kohl wie Pak Choi und Kohlrabi. Zuckerhut und Puntarelle wären auch möglich.
Oder, als schöne Ergänzung: Fenchel. Dafür gibt es bei uns spezielle Sorten, Fenchel früh und Fenchel spät, die auf die jeweilige Zeit abgestimmt sind, damit die Gemüsefrüchte optimal gelingen. Hinter den Zwiebeln steht der Sommerlauch, dieses Jahr wirklich eine Pracht. Die Stangen sind schön und schmecken hervorragend.
Daneben wachsen die Pastinaken. Erinnert ihr euch, wie viel Arbeit es war, sie freizulegen? Jetzt sieht man es: Es hat sich absolut gelohnt. Auch Schwarzwurzeln und Haferwurzeln stehen hier und bleiben noch länger.
Nebenan gedeiht die Gemüsezwiebel. Ich bin jedes Jahr mehr Fan, weil sie einfach köstlich ist. Sie wird riesengroß und hält sich in der Küche bis Januar. Ernte wird etwa Ende August sein.
Danach wäre mein Wunsch, eine ganze Reihe Puntarelle zu setzen, den Vulkanspargel. Direkt daneben sehe ich die Ringelbete. Ich gehe immer wieder durch und ziehe die kleineren Kügelchen heraus, damit die anderen genug Platz haben, um zu wachsen. Das ist praktisch, weil man erst enger säen und dann laufend ernten kann.
Eine lang haltende Kultur. Und daneben, büschelweise grün mit Löchern dazwischen, der frühe Fenchel. Der ist fast schon ein wenig drüber, aber wir ernten ihn trotzdem. Wir nehmen die ganze Knolle, entfernen die äußeren Teile und das Grün, und für die Küche behalten wir die Herzen.
Der Rest geht an unsere drei Mädels: Mia, Lotti und Belle. Die freuen sich riesig über das Grün. Danach können wir Ende Juli, Anfang August Spinat spät aussäen oder Radieschen. Auch Eiszapfen wären schön.
Oder Salate. Man sieht: Bunt halten geht immer. In der letzten Beetparzelle vor mir ist es leer. Hier standen die dicken Bohnen, die sind abgeerntet.
Was bei uns seit Jahren wirklich zuverlässig funktioniert, ist die Kombination dicke Bohne, dann Zwiebelgemüse. Konkret: Winterlauch. Das Beet wird sauber gemacht, und dann kommt der vorgezogene Winterlauch hinein. Nebenan liegen Reste von Fenchel, auch hier sprechen wir vorhin schon über die Möglichkeiten.
Das Grün daneben sieht aus wie Petersilie, ist aber Knollensellerie. Der braucht noch eine ganze Weile, bis sich die Knollen schön entwickeln. Im Herbst, wenn es ungemütlicher wird, wandert er in Suppen oder Kürbissuppen. Gut lagerfähig ist er auch.
Dahinter wächst weiteres Zwiebelgemüse, aber das sieht anders aus. Das sind Saatzwiebeln. Die Ernte kommt erst im August oder September. Sie brauchen länger als Steckzwiebeln, sind aber besser lagerfähig.
Deshalb haben wir beides: für die frühe Ernte und für die lange Lagerung. Am Ende der Gemüsebeete standen Kartoffeln, zwei Sorten, die Allianz und die Aes. Beide köstlich. Jetzt haben wir ein Beet mit schöner lockerer Erde, denn die Kartoffel lockert den Boden auf.
Wenn wir nächstes Jahr Wurzelgemüse anpflanzen wollen, wäre es jetzt ideal, Sonnenblumen zu säen. Ihre Wurzeln gehen tief und bereiten den Boden vor. Alternativ können wir nach den Kartoffeln noch Kohl pflanzen, etwa Brokkoli, Spitzkohl oder Blumenkohl spät. Pak Choi ginge auch.
Bei Kohl sollte man drei bis vier Jahre Pause an derselben Stelle machen. Oder wir säen Mitte August Spinat spät. Der bedeckt den Boden und bringt noch einmal eine schöne Ernte. Und dann ist da das Bild, das jetzt abgeerntet ist.
Hier standen vier Reihen Herbstknoblauch, gepflanzt im vergangenen Herbst. Die Ernte war okay, an manchen Stellen richtig toll, an anderen nicht ganz so schön. Vielleicht war es hier und da zu trocken. Insgesamt sind wir zufrieden.
Jetzt ist das Beet leer und wird sauber gemacht. Und wisst ihr, was bei uns nach Knoblauch kommt? Erdbeeren. Wir haben schon Kindel von unserem aktuellen Erdbeerbeet im Blick, von den Sorten Corona und Mieze Schindler.
Beide sehr unterschiedlich, aber köstlich. Vier Reihen Erdbeeren werden hier einziehen. Dass noch Knoblauchwurzeln im Boden sind, ist perfekt. Knoblauch hemmt Pilzbefall und stärkt die Gesundheit der Erdbeeren.
Eine großartige Mischkultur. Deshalb findet man bei uns im Erdbeerbeet immer ein paar Knoblauchpflanzen. Jetzt hätte ich eine lustige Frage an euch: Erdbeeren und Knoblauch passen im Beet großartig zusammen. Aber auf dem Teller?
Fällt euch ein Rezept ein, das beides kombiniert? Wenn ja, schreibt es gerne in die Kommentare. Es gibt ja nichts, was es nicht gibt. Und noch ein letzter Tipp: Wenn ihr Beete habt, in die ihr nichts mehr pflanzen wollt, dann lasst sie nicht nackt.
Mulcht die Oberfläche, bedeckt sie mit Rasenschnitt oder anderen Pflanzen. Und ihr könnt Bokashi-Depots anlegen. Wir arbeiten seit langer Zeit mit Bokashi, unseren fermentierten Küchenabfällen, die als veredeltes Futter für den Boden in die Erde kommen. Das lässt sich jetzt gut anlegen und abdecken.
Ein herzliches Dankeschön an euch. Jede Bestellung bei uns im Kiosk fördert direkt unsere Arbeit und unsere Videos. Wir freuen uns von Herzen, wenn auch ihr diesen bunten Garten und volle Erntekörbchen habt. Und vielen Dank für eure Rückmeldungen, die uns immer wieder zeigen, wie es bei euch über die Jahre funktioniert.
Über jeden Daumen nach oben freuen wir uns natürlich auch. Also macht eure Gärten bunt, haltet sie bunt, und bis zum nächsten Mal. Eure Jen.


