Ich stand in der Scheune und merkte, wie mir das Herz schwer wurde – vor mir lagen zwei Kisten voller Bohnen, die wir mühsam geerntet hatten, und ich wusste: Ein falscher Schritt, und die ganze…

Ich stand in der Scheune und merkte, wie mir das Herz schwer wurde – vor mir lagen zwei Kisten voller Bohnen, die wir mühsam geerntet hatten, und ich wusste: Ein falscher Schritt, und die ganze...

Die Ernte liegt in Kisten, der Sand ist feucht, und ich weiß schon, worauf es ankommt: Wer jetzt nicht richtig lagert, hat im Winter nichts von seinen Gartenschätzen. Deshalb zeige ich dir heute, wie wir unser Gemüse haltbar machen, damit es bis ins nächste Jahr frisch bleibt. Wir starten mit dem Wurzelgemüse. Direkt hinter mir wachsen zwei Reihen Rote Bete, Weiße Bete, Gelbe Bete und Ringelbete.

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Das Grün, das oben herausguckt, wird vor dem Einlagern abgedreht. Dann kommen die Knollen in Kisten mit feuchtem Sand und werden frostfrei gelagert. Wer einen Sandkasten zur Verfügung hat, kann das Gemüse auch dort einlagern. Eine andere Möglichkeit wäre, es abzumulchen und im Beet zu lassen.

Aber Achtung: Wenn du Wühlmäuse hast, feiern die im Winter Party und fressen dir die Ernte weg. Deshalb lieber selbst vor dem ersten Frost ernten. Jetzt geht es weiter zu einem Gemüse, das eigentlich zu den Gräsern gehört: Mais. Wir haben zwei verschiedene Sorten, die auf zwei unterschiedliche Arten haltbar gemacht werden.

Der Zuckermais ist schon abgeerntet, je nach Wetter im September, wenn er die Milchreife hat. Wenn man in die Körner beißt, läuft die Flüssigkeit heraus, und er schmeckt roh richtig gut. Für die Lagerung nehmen wir einfach die Außenblätter ab und frieren die Kolben ein. Kein Blanchieren, nichts.

Wenn wir ihn zubereiten wollen, kochen wir ihn fünf bis zehn Minuten in Salzwasser und genießen ihn am liebsten mit etwas Kürbiskernöl. Anders sieht es beim Speisemais und beim Popcornmais aus. Die haben wir noch nicht geerntet, und jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen. Die Körner müssen steinhart sein, damit sie eingelagert werden können.

Werden sie noch nicht trocken geerntet, trocknen sie in der Scheune noch ein bis zwei Wochen nach. Wir lassen den ganzen Kolben trocknen, das sieht auch dekorativ aus. Alternativ rubbeln wir die Körner ab und lagern sie in Papiertüten. Der Speisemais ist wirklich ein tolles Gemüse, er wächst fast von alleine und kann sogar als Sichtschutz dienen.

Zwei Reihen sollte man wegen der Bestäubung mindestens pflanzen. Wir haben unseren Speisemais im Horst vorgezogen und dann als Gruppe gesetzt, mit etwa 50 Zentimeter Abstand in der Reihe. Die Ernte ist dieses Jahr unglaublich gut ausgefallen. Und das Beste: Speisemais hält sich getrocknet länger als ein Jahr und braucht keine Energie zum Haltbarmachen.

Weiter geht es mit dem winterharten Wurzelgemüse. Theoretisch kann man es einfach im Beet stehen lassen und bis ins nächste Frühjahr ernten. Wenn wir es vor dem Frost dick mit Stroh abmulchen, können wir auch bei Frost ernten. Das funktioniert prima.

Nur wenn Nager ein Problem sind, ernten wir ab und lagern die Wurzeln feucht im Sand ein. Hier wachsen Schwarzwurzeln, die man übrigens prima unter Wasser schälen kann, und ein Stück weiter die Haferwurzeln. Dazu kommt der Pastinak, der absolut frostfest ist. Direkt daneben haben wir eine ganze Reihe Knollensellerie.

Leichte Fröste verträgt er gut, aber wenn stärkere Fröste angekündigt sind, müssen wir ihn vorher ernten. Auch hier wird das Grün abgedreht, und er kommt in den Sandkasten. Bei Bedarf buddeln wir die Schätze einfach wieder aus. Das Gleiche gilt für Möhren, die leichte Fröste ebenfalls vertragen.

Wenn es kälter wird, lagern wir sie ein oder mulchen sie dick mit Stroh oder Heu ab. Heute gab es bei uns übrigens Spinat in der Küche, ein Blattgemüse, das uns von September bis Mai mit frischen Vitaminen versorgt. Wenn man drei verschiedene Sorten nimmt, klappt das die ganze Saison: Spinat früh, Spinat spät und Winterspinat. Den Winterspinat säen wir im November oder Dezember aus, im geschützten Anbau natürlich, zum Beispiel im Gewächshaus.

Damit schließen wir die Lücke im Winter. So versorgen wir uns fast das ganze Jahr mit frischem Spinat. Auch die Bohnen sind ein prima Gemüse zum Einlagern. Bei uns wächst die Feuerbohne an zwei Bögen.

Man kann sie als junge Bohne ernten, als mittlere für Suppen oder eben als Trockenbohne. Wenn sie richtig rascheltrocken sind, füllen wir sie in Gläser und sie halten ewig. Damit wir keine Probleme mit dem Bohnenkäfer bekommen, machen wir einen Trick: Die Gläser mit den Bohnen kommen für zwei bis vier Tage ins Gefrierfach. Danach lassen wir sie noch drei bis vier Tage geschlossen stehen, damit keine Feuchtigkeit ins Glas zieht.

Die Feuerbohne ist übrigens sehr langlebig, ich habe damit schon ein Tippi für unsere Tochter gebaut, und sie blüht immer noch wunderschön. Im Gemüsegarten gibt es außerdem Kohlgemüse, das man einfach im Winter stehen lassen kann. Der Rosenkohl macht ihm Schnee und Frost nichts aus, er wächst einfach weiter. Wir ernten die Kügelchen nur, wenn es nicht gerade friert.

An Weihnachten gibt es bei uns meistens die ersten, und das schmeckt traumhaft. Auch Palmkohl und Grünkohl bleiben einfach im Beet stehen. Und der Winterporree ist ebenfalls winterhart. Wir ernten ihn von Juni bis teilweise März oder April und haben so über den Winter regelmäßig frisches Gemüse.

Jetzt geht es um Zwiebeln und Kürbis. In der Scheune liegen unsere Zwiebeln ausgebreitet und trocknen nach. Bei der Ernte ist es perfekt, wenn ein paar trockene Tage kommen, dann werden sie aus der Erde genommen und dort abgetrocknet. Wenn das Wetter nicht mitspielt, lassen wir sie an einem trockenen Ort nachtrocknen.

Die Gemüsezwiebeln haben wir locker bis März gehabt, weil sie so lange halten. Wichtig ist, den Bestand regelmäßig zu kontrollieren. Wenn Zwiebeln weich werden, wandern sie direkt in die Küche. Sind sie prall und fest, bleiben sie Lagerzwiebeln.

Wenn es frostig wird, müssen wir die Zwiebeln aus der Scheune in die Tenne umlagern, wo es im Winter fünf bis sechs Grad hat, wie in einem Kühlschrank. Der Kürbis mag es nicht so kalt, für ihn ist es in der Scheune schon zu kalt. Wir lagern ihn bei 15 bis maximal 20 Grad und trockener Luft. Wichtig ist, dass beim Ernten der Stängel dranbleibt.

Kürbisse mit Beschädigungen wandern zuerst in die Küche. So halten sie bis April oder Mai, wenn die Temperaturen stimmen. Aber auch hier gilt: regelmäßig kontrollieren und bei Schäden direkt verarbeiten. Wir haben verschiedene Sorten: den Klassiker Hokkaido, den Butternut, den niedlichen Knödelkürbis und den dicken Muskat Provence.

Letzterer ist so groß, dass man eine ganze Familie damit versorgen kann. Im Januar ziehen wir hier neue Jungpflanzen, dann müssen die Kürbisse umziehen, weil es dann zu feucht wird. Und dann ist da noch das Gewächshaus. Eigentlich schulden wir euch ein Video über die Bepflanzung mit Wintersalaten.

Aber als ich reingeschaut habe, hatte ich ein schlechtes Gewissen. Die Tomatenpflanzen sind noch so schön, da hängen noch so viele Tomaten dran, und die Pflanzen sehen einfach großartig aus. Ich bringe es nicht übers Herz, sie alle herauszureißen. Also wird das mit den Wintersalaten noch ein bisschen verschoben.

Vielleicht schaffen wir es mit den neuen Folientunneln, die Pflanzen dorthin umzuziehen. Es bleibt spannend. Ihr seht, wie einfach es ist, Gemüse anzubauen und haltbar zu machen. Man braucht nicht viel: ein Stück Land und eine Auswahl, auf die man sich konzentriert.

Wenn immer mehr Menschen ein Stück Land haben und Gemüse anbauen, wird die Welt vielleicht ein bisschen besser, zumindest in Sachen Ernährung. Ich wünsche mir, dass wir wieder mehr lokal anbauen und uns austauschen. Macht eure Gärten schön bunt und gesund.

Bis zum nächsten Mal, eure Jen.