Ich war im März so stolz, als ich meine ersten Kräuterplatten ansäte – Thymian, Schnittlauch und Petersilie. Ich drückte die Saat in die feuchte Erde und dachte, jetzt könne nichts mehr…

Ich war im März so stolz, als ich meine ersten Kräuterplatten ansäte – Thymian, Schnittlauch und Petersilie. Ich drückte die Saat in die feuchte Erde und dachte, jetzt könne nichts mehr...

Im März packt mich die Lust auf Kräuter jedes Jahr aufs Neue. Draußen wird es warm, alles erwacht zum Leben, und ich merke es auch an meiner Stimme – ich bin heute ein bisschen heiser. Deshalb steht nachher ein Salbeitee mit Honig auf dem Plan. Bevor wir mit der Aussaat beginnen, schaue ich gern in unseren Selbstversorger-Erntesalon.

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Da duftet es fantastisch. Gläser mit getrocknetem Thymian, Majoran, Oregano und Salbei stehen dort – richtiges Gartengold. Ich trockne viele Kräuter, weil man sie so wunderbar für Tees oder in der Küche nutzen kann, etwa in der Tomatensoße. Andere Kräuter friere ich lieber ein.

Schnittlauch schneide ich klein und packe ihn direkt gebrauchsfertig in ein Glas. Petersilie hacke ich und friere sie in Eiswürfelformen ein – so habe ich jederzeit ein bis zwei Würfel fürs Essen parat. Es ist so einfach. Manche Kräuter bleiben natürlich einfach stehen.

Salbei ist mehrjährig und ein echtes Arbeitstier. Frische Salbeiblätter kann man übrigens auch anbraten: etwas Fett, eine Prise Salz dazu – schmeckt fast wie Chips. Und dann habe ich noch Baldrian entdeckt. Wer eine Katze hat, weiß, warum der nicht fehlen darf.

In unserem Sortiment haben wir aktuell vierzehn verschiedene Kräuter. Basilikum grün und rot sowie Mini-Basilikum warten noch – die brauchen später Wärme. Dagegen sind Thymian, Bohnenkraut, Oregano und Majoran echte Frühstarter. Sie sind Lichtkeimer und ziehen bei uns zuerst ein.

Schnittlauch, Dill, Petersilie und Koriander brauchen etwas länger und sind Dunkelkeimer. Gerade Petersilie fordert Geduld. Dazu kommen Sauerampfer, der jedes Jahr von alleine wiederkommt und auch für Kinder toll schmeckt, und natürlich der Salbei – gut bei Halsschmerzen, genau das Richtige für mich heute. Heute säen wir zusammen Thymian, Petersilie und Schnittlauch aus.

Ich hole mir die erste Anzuchtplatte mit 54 Töpfchen. Thymian hat ein sehr feines Saatgut. Man kann es kaum glauben, wie viel da in einer kleinen Tüte steckt. Ich verteile es vorsichtig wie eine Prise Salz auf der Erde.

Als Lichtkeimer wird es nur flach abgelegt, leicht angesprüht – fertig. Zur Keimung braucht er mindestens zwanzig Grad. Der März ist bei uns mild, nachts sinkt es nicht unter fünf Grad. Die Platte stelle ich erstmal zur Seite.

Als Nächstes kommt der Schnittlauch. Er ist ein Dunkelkeimer, deshalb raue ich die Erde mit dem Pikierholz ein wenig auf, streue das Saatgut ein und schließe es wieder mit Erde. Etwa zehn Körner pro Töpfchen, andrücken, angießen. Die Keimtemperatur liegt bei fünfzehn bis zwanzig Grad.

Auch diese Platte wandert ins Gewächshaus. Ihr müsst aber nicht für jedes Kraut eine eigene Platte verwenden. Man kann Kräuter mischen – zwei Reihen so, zwei Reihen anders. Man muss nur auf die Bedingungen achten: Licht- und Dunkelkeimer lassen sich trotzdem gut kombinieren.

So entsteht eine bunte Kräuterplatte, die sich prima im Garten verteilen lässt und auch auf Balkon und Terrasse passt. Schnittlauch ist übrigens Standardprogramm. Er ist winterhart, kommt jedes Jahr wieder. Und wer im Winter frische Kräuter will, buddelt ihn einfach aus, setzt ihn in einen Topf und stellt ihn in die Küche.

Dort treibt er schnell wieder aus. Jetzt kommt die Petersilie. Sie ist wirklich ein Geduldsprojekt – es kann drei bis vier Wochen dauern, bis sie keimt, aber dann gibt sie richtig Gas. Das Prozedere ist wie beim Schnittlauch: Erde auflockern, Saatgut einstreuen, wieder schließen und angießen.

Im zweiten Jahr blüht sie; dann sollte man mit der Ernte vorsichtiger sein und Blüten besser ausbrechen. Dafür steckt sie voller Vitamin C – ein wunderbares Kraut, gerade jetzt. Wer im März starten möchte, kann auf jeden Fall Thymian, Majoran, Oregano, Bohnenkraut, Salbei, Baldrian und Sauerampfer aussäen. Sie brauchen etwas, bis sie in Gang kommen, aber man hat lange etwas davon.

Mit Koriander und Dill starten wir im April, Basilikum kommt im Mai – die brauchen wirklich Wärme und mehr Nährstoffe. Kräuter sind nicht nur köstlich in der Küche. Sie halten Schädlinge in Schach, locken Insekten an und erhöhen so unsere Ernte. Ich bringe jetzt die Platten ins Gewächshaus.

Dort wird es tagsüber richtig warm, bis zu 30 Grad, nachts kühlt es auf fünf Grad ab. Deshalb ist ein guter Luftzug wichtig – Türen und Fenster stehen offen. Besonders die Lichtkeimer dürfen nicht austrocknen: morgens und abends mit dem Sprüher drübergehen. Ich hoffe, ihr habt Lust auf Kräuter bekommen.

Macht eure Gärten bunt und lasst die Kräutervielfalt nicht aus. Bis zum nächsten Mal.