Die Sonne schien, als ich die Tür zu unserem Geodom öffnete – und dann blieb mir der Atem stehen. Drinnen war es minus zehn Grad gewesen, und ich wusste nicht, ob unsere zarten Salatpflanzen das…

Die Sonne schien, als ich die Tür zu unserem Geodom öffnete – und dann blieb mir der Atem stehen. Drinnen war es minus zehn Grad gewesen, und ich wusste nicht, ob unsere zarten Salatpflanzen das...

Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, und die Tage werden endlich wieder länger. Doch wer vor Kurzem noch nach hinten schaute, sah ein Winterwunderland: eine ganze Woche lang lag alles weiß, wir sind Schlitten gefahren und haben uns durch den Schnee ziehen lassen. Jetzt ist das vorbei, und jetzt genießen wir das Licht. Ich stehe vor unserem Geodom, unserer kleinen Salatbar, und halte kurz den Atem an.

Thumbnail

In diesem Iglu war es zwischendurch minus zehn Grad kalt. Hat es das überlebt? Ich öffne die Tür und bin erleichtert. In der Mitte, wo die robusten Sorten stehen, sieht es großartig aus.

Feldsalat, so köstlich und knackig, dass wir jede Woche eine Schüssel voll ernten und er immer wieder nachwächst. Dazu die Barbara Kresse, die ist ein bisschen pikanter, intensiv im Geschmack, ein schöner Akzentgeber für jede Mischung. Und dann der Postelein mit seinen herzförmigen Blättern, der sich wie ein Teppich ausbreitet und sich auch mit der Schere super ernten lässt. Gerade für Kinder ist das ein perfekter Einstiegssalat – sie lieben diese kleinen Blätter.

Im Außenring wird das Bild uneinheitlicher. Der Asia-Salat, die grüne Mitsuna, sieht nicht schlecht aus, aber auch nicht toll. Sein roter Kumpel hat es schlechter erwischt – die Außenblätter sind hin, das Herz könnte noch mal austreiben, aber ein klassischer Wintersalat ist er eben nicht. Daneben aber, der Wintersalat, der sich sehen lassen kann wie eine Eins: wunderschön, knackig, frisch, eine wahre Augenweide.

Und dann ist da noch der Batavia-Salat, den wir so oft geerntet haben. Früher habe ich Eisbergsalat geliebt, aber der Batavia ist so robust und knackig, eine tolle Alternative für die Selbstversorgung. An den Steinen entlang schließlich unsere Schnittsalatmischung, die wir zusammen gesät haben. Ich mag es total, schon so früh im Jahr zarten, bunten Salat zu haben.

Frischer Salat im Januar – einfach genial. Weiter geht es ins Gewächshaus. Hier, in den Bodenbeeten, wächst der Winterspinat aus unserem Aussaatkalender, den wir Ende November gesät haben. Trotz der Temperaturen ist er prächtig.

Ein paar Lücken gibt es, aber die sind nicht dem Frost geschuldet, sondern einem Huhn, das sich durch das Beet gefressen hat, bevor wir es bemerkten. Auf der linken Seite sind unzählige kleine grüne Punkte zu sehen – die Schnittsalatmischung, die wir Ende Dezember breitwürfig verteilt haben. Einfach kurz ins Gewächshaus huschen, Salat schneiden, fertig. Das Thermometer zeigt die Extreme: minus neun Grad bis plus 28 Grad, aktuell knapp neun.

Das verlangt den Pflanzen einiges ab. Ein Versuch steht auch noch im Raum. Drei Kulturen an drei verschiedenen Standorten zum Vergleich. Die Schalen aus dem Minigewächshaus hole ich vorsichtig heraus.

Der rote Eichblattsalat ist gekeimt, sieht gut aus und fühlt sich angenehm warm an. Beim Blumenkohl sind die ersten vier oder fünf Keimlinge gerade dabei durchzuschieben. Aber hier hinten, in der dritten Schale, ist noch nichts passiert. Wir werden das beobachten.

Die Gemüsezwiebelplatte steht im Schlafzimmer, ein Südfenster mit dicken Rahmen, davor eine Hecke. Die Pflänzchen sind zwar gekeimt, aber sie liegen flach, sind blass, und es fehlt ihnen schlicht an Licht. Nach etwa zwei Wochen sind sie gekeimt, aber der Rote Eichblattsalat und der Blumenkohl aus dem Gewächshaus waren schon nach einer Woche so weit – und sahen deutlich vitaler aus. Temperatur und Licht müssen eben zusammenspielen.

Immerhin haben wir den Tipp mit dem Höherstellen umgesetzt und die Wärme ist da, aber das Licht fehlt einfach. Habt ihr ein besseres Südfenster? Schreibt es mir gern in die Kommentare. Dann geht es in die Jungpflanzenstation, und hier freue ich mich richtig.

Wir haben eine Anzuchtstation mit Lichtern, und sie zeigt, was möglich ist. Vor knapp drei Wochen haben wir zwei Kulturen zusammen ausgesät, und die sehen jetzt prima aus: kompakt, vital, kräftig. Der Salat und der Blumenkohl sind stabil und bereit zum Pikieren, ohne dass wir Maßnahmen ergreifen müssen, um irgendetwas auszugleichen. Der Unterschied zu den Pflanzen aus dem Schlafzimmer ist deutlich.

Beim Blumenkohl haben sich einige Keimlinge zwar gefangen, andere sind aber zu lang gewachsen, die kann ich beim Umsetzen einfach schräg legen und etwas tiefer setzen. Der Salat zeigt, wie er reagiert, wenn er plötzlich genug Licht bekommt – die Blätter werden größer, aber ob er noch zu retten ist? Ich würde es versuchen, wenn ich nichts anderes hätte, sonst aber lieber neu säen. Die italienischen Zwiebeln, die auch im Schlafzimmer gekeimt und sich hingelegt hatten, fangen langsam an, sich wieder aufzurichten.

Sie brauchen noch Zeit, aber es geht in die richtige Richtung. Ganz anders die Gemüsezwiebeln, die von Anfang an an der Anzuchtstation standen: Sie sind sattgrün, stehen gerade, sehen optimal aus. Dafür brauchen sie zwar etwas länger, weil es dort kühler ist, aber das Ergebnis ist perfekt. Temperatur und Licht müssen eben zusammenspielen.

Und dann ist da noch das, was wir letzte Woche gepflanzt und gerettet haben. Die Multitopfplatten stehen vor mir, und ich könnte staunen. Der Blumenkohl, den wir beim Pikieren tief und schräg gesetzt hatten, hat sich nach nur einer Woche erholt. Er ist stabiler geworden, die Farbe passt.

So kann es weitergehen. Auch der Wintersalat, der so hell aussah, hat alle überlebt und zeigt wieder seine typische Farbe – dunkler mit rötlichen Aspekten, wie wir ihn aus dem Geodom kennen. Die Pflanzen brauchen eben die passenden Bedingungen, und es ist spannend zu sehen, wie viel man retten kann. Ende Januar beginnt bei uns jetzt die Zeit der echten Aussaten.

Für den geschützten Bereich sind das vor allem Kohlgewächse: Kohlrabi in Lila und Grün, Spitzkohl, früher Wirsing und Blumenkohl. Dazu verschiedene Salate für den geschützten Anbau. Der Kohlrabi ist am schnellsten, da können wir im April oder Mai ernten. Zusammen mit den Zwiebelgemüsen wird es langsam voll.

Auf unserer Internetseite gibt es einen Aussaatkalender mit Empfehlungen, wann welche Sorte gesät werden kann. Für mich ist es immer etwas Schönes, die Pflänzchen wachsen zu sehen und sie zu begleiten. Die Lampen sind wirklich wichtig, wenn man kein perfektes Südfenster hat. Wer sich das Leben einfacher machen will, holt sich eine Leuchte dazu – das spart auf Dauer Geld und bringt viel Freude.

So können wir unsere Pflanzen von Anfang an begleiten, das Saatgut selbst nehmen und haben eine schöne Auswahl. Die Platten stelle ich zurück ins Regal, das Tetrisspiel beginnt wieder. Hilft euch das eigentlich, wenn wir so früh mit den Versuchen und Aussaten anfangen? Mögt ihr sehen, was funktioniert und was nicht?

Dann lasst einen Daumen nach oben da, teilt das Video mit euren Gartenfreunden, und schreibt eure Erfahrungen in die Kommentare. Oberhalb findet ihr ein Video, wie wir Pflanzen retten, und unten wartet noch ein spannendes Gartenvideo auf euch. Malt eure Gartenpläne, lasst euch inspirieren, und macht eure Gärten bunt.

Eure Jan.