Jetzt geht es los. Jetzt bringen wir Ordnung rein. Vor mir liegen die Saatguttütchen, und die Frage, die ihr uns immer wieder stellt, ist: Bei so vielen Kohlsorten, wann sieht man denn was aus? Genau das schauen wir uns jetzt an.

Zusammen. Und wir sehen auch gleich aus. Zuerst sortieren wir aus. Hinten liegen die Sorten, für die es jetzt noch viel zu früh ist.
Blumenkohl spät, Chinakohl – die kommen erst im Sommer dran, Juni, Juli. Die legen wir beiseite. Dann gibt es die Gruppe für April und Mai. Das ist das Wintergemüse, da ist man sonst schnell zu spät dran.
Rosenkohl, Grünkohl, Palmkohl, der lila Rosenkohl und der späte Wirsing für die winterlichen Gerichte. Auch die wandern erstmal zur Seite. Und dann wird es interessant. Jetzt kommen die Sorten, die jetzt relevant sind, für März und April.
Und da haben wir zuerst die, die ins Freiland kommen: roter Spitzkohl, der ein bisschen fester ist, grüner Blumenkohl, Weißkohl, Rotkohl und Brokkoli. Ich sage nur: Sauerkraut. Wir haben gerade welches gemacht, es schmeckt die ganze Zeit. Und Rotkohl kann man auch wunderbar fein geschnitten als Salat essen, als Alternative zum klassischen.
Und der Brokkoli – die Zauberbäumchen dürfen nicht fehlen. Wenn man die Hauptblüte erntet, kommen die ganzen Seitenröschen nach und man hat eine verlängerte Erntezeit. Diese Sorten, die jetzt vor mir liegen, haben eine Besonderheit: Man kann sie sowohl fürs Freiland als auch für den geschützten Bereich verwenden. Ins Freiland gesetzt, ist die Aussaat im März und April.
Wenn man sie aber früher aussät, im Januar oder bis Mitte Februar, dann kann man sie prima im geschützten Bereich setzen. Das hat auch einen logistischen Hintergrund: Wenn sie sich entwickeln, wachsen, reif werden und geerntet werden, dann sollte das so abgepasst sein, dass wir danach Platz haben für die Fruchtgemüse – Tomaten und Kohl. Wir können Tomaten ja noch im Juni setzen, aber wir müssen ein bisschen koordinieren, damit wir den Platz im geschützten Bereich optimal ausnutzen. Und was genau ist das jetzt alles?
Kohlrabi, natürlich nicht nur in der üblichen Farbe. Die ersten Kohlrabi im Jahr schmecken einfach genial. Die lila Variante hat außen eine lila Schale, innen ist sie nicht lila, aber im Beet macht das richtig was her. Und auf dem Gemüseteller sowieso.
Dann haben wir den Blumenkohl. Der darf nicht fehlen, das ist das Lieblingsgemüse meines Mannes. Ich esse ihn aber auch gerne. Der Blumenkohl früh.
Dazu der Wirsing früh, der ein bisschen Ähnlichkeit mit Butterkohl hat. Offener, lockerer, aber sehr knackig. Super als Rohkost. Und der Spitzkohl.
Gerade der Spitzkohl aus dem geschützten Bereich, den liebe ich sehr, auch als Rohkost. Dann machen wir uns jetzt dran. Unsere Kohlaussaaten für den geschützten Bereich sind ausgesät. Kohl ist ein Dunkelkeimer, also Erde drüber, angießen und immer feucht halten.
Die bevorzugte Keimtemperatur liegt bei 15 bis 20 Grad. Also stellen wir die Schale jetzt gleich oben ins Regal, wo es dunkel ist. Die brauchen noch kein Licht. Aber wenn die Keimlinge kommen und rauswachsen, dann schalten wir das Licht dazu.
Und dann geht es weiter mit der nächsten Runde. Aber die Kohlaussaaten machen wir im März und April natürlich noch einmal, denn wir wollen sie nicht nur im geschützten Bereich haben, sondern auch im Freiland. Dazu nehme ich euch dann wieder mit. Jetzt kommen unsere Salate.
Ich freue mich schon total darauf. Wir starten sozusagen mit der monatlichen Salatplatte. Alle diese Salate, auch der rote Eichblattsalat, können theoretisch von Januar bis September ausgesät werden. In der Praxis machen wir das von Februar bis August.
So haben wir jeden Monat frische junge Pflanzen. Und ich finde: Salat kann man gar nicht genug haben. Wenn das so eine bunte Vielfalt ist, ist das im Beet schön, in der Salatschüssel, auf dem Teller und vor allem vom Geschmack her. Jede einzelne Sorte schmeckt anders.
Selbst wenn wir zu viel Salat haben: Die äußeren Blätter nehme ich ab, die Hühner freuen sich. Die Kaninchen mögen es auch. Man kann nicht zu viel Salat haben. Und das Tollste am Salat: Ich brauche mir keine Sorgen um Fruchtfolgen zu machen.
Wenn ich im Hochbeet, Kübel oder Beet Salat geerntet habe, kann ich einfach an der gleichen Stelle die nächste Jungpflanze wieder setzen, wenn alles gesund ist. Ist das nicht genial? Unsere Kandidaten für die monatliche Salatplatte sind: der Batavia-Salat, sehr knackig und aromatisch. Natürlich der Eissalat, der bringt noch mehr Knackigkeit, aber der bildet auch eine Kugel.
Wintersalat und der rote Eichblattsalat haben wir nicht als Tütchen dabei. Dafür den grünen Eichblattsalat, der ist sehr hell und mild, Kinder mögen den gerne. Neu dabei ist der Lattig, das war ein Wunsch von euch. Und auch der Spargelsalat, eine ganz besondere alte Sorte.
Beim Spargelsalat kann man zwar auch die jungen Blätter ernten und essen, aber der Fokus liegt auf dem Stängel. Wenn er so zwei bis drei Zentimeter dick ist, kann man ihn schälen und gegart zubereiten. Abonniert uns gerne, dann seht ihr das im Verlauf. Oder baut ihn gleich selbst an.
Oder beides. Der Kopfsalat, der Klassiker, darf natürlich auch nicht fehlen. Und dann haben wir noch den Lollo in hell – also grün – und in rot. Sehr krauselig, sehr knackig, sieht auf dem Brot auch schön aus.
Wichtig beim Salat: Sie sind Lichtkeimer. Also nicht zu tief in die Erde, am besten oben auflegen und dann nur fein sieben. Das seht ihr jetzt. Wir haben gestreut, keine Löcher vorgeformt wie beim Kohl, sondern gestreut und dann ganz vorsichtig Erde mit einem Sieb darüber gesiebt.
So haben die Samen eine ganz feine Schicht, die feucht bleibt, und die Samen trocknen nicht so schnell aus. Jetzt kommt die Platte auf eine Etage im Anzuchtregal, wo das Licht schon an ist. Als Lichtkeimer brauchen sie direkt das Licht, wenn sie keimen. Da unten haben wir noch einen Platz frei.
Da kommt die Salatplatte gleich hin. Bevor wir zur Anzuchtstation gehen, habe ich noch ein Anliegen. Es wurde an uns herangetragen, und wir finden es wichtig. Im Raum Hannover gibt es Leute, die mit viel Herzblut liebevoll aufgebaute Kleingärten und Biotope haben – richtige Herzensorte.
Die sollen weggeräumt werden, damit ein Baugebiet entsteht. Es gibt aber wohl Alternativen. Stellt euch das mal vor: Euer Garten müsste wegen eines Bauprojekts weichen, das auch eine Alternative hätte. Ich glaube, da können wir uns als Gartenfreunde gegenseitig unterstützen.
Den Link findet ihr in der Videobeschreibung. Machen wir uns dafür stark, dass es an vielen kleinen Orten viele schöne Gärten gibt, die Oasen sind und zusammen ein Ganzes bilden – nicht nur für uns, sondern für alle. Und nun zu unserer Anzuchtstation. Es füllt sich.
Wir haben heute schon einiges ausgesät. Das dritte Regal müssen wir demnächst mal freiräumen, es wird immer mehr und es wird pikiert. Hier sehen wir unter anderem unsere italienischen Zwiebeln, die wir letztens gedreht haben wegen dem Licht, damit sie sich aufrichten können. Das funktioniert.
Und unten drunter – mal fühlen – die dürfen jetzt wieder gegossen werden. Das machen wir von unten. Pro Platte passt so ein Liter Wasser rein. Wichtig ist, dass sie einmal durchtrocknen.
Nicht wie die Anzuchten dauernd feucht halten, sondern ruhig mal durchtrocknen lassen und dann gießen. Und die Frage: Kommt jedes Mal der Gartenbodenaktivator mit den effektiven Mikroorganismen rein? Bei uns ist es so, dass wir bei jedem zweiten Gießen ungefähr welchen dazugeben, um die Pflanzen zu stärken. Das funktioniert gut.
Beim Düngen müssen wir schauen. Beim Wirsing – oder war es Blumenkohl? – haben wir letztens geschaut: Die nachwachsenden Blätter unten stehen gesund. Da müssen wir jetzt nicht düngen.
Wir müssen unsere Pflanzen immer im Auge haben. Salat braucht in dem Stadium sowieso nichts, vielleicht später, wenn er größer ist. Zum Thema Düngen wird es später interessant bei den Fruchtgemüsen. Wenn wir Tomaten und Paprika haben, arbeiten wir mit dem Flüssigdünger und den effektiven Mikroorganismen, halbe Dosis bei den jungen Pflanzen.
Das stärkt die Pflänzchen. Ihr kennt das ja aus den letzten Jahren: Unsere Jungpflanzen sehen sehr vital aus, und das dürfen sie auch bleiben. Und da war noch eine Sache. Dieses kleine Fläschchen hier, das ist Pflanzenfit.
Es dient zur Stärkung, ein komplett biologisches Pflanzenstärkungsmittel. Hauptsächlich ein Sud aus Chili und Knoblauch und anderen Pflanzenextrakten, auch mit effektiven Mikroorganismen. Sehr ergiebig. Bei den jungen Pflanzen nehmen wir die halbe Dosis, ein bis eineinhalb Milliliter pro Liter Wasser in eine Sprühflasche, und dann besprühen wir die Pflanzen regelmäßig.
Man kann so einen Sud natürlich auch selber kochen, das funktioniert auch. Aber manchmal hat man einfach nicht die Zeit. Dann ist es schön, dass es fertig gibt, und man kann es die ganze Saison verwenden. Ich koche ja selbst viel mit Knoblauch und ab und zu kommt Chili dazu.
Kurkuma, Ingwer. Nicht nur unsere Pflanzen sollen gesund sein, wir auch. Gesunder Boden, gesunde Pflanzen, gesunde Tiere, gesunde Menschen. Ich hoffe, es war inspirierend und motivierend für euch.
Die ganzen Februar-Videos werden wir natürlich auch wieder in eine Playlist packen. Und eine Sache habe ich noch auf dem Herzen. In den sozialen Medien finden wir oft das Thema: Es ist noch viel zu früh, ich brauche noch gar nicht anfangen. Aussaat erst ab März.
Ja und nein. Ich möchte dafür plädieren, dass es absolut individuell ist. Natürlich macht es Sinn, manche Dinge im Januar schon auszusäen, wenn man die entsprechenden Möglichkeiten hat – einen Wintergarten, ein beheiztes Gewächshaus. Und wenn ich geschützt anbauen und früh ernten möchte, dann muss ich früh anfangen, das haben wir ja gezeigt.
Es gibt kein richtig oder falsch. Es gibt nur: Dient es mir oder dient es mir nicht? Macht es Sinn für mein System? Will ich das?
Wann möchte ich ernten? Welche Möglichkeiten habe ich? Und danach richtet man sich. Dann legt man los.
Das macht glücklich. Über jeden Daumen nach oben freuen wir uns sehr. Schaut gerne bei uns auf der Internetseite vorbei. Hier oben findet ihr die komplette Januar-Playlist mit vielen spannenden Videos, die auch im Februar interessant sind.
Und hier unten ein Video für euch, um euch noch ein bisschen zu motivieren. Garten macht Spaß, Gemüse anbauen macht Freude und tut uns gut. Bis zum nächsten Mal.
Macht eure Gärten bunt.


