Kochen mit Holzäpfeln – 15 leckere Rezepte

Ach, der bescheidene Zierapfel. Wie viele von uns sind wohl schon achtlos an diesen winzigen Äpfeln vorbeigegangen, die in unseren Gärten und Parks wachsen?

Natürlich tragen Zierapfelbäume wunderschöne Blüten – schließlich werden sie vor allem deshalb angepflanzt, oder? Vielleicht. Doch wer glaubt, Zieräpfel seien lediglich hübsch anzusehen, übersieht eine erstaunlich vielseitige Frucht.

Wenn Sie Zugang zu Zieräpfeln haben, finden Sie hier zahlreiche köstliche Möglichkeiten, sie auf den Tisch zu bringen.

Man's hand holding crab apples, jar of spiced crab apples, crab apple crisp.

Es wird höchste Zeit, Zieräpfel neu zu entdecken

Die meisten Menschen betrachten den Zierapfelbaum lediglich als dekorative Pflanze. Immerhin bringt er jedes Frühjahr wunderschöne, zarte Blüten hervor. Gleichzeitig sind seine winzigen Früchte dafür berüchtigt, so sauer zu sein, dass sich einem beim ersten Bissen das Gesicht zusammenzieht.

Aufgrund ihrer geringen Größe benötigt man zwischen vier und zwanzig Zieräpfel, um ungefähr die gleiche Fruchtmenge wie bei einem großen modernen Kulturapfel zu erhalten.

Zieräpfel gelangten ursprünglich aus Kasachstan nach Nordamerika. Genau genommen gilt das für alle Äpfel.

Früher waren Zieräpfel in den Vereinigten Staaten eine wichtige Zutat für ein beliebtes Produkt: alkoholischen Apfelcider. Dieser wurde auch als „Applejack“ bezeichnet und bestand häufig überwiegend aus Zieräpfeln. Ihre intensive Säure, die enthaltenen Gerbstoffe und ihr kräftiges Apfelaroma machten sie zur perfekten Frucht für die Fermentation.

Zieräpfel wurden jedoch nicht nur getrunken, sondern auch gegessen. Aufgrund ihrer geringen Größe eigneten sie sich hervorragend zum Einlegen. Diese süß-saure Spezialität war deshalb früher sehr beliebt.

Letztlich verschwanden Speisen und Getränke aus Zieräpfeln vor allem infolge der Prohibition weitgehend aus dem Alltag. Als die Herstellung von Apfelcider immer weniger rentabel wurde, konzentrierten sich die Obstbauern zunehmend auf größere Apfelsorten für den direkten Verzehr. Der Zierapfelbaum wurde schließlich wegen seiner schönen Blüten hauptsächlich in Parks und Gärten gepflanzt.

Da das Sammeln von Wildpflanzen und die Selbstversorgung heute wieder beliebter werden, betrachten viele Menschen diese kleinen Äpfel mit neuen Augen und fragen sich:

„Kann man das essen?“

Die Antwort lautet eindeutig: Ja!

Allerdings sollten Sie die Früchte möglicherweise nicht direkt vom Baum pflücken und roh essen. Zunächst einmal haben sie ihren Ruf als ausgesprochen saure Früchte nicht ohne Grund verdient. Zwar schmecken nicht alle Zieräpfel extrem sauer, doch die meisten sind so herb, dass man sie vor dem Verzehr besser kochen oder anderweitig verarbeiten sollte.

Der zweite Grund, Zieräpfel zunächst zu erhitzen, erinnert an eine Lektion, die viele von uns bereits in der Kindheit gelernt haben: Wer unreife grüne Äpfel direkt vom Baum isst, riskiert Bauchschmerzen und einen längeren Aufenthalt im Badezimmer. Eine Erfahrung, die man nicht so schnell vergisst!

Ein wichtiger Hinweis: Wie bei allen Äpfeln sollten Sie die Kerne entfernen. Sie enthalten Amygdalin, eine chemische Verbindung, aus der im Körper Cyanid entstehen kann. Zwar müsste man eine große Menge Apfelkerne verzehren, damit sie tatsächlich gefährlich werden, dennoch empfiehlt es sich grundsätzlich, sie zu entfernen.

Crab apple tree

Den richtigen Zierapfelbaum für den eigenen Garten auswählen

Es gibt ungefähr 50 bekannte Zierapfelsorten. Viele werden wegen ihrer wunderschönen Frühlingsblüten geschätzt. Einige Sorten bringen jedoch auch ausgezeichnete Früchte mit einem besonders konzentrierten Apfelaroma hervor.

Zieräpfel unterscheiden sich erheblich in ihrer Größe. Manche sind kaum größer als eine kleine Münze, andere erreichen beinahe die Größe eines kleinen gewöhnlichen Apfels.

Sie kommen in den typischen Apfelfarben vor, wobei Grün am seltensten ist. Die meisten Früchte sind tiefrot oder gelb mit rötlichen Farbtönen. Ihre auffällige Schönheit ist einer der Gründe, warum die Bäume so gern als Zierpflanzen verwendet werden.

Einige beliebte Sorten sind:

  • Adams: Wenn Sie Blüten und Früchte gleichermaßen schätzen, ist diese Sorte nur schwer zu übertreffen. Sie trägt wunderschöne rosafarbene Blüten und kleine rote Früchte, deren Fruchtfleisch ebenfalls rötlich ist.
  • Dolgo: Diese Sorte bildet leuchtend rote, ungefähr münzgroße Früchte.
  • Transcendent: Charakteristisch für diese Sorte sind wunderschöne gelbe Früchte mit einem rosafarbenen bis roten Schimmer.
  • Whitney: Diese Früchte könnte man leicht mit gewöhnlichen Äpfeln verwechseln. Whitney gehört zu den wenigen Zierapfelsorten, die süß genug sind, um direkt vom Baum gegessen zu werden.

Es stehen also zahlreiche Sorten zur Auswahl – unabhängig davon, ob Sie einen Zierapfelbaum wegen seiner Blüten, seiner Früchte oder beider Eigenschaften anbauen möchten.

Man's hand holding a dish of crab apples.

Die richtigen Früchte auswählen

Achten Sie beim Pflücken darauf, dass die Zieräpfel fest, aber nicht steinhart sind. Eine extrem harte Frucht ist wahrscheinlich noch nicht vollständig reif.

Mit einem einfachen Test können Sie feststellen, ob ein Zierapfel reif ist: Schneiden Sie ihn in zwei Hälften und betrachten Sie die Kerne. Sie sollten braun und nicht mehr grün sein.

Wenn Sie Zieräpfel in der Natur sammeln, sollten Sie ausschließlich Früchte von Bäumen pflücken, die nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden. Beachten Sie außerdem die örtlichen Vorschriften und halten Sie sich an die allgemeinen Regeln für verantwortungsvolles Sammeln.

Fragen Sie auch in Ihrem Freundes- und Familienkreis nach. Wahrscheinlich besitzt jemand, den Sie kennen, einen Zierapfelbaum. Die meisten Besitzer teilen ihre Früchte gern – besonders dann, wenn Sie ihnen im Gegenzug ein Glas Ihrer selbst gemachten Marmelade anbieten.

Sehen wir uns nun an, welche köstlichen Dinge Sie aus Zieräpfeln herstellen können.

Besonders einfache Zierapfelmarmelade

Wenn Sie nach einer unkomplizierten und köstlichen Möglichkeit suchen, größere Mengen Zieräpfel zu verwerten, ist Marmelade kaum zu übertreffen.

Zieräpfel besitzen eine besondere Eigenschaft: Sie gehören zu den Früchten mit dem höchsten natürlichen Pektingehalt. Dadurch eignen sie sich hervorragend für die Herstellung von Marmeladen und Gelees.

Zierapfelgelee

Wenn Sie Gelee lieber mögen als Marmelade, sollten Sie unbedingt Zierapfelgelee ausprobieren.

Viele Zierapfelsorten besitzen rötliches Fruchtfleisch. Zusammen mit der leuchtend roten Schale entsteht daraus ein beeindruckendes, rubinrotes Gelee. Wenn Sie während der Feiertage Eindruck machen möchten, verschenken Sie farbenfrohe Gläser mit selbst gemachtem Zierapfelgelee an Freunde und Familienmitglieder.

Natürliches Pektin aus Zieräpfeln

Aus Zieräpfeln lässt sich aufgrund ihres hohen Pektingehalts sogar flüssiges Pektin herstellen. Das Verfahren ist überraschend einfach und schnell.

Wenn in Ihrem Garten ein Zierapfelbaum wächst, können Sie sich künftig den Weg zum Supermarkt sparen, wenn Sie Pektin für Marmeladen oder Gelees benötigen. Besonders praktisch ist, dass sich das fertige flüssige Pektin einfrieren und später verwenden lässt.

Würzig eingelegte Zieräpfel

Gewürzte oder eingelegte Zieräpfel sind eine echte Spezialität aus vergangenen Zeiten. Einige Menschen erinnern sich vielleicht noch daran, wie diese süß-sauren Früchte jedes Jahr zu Thanksgiving auf einer Platte mit eingelegtem Gemüse serviert wurden.

Wie so viele kulinarische Feiertagstraditionen gerieten auch eingelegte Zieräpfel allmählich in Vergessenheit, als die Menschen, die sie zubereiteten, nicht mehr da waren.

Holen Sie diese ungewöhnliche und schmackhafte Spezialität in der kommenden Festzeit zurück und begründen Sie damit eine neue Familientradition.

Zierapfel-Muffins

Genau wie ihre größeren Verwandten eignen sich Zieräpfel ausgezeichnet für das Frühstück.

In einer Küchenmaschine fein zerkleinert, sind sie eine wunderbare Zutat für Muffins. Ihr süß-saures Aroma harmoniert besonders gut mit dem milderen Geschmack von Streuselmuffins.

Backen Sie eine Portion Zierapfel-Muffins und genießen Sie ein perfektes herbstliches Frühstück, das sich auch bequem unterwegs essen lässt.

Einfacher Zierapfelcider – heiß oder kalt

Sie besitzen keine Obstpresse? Kein Problem.

Anders als bei traditionellem Apfelcider benötigen Sie für dieses einfache Rezept weder eine Presse noch andere spezielle Geräte. Der fertige Cider schmeckt sowohl heiß als auch kalt ausgezeichnet. Wenn Sie rote Zieräpfel verwenden, erhält das Getränk außerdem eine wunderschöne rosafarbene Tönung.

Bereiten Sie am besten gleich eine zusätzliche Portion zu und frieren Sie sie für später ein.

Zierapfellikör

Ein guter selbst gemachter Likör ist etwas Wunderbares. Seine Herstellung ist überraschend einfach, doch das Ergebnis wirkt viel aufwendiger und eindrucksvoller, als es tatsächlich ist.

Alles, was Sie dafür benötigen, sind Zieräpfel, Zucker, Ihre bevorzugte Spirituose und etwas Zeit. Beginnen Sie jetzt mit der Zubereitung, dann ist der intensiv nach Apfel schmeckende Likör rechtzeitig zu den Feiertagen fertig.

Würzig-säuerliches Zierapfel-Chutney

Dank ihrer natürlichen Säure sind Zieräpfel ideal für die Zubereitung von Chutney geeignet.

Zusammen mit wärmenden Gewürzen, Rosinen, Essig und Zucker entsteht ein kräftiges Chutney, das schnell zu einem Lieblingsrezept werden dürfte – besonders dann, wenn Sie eine große Menge Zieräpfel verwerten müssen.

Zierapfelwein oder Zierapfel-Met

Wenn Sie gern zu Hause Wein, Bier oder Met herstellen, sollten Sie Zierapfelwein oder Zierapfel-Met ausprobieren.

Es gibt kaum etwas Schöneres, als bei einem Abendessen oder einem Treffen mit Freunden eine Flasche zu öffnen, deren Inhalt man selbst fermentiert hat. Zieräpfel scheinen mit ihrer ausgeprägten Säure und ihrem kräftigen Aroma geradezu dafür geschaffen zu sein, in ein alkoholisches Getränk verwandelt zu werden.

Zierapfelmus aus dem Slow Cooker

Bereiten Sie dieses aromatische Zierapfelmus im Slow Cooker zu. Das Ergebnis ist eine köstliche Spezialität, die sich beinahe von selbst kocht.

Während der Zubereitung wird Ihr gesamtes Haus wunderbar duften. Sobald das Mus fertig ist, können Sie es noch warm großzügig auf frisches Brot oder gerösteten Toast streichen.

Zierapfelmus mit Ahornsirup

Ein Hauch Ahornsirup verbindet sich mit der natürlichen Säure der Zieräpfel zu einem samtigen Fruchtmus, das selbst beim feinsten Brunch eine gute Figur macht.

In hübsche Gläser abgefüllt und eingekocht, eignet es sich außerdem hervorragend als Weihnachtsgeschenk. Es schmeckt auf Toast und Pfannkuchen, kann aber auch als Glasur für gebratenes oder geröstetes Fleisch verwendet werden.

Zierapfel-Crumble

Manche Desserts passen einfach perfekt zu Äpfeln – und ein knuspriger Crumble gehört zweifellos dazu.

Die mundgerechten Zieräpfel bilden die fruchtige Grundlage dieses Desserts. Dadurch eignet sich der Zierapfel-Crumble hervorragend, wenn Sie Gäste erwarten und ihnen etwas Besonderes servieren möchten.

Zierapfelkuchen

Wer liebt keinen Apfelkuchen?

Für einen Kuchen aus Zieräpfeln benötigen Sie aufgrund der kleinen Früchte etwas mehr Zeit und eine größere Anzahl Äpfel. Doch der angenehm säuerliche Geschmack ist die zusätzliche Mühe wert.

Beginnen Sie in diesem Jahr eine neue Tradition und bringen Sie einen selbst gebackenen Zierapfelkuchen zum Thanksgiving-Essen mit.

Crab apple jelly

Zierapfelsirup

Süß, säuerlich und wunderschön rosa – was könnte man an diesem einfach herzustellenden Sirup nicht mögen?

Aromatisierter Sirup lässt sich auf vielfältige Weise verwenden: Sie können damit Tee oder Latte verfeinern, besondere Cocktails mixen oder Salatdressings und Marinaden eine frische, fruchtige Note verleihen.