Als ich die erste Paprika meiner neuen Ernte in der Hand hielt, strahlte ich noch voller Stolz. Doch als ich wenig später in die Runde schaute, blieb mir das Lachen im Hals stecken: „Du willst…

Als ich die erste Paprika meiner neuen Ernte in der Hand hielt, strahlte ich noch voller Stolz. Doch als ich wenig später in die Runde schaute, blieb mir das Lachen im Hals stecken: „Du willst...

Wir stehen heute zum zweiten Mal in der Saison im Gemüsegarten und ernten unsere Paprikasorten. Es ist schon einiges zusammengekommen, aber jetzt geht es noch einmal durch die Reihen. Neben mir leuchten die Früchte der „Rattlesnake“ in der Sonne, dann wandern wir weiter zum großen Folientunnel. Dort wachsen unsere „Pantos“ – große, spitz zulaufende Paprikaschoten, wunderbar knackig.

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Wir ernten nur die roten, vollreifen Früchte und lassen die grünen noch hängen, denn ein paar warme Tage könnten noch einiges rot werden lassen. Die Ernteschere kommt zum Einsatz, und schon bald füllen wir drei Kisten mit den prachtvollen Schoten. Nach diesem Erfolg geht es raus ins Freiland, wo unsere Freilandpaprika wachsen. Schon von Weitem sieht man die vielen roten Punkte zwischen dem Grün.

Auch hier haben wir schon ordentlich geerntet, und jetzt kommt die zweite Runde. Ich muss immer wieder schmunzeln, wenn ich daran denke, wie ich früher nicht glauben wollte, dass Paprika bei uns im Garten gedeihen. Mit den richtigen Sorten und ein bisschen Wissen klappt es eben doch. Als die Sommerstürme kamen, haben wir Stangen in die Erde gesetzt und die Pflanzen festgebunden, damit sie nicht abbrechen.

Das hat sich gelohnt – die Pflanzen sind kräftig weitergewachsen und liefern jetzt reichlich. Auch hier sind es wieder drei volle Kisten, und an den Pflanzen hängt noch einiges, das in ein, zwei Wochen nachreifen wird. Weiter geht es in den Geodom. Dort wachsen unsere Snackpaprika – kleine, kompakte Früchte in leuchtendem Orange, bei Kindern enorm beliebt.

Für den zweiten Durchgang ist es eine ordentliche Menge, auch wenn es nur ein Drittel der Pflanzen ist, die hier stehen. Die Pflänzchen bleiben schön klein, perfekt für Balkon oder Terrasse im Topf. Wenn genug da ist, wandern sie ins reguläre Sortiment, ansonsten gibt es sie als besondere Aktion – darüber informieren wir in unserem Newsletter. Zum Schluss besuchen wir noch das Gewächshaus, wo an der Südseite unsere Gewürzpaprika wachsen.

Die Pflanzen sind etwas kleiner und kompakter, ideal für Töpfe. Wer es gern etwas pikant mag, aber nicht gleich zu Chilischoten greifen will, liegt mit dieser Sorte genau richtig. Auch hier ernten wir die dritte Runde – es wird etwa ein halber Korb voll. Im August, Anfang September und jetzt Anfang Oktober – jede Runde ist ein kleines Fest.

Nach der Ernte geht es an die Verarbeitung, denn so viel Frisches hält sich nicht lange. Kühl und dunkel gelagert bleiben die Paprika vielleicht drei bis fünf Tage frisch, also muss die Planung her. Zuerst die Saatgutgewinnung: Nur die vollreifen, makellosen Früchte kommen dafür in Frage. Alles, was zu klein oder missgebildet ist, fällt raus.

Die besten Schoten werden aufgeschnitten, die Kerne herausgelöst, gesäubert und getrocknet – die Grundlage für die nächste Saison. Aus den Gewürzpaprika stellen wir ein Pulver her. Die Fruchthälften wandern in den Dörrer, bis sie richtig trocken sind, dann abdamit in den Mixer. Das Ergebnis ist ein aromatisches Pulver, das sich lange hält.

Mein Mann liebt es scharf und verwendet es gern beim Kochen. Auch als Geschenk zu Weihnachten ist es ein schöner Schatz aus eigenem Garten. Die Snackpaprika sind perfekt für den direkten Verzehr – beim Gärtnern nebenbei, in der Brotdose oder für unterwegs. Aber auch weiterverarbeiten kann man sie.

Ein Glas mit einer Soße aus gelben Paprika und gelben Tomaten steht schon bereit – dafür koche ich die Tomaten ein, lasse sie reduzieren und gebe kleingeschnittene Paprikastücke dazu, etwas Zitronensaft und Salz, dann wird alles eingekocht. Am liebsten frieren wir die Paprika ein. Dafür werden sie geputzt, entkernt und in Streifen geschnitten – das geht mit der Küchenmaschine ratzfatz. Dann ab damit in Portionsbeutel, vakuumiert und eingefroren.

So habe ich den ganzen Winter über eigenes Gemüse für Pfannengerichte. Was früher meine Mutter noch mit gekauftem Gemüse machte, kommt jetzt seit Jahren fast nur noch aus dem eigenen Garten. Eine weitere Methode für die größeren Früchte ist das Rösten im Ofen. Die Paprikahälften kommen mit der geschlossenen Seite nach oben aufs Blech, etwas Öl und Salz darüber, dann werden sie schön dunkel geröstet, bis die Haut fast schwarz ist.

Danach lässt sich die Haut leicht abziehen, und übrig bleiben zarte Filetstücke. Die kann man einfrieren oder direkt weiterverwenden – etwa in einem Salat mit warmen Zwiebeln oder in einerTomaten- oder Gemüsesoße. Es gibt also viele Wege, die Ernte zu verwerten. Wer noch eine Lieblingsrezept hat, darf es gern in die Kommentare schreiben.

Vor vielen Jahren habe ich mal einen Tipp bekommen, wie man Luteniza zubereitet – eine köstliche, aber aufwendige Paprika-Zucchini-Auberginen-Tomaten-Kombination. Das Video dazu ist verlinkt. Dieses Jahr werde ich auf jeden Fall wieder Paprika anbauen – mindestens einmal sollte man es ausprobiert haben. Es funktioniert auch auf dem Balkon, auf der Terrasse oder im Garten.

Mit den verschiedenen Sorten lassen sich unterschiedliche Standorte nutzen. Also, denkt übers Paprikaanbauen nach – und bis zum nächsten Mal.