Der Geodom sieht aus wie ein Schlachtfeld. Überall liegen verwelkte Tomatenpflanzen, die Blätter sind braun und von Krautfäule befallen. Ich habe mich wochenlang nicht um sie gekümmert, und jetzt zeigt sich das Ergebnis. Aber eigentlich ist das kein Problem – irgendwann erwischt es jede Tomate.

Die Frage ist nur, wie widerstandsfähig die Pflanze ist. Wir reißen jetzt alles raus, damit wir Platz schaffen. Der Winter kommt, und hier sollen Salate wachsen. Es ist Ende Oktober, und trotzdem gibt es draußen im Garten noch jede Menge zu ernten – Sachen, mit denen ich selbst nicht mehr gerechnet hätte.
Im Geodom haben wir dieses Jahr zum ersten Mal große, orange-gelbe Tomaten angebaut. Sie waren wahnsinnig produktiv. Aber in den letzten Wochen habe ich sie vernachlässigt, und jetzt ist die Krautfäule da. Die Blätter kommen auf den Kompost, das ist überhaupt kein Problem.
Und wer sich Sorgen macht, ob man an derselben Stelle wieder Tomaten pflanzen kann: Wir machen das seit Jahren, und es funktioniert. Tomaten sind fruchtwechselneutral, man kann sie immer wieder an denselben Platz setzen. Nach dem Abräumen bleibt viel leere Erde zurück. Die ist trocken, weil ich sie in letzter Zeit kaum gegossen habe.
Also wässere ich sie jetzt gründlich, damit sie sich vollsaugen kann. Dazu kommt ein Bodenaktivator, der das Bodenleben stärkt. In ein paar Tagen pflanzen wir hier unseren Wintersalat. Dann geht es raus in den Garten, in die goldene Oktobersonne.
Der Oktober war erstaunlich warm und sonnig. Und siehe da – der Brokkoli, den wir Ende Juli gesetzt haben, bildet jetzt langsam seine Röschen aus. Der erste Kopf ist schon richtig groß, die anderen brauchen noch etwas. Ende Oktober so schönen Brokkoli im Garten zu haben, ist ein echtes Highlight.
Nebenan steht der Chinakohl. Ich hatte schon gedacht, dass alles schießen würde, und ein paar Pflanzen haben tatsächlich wunderschöne Blüten gebildet. Aber es gibt auch richtig schöne Köpfe. Gestern haben wir daraus einen Salat mit Karotten und Äpfeln gemacht – wirklich köstlich.
Ich muss nur noch ein paar äußere Blätter abnehmen, aber der Kopf ist wunderbar fest. Wir haben auch noch Paprika im Garten. Damit will ich wieder Kimchi machen, das hat mir letztes Jahr großen Spaß gemacht. Und dann entdecke ich eine Pflanze, die ich besonders mag: Puntarelle.
Das ist ein bitterer Salat, den viele gar nicht kennen. Die Ernte funktioniert ähnlich wie beim Brokkoli – ich interessiere mich für das Herz in der Mitte. Die äußeren Blätter sind extrem bitter, die esse ich nicht einmal, obwohl ich mich längst an bittere Salate gewöhnt habe. Das Herz dagegen ist der eigentliche Genuss.
Man kann es unten abschneiden und ins Wasser legen, dann verliert es etwas von seiner Bitterkeit. Aber das ist Geschmackssache. Wichtig ist der richtige Erntezeitpunkt. Puntarelle wachsen schnell, ähnlich wie Gurken.
Erst sind sie klein, dann erreichen sie diese ideale Größe, und irgendwann werden sie so groß, dass sie holzig und noch bitterer werden. Dieses großartige Gemüse haben wir gerade nicht regelmäßig im Laden, aber wer unseren Bio-Saatgutkalender hat, findet es für die Ernte im August. Und diesmal sind die Rückseiten des Kalenders auch bedruckt – mit einem Rezeptvorschlag und Platz für eigene Notizen. Weiter geht es durch den Garten.
Ich zeige euch eine Reihe, die für mich sehr wichtig ist: Fenchel. Den ernte ich noch ziemlich jung, weil er dann besonders zart ist. Ein paar von den Knollen nehme ich mit, andere lasse ich stehen, weil sie mir noch zu klein sind. Aber die Tiere auf dem Hof freuen sich – Pferde lieben Fenchel, er ist gut für den Magen.
Ich werfe ihnen ein paar Köpfe in die Raufe. Dann holen wir den Knoblauch. Wir haben ihn vor ein paar Tagen geteilt, damit die einzelnen Zehen trocknen konnten. Jetzt wird gepflanzt.
Ich habe ein Beet im südlichen Bereich unseres großen Gemüsegartens ausgesucht, das nicht in unserer normalen Fruchtfolge liegt. Vier Reihen legen wir an. Knoblauch selbst anzubauen ist gar nicht so schwer, und das Ergebnis ist einfach großartig. Schon beim Pflanzen duftet es herrlich.
Doch nicht nur was in den Boden kommt, auch was rauskommt, ist wichtig. Wir haben vor Kurzem Kartoffeln gerodet und dafür viele Kommentare von euch bekommen. Einige haben mich zum Umbau unseres Roder-Geräts gefragt. Mein Mann hat daran herumgeschraubt, weil ein Teil durchhing.
Er hat einen neuen Balken eingebaut und alles wieder gerade gerichtet. Übrigens ist das Gerät gar nicht für einen Traktor gedacht, sondern für Pferdearbeit – das ist ein altes Gerät. Vielleicht bauen wir es nächstes Jahr komplett um und arbeiten dann wieder mit Pferden. Bei den Rädern an den Seiten gab es auch Fragen.
Die sind so festgeschraubt, dass wir sie nicht mehr abbekommen haben. Vor dem Rädern müssten wir erst passende Schrauben finden und Zeit haben. Funktionell ist das Gerät aber interessant: Das Schar hebt die Erde an und lockert sie, sodass die Kartoffeln nicht zerschnitten werden. Dahinter bewegt sich ein Sternrad, das die Kartoffeln zur Seite wirft, wo wir sie wunderbar aufsammeln können.
Es gibt einen Hebel zum Heben und Senken und eine Kurbel, um die Neigung einzustellen. Und jetzt die Frage an euch: Heißt das Teil „die Gruppe“, „der Grubber“ oder „die Grupper“? Schreibt es mir in die Kommentare. Dann kommen wir zu einer weiteren Nachtschattenpflanze – den Tomaten.
Dieses Beet sieht wirklich desolat aus. Zehn Pflanzen, die aussehen, als hätte ein Sturm sie zerstört. Ich hatte keine Zeit aufzuräumen und dachte: Das ist sowieso vorbei. Aber dann gehe ich vorbei und sehe, dass die Pflanzen immer noch tragen und tragen und tragen.
Faszinierend. Diese Tomate ist übrigens eine Kreuzung aus meinen eigenen Experimenten. Seit Jahren versuchen wir, Tomaten zu züchten. Wir schauen, welche Sorten gut zusammenpassen und welche Eigenschaften wir haben wollen.
Wichtig ist dabei: Man kann nicht einfach zwei Tomatensorten kreuzen und das Ergebnis sofort verkaufen. Die Sorte muss über sieben bis zehn Jahre ausgelesen und stabilisiert werden. Und schließlich muss sie als Sorte registriert und zugelassen werden. Der Vorteil ist, dass man dann genau weiß, was man bekommt.
Diese Freilandtomaten sind für uns alle ein Gewinn – irgendwann ist das Gewächshaus voll, die Töpfe sind voll, und für zwischendurch sind Freilandtomaten einfach ideal. Und dann noch etwas, worüber ich mich sehr freue: eine Reihe Zuckererbsen, die wir Ende Juli angebaut haben. Sie sind an einem Rankgerüst hochgewachsen und haben immer noch viele Blüten. Die Blüten und Blätter sind essbar – das ist eine schöne Sache, auch zum Basteln mit Kindern.
Man kann sie in dicke Bücher legen und trocknen. Die Schoten sind perfekt zum Naschen oder kurz durch die Pfanne ziehen. Im unteren Bereich setzt langsam Mehltau ein, das dauert also nicht mehr lange. Aber bis dahin können wir uns richtig daran satt essen.
Das notiere ich mir auf jeden Fall für nächstes Jahr. Wir sind spät dran mit der Winterbepflanzung, aber wir holen es jetzt nach. Der Garten steckt voller Überraschungen – Ende Oktober gibt es hier noch so viel, dass ich selbst immer wieder staune.

