„Wir haben ein Problem: Der Mais ist gepflanzt, aber an beiden Enden fehlen uns acht Pflanzen.“ Ich stand vor meinem Gemüsebeet und ärgerte mich, doch dann grinste ich meine Schwiegermutter an,…

„Wir haben ein Problem: Der Mais ist gepflanzt, aber an beiden Enden fehlen uns acht Pflanzen.“ Ich stand vor meinem Gemüsebeet und ärgerte mich, doch dann grinste ich meine Schwiegermutter an,...

„Schaut mal, die ersten Erdbeeren sind endlich rot! Wir können naschen! “ rief ich aufgeregt in den Garten. Doch an diesem windigen Junimorgen ging es nicht um Süßes, sondern um harte Arbeit.

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Die Nächte hatten endlich zehn Grad erreicht, und das bedeutete: Unsere Kürbisgewächse, vor allem die Gurken, mussten jetzt raus ins Freie. Nach einer langen Wartezeit im Gewächshaus war es endlich so weit. Im großen Gewächshaus zeigte das Thermometer 31 Grad, und die Regale leerten sich langsam. Die Schlangengurken hatten ihren Platz im Tunnel bereits gefunden, aber die Salatgurken standen noch da.

Die nahm ich mir jetzt vor. Mein Mann war zum Anpacken mit dabei, und wir wanderten zu dem Beet direkt neben dem Folientunnel, das wir für die Gurken vorbereitet hatten. Bevor wir die Pflanzen in die Erde setzten, zeigte ich, warum unser Klettergerüst schon im dritten Jahr so gut funktionierte: Wir nutzten einfachen Wildzaun als Rankhilfe, der an Eisenstäben und Holzlatten befestigt war. Nach der Saison rollten wir ihn ein und lagerten ihn, das war nachhaltig und bewährt.

„Ein paar Gartenfreunde können sich so eine Rolle sogar teilen“, erklärte ich. Dazu holten wir noch ein paar Jungpflanzen des Gurkenkrauts – dieser Borretsch mit seinen hübschen blauen, essbaren Blüten ist eine wunderbare Mischkultur zu Gurken. „Wir setzen die Gurken schön tief, bis zur ersten Gabelung. Dann stehen sie stabiler“, sagte ich und verteilte zwanzig Pflanzen auf den zehn Metern.

Mit speziellen Clips aus Bioplastik, die sich später im Kompost zersetzen, wollten wir sie oben festmachen. Ruckzuck waren alle Gurken gesetzt, Gießränder geformt und angegossen. Direkt neben dem Tunnel lag Wasser, ein Glücksfall, denn Gurken brauchen das unbedingt. „Mindestens einmal pro Woche, wenn es nicht regnet, müssen die Wasser haben“, betonte ich.

Im Folientunnel war es ebenfalls schön warm. Unsere Schlangengurken standen schon da, gepflanzt am Wochenende, die Erde war schön unkrautfrei. „Wer noch keine Gurken hat oder zu früh gepflanzt und einen Kälteschaden erlitten hat, der kann jetzt problemlos noch welche setzen“, ermutigte ich in die Kamera. Diese alte, robuste Sorte ernteten wir erfahrungsgemäß sogar bis in den November hinein.

Die Frage aus der Community war berechtigt: Mulchen wir eigentlich noch? Doch, aber die Fläche war riesig, und das Material knapp. Also priorisierten wir. Klar, wer brauchte das Mulchen am dringendsten?

Die durstigen Gurken im Tunnel! Mit meinem Mann zusammen deckten wir das Beet ab. „Das ist wie zudecken“, lachte ich, während wir arbeiteten. Sollte Material übrig bleiben, kamen die Bete draußen auch dran, sonst hieß es eben hacken – auch das unterbricht die Kapillarwirkung und hält das Wasser im Boden.

Daneben im Tunnel wurde es langsam grün und stabil. Paprika und Auberginen, die sich gegenseitig stützten, kamen mit den wärmeren Temperaturen gut voran. Der frühe Wirsing dort war bereits am Aufplatzen – genau das wollten wir, denn wir wollten eigenes Saatgut gewinnen. Die Tomaten wuchsen etwas schief und krumm und mussten dringend angebunden werden.

Dafür nahmen wir unsere bewährten Tomatenhaken. Noch ein Tipp zum Thema Mulch: Warum schimmelte es bei uns nicht? Seit wir beim Angießen den Gartenbodenaktivator ins Wasser mischten, hatten wir keine Probleme mehr damit. Das war ein wertvoller Erfahrungsschatz.

Jetzt ging es an die Aussaat. Ich stand in meiner „Jungpflanzenstube“, dem Kindergarten des Gartens, und hielt unseren Aussaatkalender in der Hand. Ein tolles Hilfsmittel für jeden Gartenplaner. Was konnte man im Juni noch aussäen?

Die monatliche Salatplatte durfte nie fehlen – wer einmal sät und nie nachsät, hat bald keinen Salat mehr. Bei dem warmen Wetter war es wichtig, die Aussaat halbschattig oder besser noch schattig und feucht zu stellen. Blattgemüse wie Fenchel und Mangold ging auch noch. Und ja, es mag überraschen, aber auch Wirsing konnte man jetzt noch säen, und zwar den frühen.

Der wuchs schnell und bildete bald einen Kopf. Der späte Wirsing hingegen brauchte viel Zeit und war für den Winter – den musste man schon im Mai gehabt haben. Beim Blumenkohl wechselten wir jetzt von der frühen zur späten Sorte. Beim Wurzelgemüse klappte es mit Möhren, bunter Bete, Ringelbete, Steckrüben und der Wurzelpetersilie.

Hülsenfrüchte wie Zuckererbsen, Stangen- und Buschbohnen konnten auch noch gesät werden, ebenso wie Kürbis, Zucchini und Gurken. Bei der Direktsaat war aber ein Schneckenschutz wichtig. Und dann zeigte ich den Mais. Die Popcornmaispflanzen standen bereit, im Horst gesät.

Wir schlenderten in den kleinen Gemüsegarten, der gar nicht so klein war. Das Beet, das auf uns wartete, war fünfzehn Meter lang. Ich zeigte auf die Reihe, die wir mit einem Pflanzabstand von fünfzig Zentimetern bepflanzen wollten: „Simsalabim, los geht’s! “

Nach dem Pflanzen der Popcornmais-Horste, Gießränder inklusive, fiel mir auf: An beiden Enden sah es etwas leer aus.

Es fehlten uns acht Töpfchen. „Macht nichts“, sagte ich, „wir machen was Schönes daraus. “ Wir holten Zinnien und setzten jeweils vier an Kopf und Fuß. So füllte sich das Beet.

Vom Gemüseacker grüßte alles. Der Salat wunderschön, die Paprika schon gut, und der Regen der letzten Tage hatte den Pflanzen gutgetan. Die Kartoffeln, die wir zusammen gelegt hatten, waren schön grün. Man musste nur auf den Kartoffelkäfer achten.

„Ringelblumen und Dill sind eine wunderbare Mischkultur“, erklärte ich. Im Juli würde der Acker sicher wieder richtig üppig sein. Dazu kamen noch ein paar Zinnien, die wir für den Mais holten – ich suchte mir die größten aus. Ein Experiment waren wir gerade mit der Gruppenpflanzung beim Mais eingegangen: drei bis vier Pflanzen pro Horst.

Beim Zuckermais hatten wir das auch gemacht, und nun bei Popcorn- und Speisemais. Wir waren gespannt, wie sich das entwickeln würde. Dann zeigte ich ein Stück Land, das mir besonders am Herzen lag. Dort, wo letztes Jahr der Gemüseacker war, hatten wir bewusst einiges stehen lassen.

Und nun erblühte eine wahre Pracht an Kamille. Die hatte sich letztes Jahr selbst ausgesät. Für mich war das ein enormer Schatz. Im Juni, an sonnigen und trockenen Tagen, sammelte ich Kräuter und Blüten – Oregano, aber vor allem Kamille.

Einen guten Vorrat davon wollte ich immer im Haus haben, ob für Tee oder wenn der Magen mal zwickte. „Wenn die Sonne scheint und meine PV-Anlage ordentlich Strom liefert“, erklärte ich, „trockne ich die Kamille im Dörrer. Man kann aber auch Bunde in der Dunkelheit aufhängen. “ Schraubgläser füllten dann meinen Vorratsraum für den Winter – das war ein Luxus, den ich schätzte.

Heute war es zu uselig dafür, aber an sonnigen Tagen gehörte das Trocknen zu meiner Routine. Neben der Kamille standen die Wintererbsen als Gründüngung. Dahinter raschelte der alte Roggen, eine über zwei Meter hohe alte Sorte, heute kaum noch zu sehen. Zwischendrin wuchsen Schnittlauch und viele andere Kräuter – ein bewusstes, wunderschönes Bild.

Es gab noch einen freien Bereich, frisch gemulcht. „Das sind sozusagen unsere Übungsfurchen“, verriet ich schmunzelnd. Die Pferde und ich wollten auf dem Acker arbeiten, und damit wir nicht aus Versehen etwas kaputt machten, übten wir hier. Darauf freute ich mich sehr.

Ich hoffte, das Video war Inspiration. Der Garten wurde immer bunter und voller. Und so langsam, aber sicher, wuchs alles seinem Höhepunkt im Juli entgegen.