Ich stand mitten auf unserem Gemüseacker, Ende Juli, und hörte plötzlich nur noch das Prasseln des Regens – dabei trug ich Gummistiefel und eine Strickjacke. Sommer, aber es hörte nicht auf zu…

Ich stand mitten auf unserem Gemüseacker, Ende Juli, und hörte plötzlich nur noch das Prasseln des Regens – dabei trug ich Gummistiefel und eine Strickjacke. Sommer, aber es hörte nicht auf zu...

Ich stehe mitten auf unserem Gemüseacker, Ende Juli, und was sich mir bietet, ist eine wahre Pracht. Vor mir liegen 35 Meter Beete in jede Richtung, acht Reihen voller Gemüse, Kräuter und Blumen. Dazu nieselt es, ich trage Gummistiefel und eine Strickjacke – mitten im Sommer. Ständig regnet es, aber ich will nicht meckern, denn die Beete freuen sich über das Wasser und das Wachstum kommt richtig in Gang.

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Direkt hinter mir wächst üppiger, buschiger Zuckermais, den wir direkt gesät haben. Er ist ein bisschen enger gestanden als die Jungpflanzen, aber dafür kommt kein Unkraut mehr durch. Das wird eine tolle Ernte. Daneben steht der Baldrian, dann die Salate, die wir für die Saatgutgewinnung stehen lassen – deshalb sehen sie so wild und aussortiert aus.

Weiter hinten leuchten der blaue Lein und die Fenchelpflanzen. Neben mir habe ich die Kräuter, überall zwischen dem Gemüse. Oregano zum Beispiel, den ernte ich alle ein bis zwei Tage, schneide ihn zurück, trockne ihn, und er wächst immer wieder schön buschig nach. Daneben liegen Zwiebeln, und dann wird es richtig bunt: Der bunte Flockenblumen, eine neue Sorte bei uns im Programm, mit essbaren Blüten, die wunderschön aussehen.

Dahinter wieder Salat für die Saatgutgewinnung und noch einmal Ringelblumen. In der dritten Reihe stehen die Kartoffeln, komplett grün und kräftig: die Sorten Sevilla und Stemster, zwei Wirtschaftskartoffeln. Wir spritzen hier nicht wie im konventionellen Anbau, wir gehen stattdessen regelmäßig alle ein bis zwei Tage ab und sammeln die Kartoffelkäfer ab. Noch sind ein paar Larven da, da müssen wir nachfassen, aber wenn man dranbleibt, bekommt man eine gesunde, schöne Ernte.

Direkt daneben wachsen Ringelblumen und Dill – eine gute Mischkultur für die Kartoffeln. Weiter geht es zu den Buschbohnen, dann zur Schafgarbe, die an einer anderen Stelle später nochmal wunderschön bunt blüht. Dann die Steckrübe – und mit der ist es dieses Jahr schwierig. Die fühlt sich auch hier nicht wohl, obwohl wir Jungpflanzen gesetzt haben.

Wir warten ab. Daneben der Majoran, der nach der letzten Ernte wieder ausgetrieben ist. Ich habe ihn geerntet und getrocknet, er schmeckt ähnlich wie Oregano, aber doch anders. Ich bin froh, dass wir ihn jetzt fest im Programm haben.

Dahinter steht der Blumenkohl, der ist abgeerntet. Er war nicht ganz so schön wie der im Tunnel, aber gut. Ich habe alles auf einmal geerntet und eine Nacht damit verbracht, ihn zu fermentieren – fermentierter Blumenkohl mit Kurkuma, der schmeckt richtig gut. Auf der anderen Seite sehe ich lila Kohlblätter, das ist der rote Rosenkohl, den haben wir auch neu im Sortiment.

Dahinter der Grünkohl, dann wieder Gewürztagetes und Bohnen, und ganz hinten leuchten wieder die Ringelblumen. Ich liebe diese leuchtenden Punkte im Garten, nicht nur für die Insekten und die Bestäubung, sondern auch optisch – Kräuter und Blumen gehören einfach ins Gemüsebeet. Hier vorne wächst Petersilie, schön üppig. Ich mache sie gerne haltbar, indem ich sie klein schneide oder mixe und in Eiswürfelbehälter fülle, die man dann in eine Tüte oder ein Kästchen umfüllt – so hat man sie immer direkt parat.

Daneben sieht es nicht ganz so gut aus: der Brokkoli. Einzelne Röschen kann man noch ernten, aber wir sind schon drüber, und er ist hier einfach nicht schön gewachsen. Vielleicht mag er die Temperaturunterschiede nicht – heute 20, morgen 30 Grad, mal nass, mal trocken, mal heiß. Das ganze Hin und Her.

Jetzt sehe ich die Bartnelke, schön buschig, die braucht noch Zeit. Daneben die Bohnen – Ende Juli sind sie so vital und satt. Wir haben Trockenbohnen und in der Mischkultur das Bohnenkraut, das habe ich auf einer Seite schon geerntet und getrocknet, für den Winter und für zwischendurch. Dann der Knollensellerie und der Salbei.

Den trockne ich natürlich auch. Und wenn man die Salbeiblätter in Fett brät und ein bisschen Salz drüber gibt, werden das super leckere Chips. Roh mögen die Pferde die Blätter übrigens auch gerne. Dahinter wachsen Melonen – Wassermelonen, bei dem Wetter!

Die ersten Kugeln sind schon da, die Pflanzen sehen gut aus, es bleibt spannend. Und dann der Busch mit den vielen weißen Pünktchen: Kamille. Die lässt sich bei schönem Wetter wunderbar ernten und trocknen, so kann man den Vorrat gut aufstocken. Auf der anderen Seite sehe ich das ganze Grün: das ist Bete.

Weiße Bete, gelbe Bete und rote Bete. Es ist eng gesät, also müssen wir zwischendurch Pflanzen rausnehmen, die man aber direkt in der Küche verwerten kann – roh im Smoothie, gekocht oder als Carpaccio. Dann haben die anderen mehr Platz und wir haben dauerhaft Ernte. Daneben der buschige Anis-Ysop mit den lila Pünktchen – eine wunderbare Pflanze.

Sie ist mehrjährig, kommt immer wieder, duftet toll und eignet sich für Tee oder Salate. Sobald die Blütenstände groß sind, tummeln sich die Insekten dort. Dahinter der Schnittsellerie, den haben sich einige von euch gewünscht. Wir testen ihn gerade aus, und wenn wir gut mit ihm klarkommen, kommt er bald ins Sortiment.

Dann wieder Kornblumen, und dahinter ist das Beet noch frei – in der Voranzucht haben wir noch Herbstsalate und Herbstkohl wie den Eichblattsalat, Radicchio und so weiter, die da noch Platz finden könnten. In Reihe sechs steht vorne Schnittlauch, daneben die Freilandpaprika – der absolute Traum, kann ich euch nur empfehlen. Baut Freilandpaprika an! Dahinter wieder Kornblumen, dann Sellerie, der gut aussieht, dann Tagetes und noch einmal rote Bete, die schmeckt uns sehr gut und die Pferde mögen sie auch.

Danach Zinnien in bunt, dann Zwiebelgemüse. Direkt neben mir blüht es in weiß – ich finde diese Blumen richtig schön, ich mache zwischendurch kleine Blumensträuße, sodass wir auch im Haus ein paar Blumen haben. Das ist Koriander, der schon Samenstände ansetzt, die kann man als Gewürz verwenden. Daneben steht noch eine andere Wassermelonen-Sorte, da schauen wir später im Jahresverlauf nochmal drauf.

Wieder Schnittlauch und Buschbohnen, die jetzt schön erntereif sind. Die kleinen zarten Bohnen solltet ihr nicht zu lange hängen lassen, sondern alle ein bis zwei Tage durchgehen und die kleinen rausnehmen. Die schmecken wunderbar als lauwarmer Sommersalat mit Kartoffeln und Basilikum. Daneben wieder Kräuter, Bohnenkraut bei den Bohnen, dann ein leeres Stück, dann Basilikum und danach die Wildtomate in Gelb – abgeschlossen mit der passenden Mischkultur Basilikum.

In der nächsten Reihe sehe ich Thymian. Im vorderen Teil, wo es niedrig und buschig ist, habe ich letztens geerntet und getrocknet, jetzt wächst er nach. Den anderen Teil werde ich noch ernten. Danach Zwiebelgemüse, die Schalotten, und dahinter die rosanen Punkte: die Bechermalve, eine unserer essbaren Blüten.

Sie sieht gerade mit am schönsten aus und kann man toll in Salate oder andere Gerichte einbinden – Malven sind sehr mild und schmecken richtig gut. Dahinter wieder roter Rosenkohl, dann Baldrian, dann eine Edamame. Über die haben wir letztens schon gesprochen, sie sieht hier sehr schön aus, ganz ohne Ausfälle. Daneben wächst Petersilie.

Vorne ist es wieder üppig, ein schönes Farbspiel, aus dem wir regelmäßig für die Küche ernten – ausknipsen, damit es buschiger wird: violetter Basilikum, roter Basilikum und grüner Basilikum. Dann ein riesiges Meer aus Grün mit gelben Punkten: eine Tomate, die San Marzano. Wir versuchen, ob wir die Flaschentomate, die Soßentomate, so anbauen können wie die Kollegen im Süden. Danach wieder eine Zinnie, Zwiebelgemüse, ein kleines Minifeld mit dem bunten Flockenblumen, eine kleine Lücke, in die noch was rein kommt, dann wieder Anis-Ysop und dahinter Rosenkohl in der klassischen Farbe.

Wir sind fast durch, noch eineinhalb Reihen. In der letzten Reihe vorne Kamille, dazwischen ein bisschen Melde – die sieht schon etwas drüber aus, die werden wir runterschneiden, dann wächst sie schön buschig nach. Die Blüten kann man trocknen oder den Pferden geben. Daneben ein Sortenversuch: roter Spitzkohl.

Einfach nur hübsch, und er schmeckt auch richtig gut. Dahinter die Schafgarbe, die ich vorhin erwähnt habe, jetzt blüht sie richtig schön bunt – eine absolute Augenweide. Für alle Kräuterfreunde: eine ganz besondere Heilpflanze, die man weiterverwenden kann. Danach sieht es wieder ein bisschen wild aus, denn wir gewinnen Saatgut: der Batavia-Salat darf jetzt in Blüte gehen und sich vermehren.

Dann noch ein paar Kräuter. Vor mir sehe ich eine Pflanze, die dem Oregano ähnlich sieht – das ist der Majoran. Ich möchte euch den Unterschied im Detail zeigen: Auf der rechten Seite, das ist das Pizzakraut, der Oregano. Seine Blätter laufen ein bisschen spitz zu, leicht gerundet, aber eher spitz.

Auf der linken Seite ist der Majoran, dessen Blattform gleichmäßiger ist und oben nicht so spitz zuläuft. Daran kann man sie gut unterscheiden. Weiter geht es zum Weißkohl – der sieht dieses Jahr nicht ganz so prächtig aus. Ich fürchte, ich muss beim Sauerkraut auf den Spitzkohl und andere Beete ausweichen.

Daneben ein riesiger Busch, da lenken wir die Schnecken ab, aber wir müssen wirklich abends mehr absammeln. Die Schnecken lieben den Weißkohl. Vielleicht führe ich unsere neuen Enten Donald, Daisy und Gitty abends spazieren – sie werden immer zutraulicher, und wer weiß, vielleicht klappt das bald. Neben dem Kohl wieder Schnittlauch, dann die hohen Gewächse: Eichblattsalat in Blüte, auch für die Saatgutgewinnung, das schaut gut aus.

Zum Abschluss haben wir noch so eine Art Resterampe, eine halbe Reihe. Wir haben immer gerne so eine bunte Restecke, auf der Zitronenmelisse, Petersilie, Schafgarbe und Salbei wild durcheinander wachsen, mit Blumen dazwischen. Schön bunt ist das geworden. In unserem Ackergarten ist es wirklich bunt und üppig.

Die ganzen Blüten und Kräuter dazwischen machen mir große Freude. Und was man hier gut sieht, ist, wie unterschiedlich die Sorten sind: Der Brokkoli fühlt sich nicht wohl, der Weißkohl hat es schwer, aber der rote Spitzkohl und der rote Rosenkohl sehen aus, als würde ihnen das alles nichts ausmachen. So sind wir eben alle unterschiedlich, und jedes Jahr ist anders. Aber es ist eine ganze Menge, und wisst ihr was?

Es gibt noch ganz viel, was ihr jetzt Ende Juli aussäen könnt. Die Sorten, alle samenfest und biologisch, findet ihr bei uns im Kiosk. Der Regen wird immer stärker, es prasselt wie bei einer Brause – warmer Sommerregen. Die Kamera muss gleich rein, aber wir haben alles gesehen.

Ich freue mich auf eure Kommentare, vielleicht habt ihr eure Pflanzen mit unseren vergleichen können. Macht eure Gärten bunt, und bis zum nächsten Mal!