„Heute ziehen wir den Winter vor. Feldsalat, Postelein und Winterkresse kommen jetzt in die Erde – die müssen noch kräftig werden, bevor es kalt wird. “ Ich stand im Garten, die Multitopfplatten waren schon vorbereitet, und vor mir lagen die Tütchen mit dem Saatgut. Der Sommer war noch nicht vorbei, die Beete waren noch voll, aber wer sich im Winter selbst versorgen will, muss jetzt anfangen.

Im Sommer ist das alles kein Hexenwerk, aber für den Winter muss man ein paar Kniffe kennen. Ich begann mit dem Feldsalat. Eine Prise Samen pro Töpfchen, nicht mehr. So zwischen fünf und zehn Körner, mehr braucht es nicht.
Ich raffelte die Erde ein wenig auf, streute das Saatgut wie eine Prise Salz darüber, drückte es an und goss es an. Dann die Beschriftung. Die Platte kam erstmal nach draußen, sie kann später ins Freiland oder ins Hochbeet. Wer ein Hochbeet hat, hat es beim Ernten angenehm, keine Frage.
Mit der Schere rausgehen, ein paar Blätter schneiden, fertig. Danach der Postelein. Der ist auch winterhart und wächst ähnlich wie der Feldsalat. Aber Achtung: Postelein braucht einen Kältereiz zum Keimen.
Wer kein Glück hat, legt das Tütchen kurz in den Kühlschrank. Ich gieße meine Platten einfach mit kaltem Brunnenwasser an, das hat um die acht Grad. Das reicht, damit der Postelein keimt. Er ist mild, herzförmig, bei Kindern beliebt.
Wer es nicht so würzig mag, ist mit Postelein gut beraten. Dann die Winterkresse, auch Barbarakraut genannt. Die hat einen eigenen, pikanteren Geschmack. Ihr Saatgut ist fein, und sie gilt als Lichtkeimer.
Trotzdem siebe ich eine hauchdünne Schicht Erde darüber, damit sie nicht austrocknet. Mindestens drei, höchstens acht Körner pro Töpfchen, Keimtemperatur so um die zehn bis fünfzehn Grad. Ich stellte die Platten auf die Nordseite. Die pralle Sonne wäre jetzt, im Spätsommer, noch zu viel.
Erst wenn alles gekeimt ist, dürfen die Pflänzchen in die Sonne. Und kalt angegossen wird auch: Die Salate mögen es bei der Keimung nicht zu warm. Die Blattsalate, Wintersalat und Batavia, haben eine Keimtemperatur von zehn bis sechzehn Grad. Da darf es nicht heiß werden.
Für den Asia-Salat nahm ich eine andere Platte, eine 24er, mit größeren Töpfen. Mitsuna und Mutard Rouge. Die wollen nämlich etwas mehr Platz, weil sie größer werden und solitär stehen sollen. Da können die Jungpflanzen auch länger in den Töpfen bleiben, das gibt mir mehr Spielraum bei der Pflanzung.
Zwei bis drei Körner pro Töpfchen, dann angießen und beschriften. Der rote Asia-Salat ist später richtig hübsch, feingliedrig und intensiv gefärbt. Die Zeiten sind immer so eine Sache, die hängen vom Wetter ab. Beim Asia-Salat plane ich vier bis sechs Wochen bis zur Pflanzung.
Beim Feldsalat, der Winterkresse und dem Postelein eher sechs bis acht Wochen. Wenn alles gut läuft, sind wir Ende Oktober so weit, dann haben wir die ersten Tomaten schon abgeräumt und die Salate können raus. Gute Nachricht für alle Balkonbesitzer: Die Saison ist da auch nicht vorbei. Alles, was wir heute ausgesät haben, kann wunderbar im Kübel oder Blumenkasten wachsen.
Gerade der Wintersalat ist absolut winterhart, aber Nässe von oben mag er nicht. Wer ein überdachtes Carport, eine Terrasse oder einen geschützten Balkon hat, kann ihn dort wunderbar im Kübel ziehen. Aussaat bis zum Pikieren dauert so drei bis vier Wochen, danach noch mal zwei bis drei Wochen, dann kann gepflanzt werden. So kann man sich das gut einteilen.
Ich streute das Saatgut auf die vorbereitete Platte, siebte die Erde darüber, goss an, beschriftete alles. Dann war die Platte fertig. Der Winter hat übrigens auch seine Vorteile: Kaum Schnecken, Schädlinge halten sich zurück, auch Läuse zeigen sich kaum. Wer seine Salate geschützt anbaut, im Gewächshaus zum Beispiel, sollte zumindest tagsüber die Tür offen lassen.
Kälte macht den Pflanzen wenig aus, aber wenn es feucht wird und sich die Luft staut, sammeln sich Pilzsporen. Dann gibt es Mehltau, und das will niemand. Also ordentlich Luftzug in den geschützten Bereichen, dann wachsen die Pflanzen wunderbar. Und dann war da noch ein Hinweis, den ich gerne teilen wollte: Am Freitag, den 12.
September, von 14 bis 18 Uhr, sind wir in Minden, beim Olaf auf dem Böhenhoff. Da stellen sich verschiedene Biohöfe vor, und wir sind mit einem kleinen Stand dabei. Wer uns mal persönlich kennenlernen möchte, ist herzlich willkommen. Die Infos stehen in der Videobeschreibung.
Es ist einfach genial, sich im Winter selbst mit frischem Grünzeug zu versorgen. Jeden Tag Salat in die Küche holen, das macht mich glücklich. Und ich hoffe, ihr habt Lust, das auch mal auszuprobieren – vielleicht nicht gleich alles, aber ein paar Sachen, die euch ansprechen.


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