„Schau mal, hier drüben sind sie noch viel kleiner“, sagte ich und stellte die zweite Platte neben die erste. „Die haben wir erst Anfang Januar gesät und sie standen die ganze Zeit im Gewächshaus. Trotzdem sind sie jetzt deutlich hinter den anderen zurück. “
Mein Mann beugte sich über die zarten grünen Spitzen und nickte.

„Na ja, dann dauert es eben länger. Aber sie wachsen. “
„Genau, es funktioniert“, sagte ich und strich über eines der kleinen Blätter. „Man muss sich eben überlegen, was man wann möchte und welche Möglichkeiten man hat.
Wer Geduld hat, wird auch mit der kalten Anzucht belohnt. “
Wir standen in unserem Gewächshaus an einem frischen Märztag, und um uns herum drängten sich die Jungpflanzen auf den Regalen und Tischen. Draußen war es nach der warmen Schönwetterperiode gerade wieder ein paar Grad kühler geworden, teilweise sogar frostig in den Nächten, aber hier drinnen füllte sich das Leben langsam aber sicher in jede Lücke. Die Pflanzen warteten darauf, endlich in die Erde zu dürfen.
Ich ging weiter und blieb vor einer Tray mit kleinen, kräftigen Pflänzchen stehen. „Das sind die Gemüsezwiebeln“, erklärte ich. „Die haben wir nach unserer klassischen Methode gesät und vereinzelt. Sieh dir die mal an, sind die nicht großartig?
Je nach Wetterlage werden die im April ausgepflanzt. “
Neben den Zwiebeln standen auf einem Regal unzählige weitere Töpfchen. Ich nickte zufrieden. „Die Ernte wird dieses Jahr wieder richtig gut“, sagte ich.
„Da freue ich mich schon jetzt drauf. “
Ich drehte mich um und deutete auf eine andere Ecke des Gewächshauses. „Hier haben wir vor einem Monat die Auberginen und die Paprika gesät. Das war unser kleines Experiment mit der kalten Anzucht.
Und sieh dir das an: Sie sind gekeimt. Es funktioniert, man muss nur einplanen, dass es länger dauert. “ Die kleinen Pflänzchen reckten sich zaghaft aus der Erde. „Zum Pikieren sind sie noch zu klein, die dürfen noch ein bisschen wachsen.
“
Hinter den Paprika stand eine Pflanze, die ich besonders liebe, und ich griff vorsichtig nach einem ihrer Blätter. „Und wenn man sich die ansieht und sie schon einmal im Garten hatte, erkennt man sie sofort“, sagte ich. „Das ist eine Artischocke. “ Ich lächelte.
„Die letzte Sorte hat uns nicht ganz so gut gefallen, deswegen probieren wir jetzt eine neue. Aber sie sieht schon richtig schön aus. “
Daneben fiel mein Blick auf eine Pflanze mit kräftigen, breiten Blättern. „Und ist das nicht eine wunderschöne Pflanze?
Die dicke Bohne“, sagte ich. „Die muss jetzt aber dringend in die Erde. Vielleicht nehmen wir euch mit, wenn wir sie pflanzen. “
Ich schaute mich um.
Ein paar Regale weiter war es gerade leer geworden. „Die Salatpflanzen sind schon umgezogen“, sagte ich. „Die stehen jetzt an einer neuen Station. Wir schauen sie uns gleich an, aber vorher zeige ich euch noch unsere Platten.
“
Ich ging hinüber und beugte mich über die Anzuchtplatten. „Hier haben wir zusammen ausgesät. Bei der Petersilie sehen wir noch nichts. Ich hatte ja gesagt, das braucht Geduld.
Auch hier gilt: einfach warten können. “ Ich schob die Platten ein Stück zur Seite und deutete auf die nächste. „Der Schnittlauch dagegen streckt sich schon durch die Erde, er wächst empor. Und der Thymian?
Der ist auch gekeimt, obwohl er ein Lichtkeimer ist. Alles sieht noch sehr zart aus, aber es wird was. “
Ich drehte mich zu einem Töpfchen mit zarten Blättern um. „Und daneben, da haben einige von euch schon drauf reagiert: unsere Kerbelrübe.
Die sieht prima aus. Eine ganz wunderbare Geschichte, die kann bald gepflanzt werden. Wir pflanzen sie auf jeden Fall in den Kübel oder ins Hochbeet. Die Töpfchen nehmen wir mit absoluten Samthandschuhen auseinander, damit wir die feinen Wurzeln nicht verletzen.
Mehr als zwei oder drei Pflanzen lassen wir nicht zusammen, denn die Kerbelrübe ist keine Riesenrübe, ganz fein, und sie soll Platz haben, um sich zu entwickeln und groß zu werden. Das wird eine spannende Geschichte – mal sehen, wie das mit den Kerbelrüben dieses Jahr wird. “
Ich ging ein paar Schritte weiter und blieb vor einer Reihe von Töpfen stehen. „Hier haben wir Kohlgemüse stehen.
Der hier vorne sieht auf den ersten Blick aus wie Weißkohl, aber es ist Spitzkohl“, erklärte ich. „Weißkohl braucht viel länger. Spitzkohl ist schön fluffig, super für Rohkost oder eine Gemüsepfanne. Weißkohl ist da eher kompakt.
Der Spitzkohl kommt bald in die Erde. “
Neben ihm standen zwei weitere Pflanzen, die sich recht ähnlich sahen. „Das ist Kohlrabi, einmal der violette und einmal der normale, der hellgrüne. Die warten darauf, dass sie bald gepflanzt werden.
Im geschützten Bereich werden wir den Großteil pflanzen. Ich freue mich schon auf die allerersten Kohlrabi – die schmecken so gut, das wisst ihr ja. Ihr habt sie wahrscheinlich auch schon bei euch stehen oder habt sie vielleicht sogar schon eingepflanzt? “
Ich schaute zu den oberen Regalen hoch.
„Oben stehen unsere Salate. Da ist zum Beispiel eine unserer neuen Sorten, der Lattich. Wunderschön. Daneben haben wir den hellen Eichblattsalat, und hier ist der Lollo Bionda.
Es ist ganz interessant zu sehen, wie unterschiedlich sie jetzt aussehen. Wenn ihr sie bei euch angepflanzt habt, könnt ihr mal vergleichen, ob sie genauso aussehen oder anders. “ Ich deutete weiter. „Hier haben wir den Spargelsalat, auch eine neue Sorte.
Und hier, alt bewährt, der Eissalat. “
Ich bückte mich und schaute auf die Töpfe am Boden. „Jetzt schauen wir noch mal nach unten. Diese Schnittsalatmischung haben wir hier ausgesät, und jetzt kann man langsam erkennen, wie wunderschön und üppig sie wird.
Ich habe versucht, sie als Fächer zusammenzufassen, aber das ist kaum möglich, weil sie so bunt und so vielfältig ist. Ich liebe es, zwischendurch einfach ein paar Blätter herauszunehmen. Oder jetzt, wo es so viel ist, gehe ich mit der Schere ran. Die gibt es bei uns im Biosaatgut-Kalender, vielleicht habt ihr sie ja auch schon ausgesät.
“
Auf der anderen Seite zeigte ich auf eine Fläche, auf der der Spinat stand. „Wenn ihr unsere letzten Videos gesehen habt, habt ihr gesehen, wie das Stadium damals war. Und jetzt geht es hier richtig ab. Wir haben schon fleißig Spinat geerntet, einfach mit der Schere – der wächst nach.
Ein paar Spitzen sehen dann nicht ganz so schön aus, aber das geht einfach schneller, und die schnelle Küche ist auch immer sehr dankbar, vor allem wenn sie sehr frisch ist. Er kann weiter wachsen, und wir können noch öfters ernten. Da freue ich mich sehr drüber. “
Als Nächstes führte ich zu einem Regal auf Rollen am Rand der Scheune.
„Hier seht ihr eine neue Station, die wir gebaut haben, weil die Platzprobleme immer größer wurden. Die Pflanzen, die hier stehen, warten darauf, umzuziehen. Sie sind sozusagen am Abhärten. “ Ich deutete auf das Scheunentor.
„Wenn das Wetter gut ist – diesig, trocken, nicht so windig – dann ist das Tor einfach offen. Jetzt ist gerade nicht so viel Sonne, deswegen sind die Leuchten an. Wenn es regnet und windet, wie es hier durchaus oft tut, dann ist das Tor zu, und die Pflanzen können mit der Beleuchtung trotzdem weiterwachsen. Die Temperaturen sind hier viel passender.
Wir haben gerade um die zehn Grad, während es in unserer Anzuchtstation an die zwanzig Grad warm ist. Das ist für die Kohlpflanzen viel zu warm. “
Ich legte die Hand auf das Regalgestell. „Wenn man so etwas baut und zur Abhärtung nutzen möchte, kann man, wenn die volle Sonne scheint, auch einfach ein Fließ vorhängen, um den Schatten zu simulieren.
Das funktioniert genauso. Gärtnern ist immer eine individuelle Geschichte mit individuellen Lösungen. Man findet immer wieder etwas Neues – eine ganz dynamische Geschichte. “
Ich deutete auf die Platten.
„Die tragen wir gleich rüber ins Gewächshaus, wo es so schön leer geworden ist. Aber jetzt gehen wir zusammen in die Folientunnel. “
Wir traten in einen der Tunnel, und ich zeigte auf die Platten, die auf beiden Seiten aufgereiht waren. „Hier sind einige Pflanzen in Platten geparkt.
Sie werden nicht hier im Tunnel gepflanzt, sondern draußen im Freiland – aber jetzt noch nicht. Wahrscheinlich im April, je nachdem, wie das Wetter wird. Die sind aktuell noch zu klein. “ Ich ging an den Salatpflanzen entlang.
„Das sind alles Salatpflanzen, gesät im Februar. Die sind noch ein bisschen zu klein zum Pflanzen, das dauert noch ein bisschen. “
Ich blieb stehen und lächelte. „Was ich euch noch zeigen möchte: Ihr seht bei uns immer gesunde, große, vitale Jungpflanzen.
Das ist auch das gleiche Saatgut, das ihr bei uns bekommen könnt. Habt immer einen schönen Vergleich. “ Ich machte eine kurze Pause und deutete dann auf eine Platte, in der einige Lücken klafften. „Ich möchte euch aber auch ehrlich zeigen, dass hier nicht immer alles perfekt läuft.
Schaut euch diese Platte an: Da sind ein paar Lücken, da ist beim Pikieren etwas schiefgelaufen. Das passiert uns auch, gehört dazu. Ist aber nicht weiter schlimm – wir haben genug Pflanzen. “
Wir verließen den Tunnel und gingen in die Anzuchtstation.
Ich zeigte auf das Thermometer an der Wand. „Ich hatte vorhin gesagt, wir haben hier so um die zwanzig Grad – aber der Blick darauf sagt genau achtzehn. Und das ist perfekt. “ Ich trat zum ersten Regal.
„Hier oben sehen wir ganz viele gekeimte Tomaten. Es dauert vielleicht noch eine Woche, dann können wir hier mit den Pikierpartys loslegen. “ Daneben stand eine Pflanze mit zarten, noch sehr kleinen Blättern. „Eine Ananaskirsche ist auch dabei.
Die sieht auf den ersten Blick ein bisschen mau aus, aber hier heißt es wirklich Geduld haben – wie bei der Petersilie. Man kann schon sehen, da kommen die ersten zarten Pflänzchen nach oben. Das braucht einfach seine Zeit. “
Ich zeigte auf eine Multitopfplatte.
„Hier haben wir unseren pikierten Knollensellerie stehen. Das haben wir zusammen gemacht. Vielleicht ist es schön für euch zu verfolgen, wie das weiter abläuft. “ Daneben standen weitere Pflänzchen.
„Hier haben wir Brokkoli, also wieder Kohlpflanzen. Ihr könnt schon sehen, hier heißt es bald wieder pikieren. Eine richtig schöne Zeit mit ganz vielen Pikierpartys – ich mag das sehr gerne. “
Ich deutete auf eine andere Platte.
„Und nach der Pikierparty sieht es dann so aus: Das sind alles Kohlpflanzen, die jetzt pikiert sind und erstmal eine Weile hier drinstehen. Sie sollen sich akklimatisieren, bevor sie, wenn sie größer werden, Richtung Abhärten nach draußen kommen. “ Ich schaute auf und betonte: „Ein wichtiger Tipp für euch: Jetzt im März ist eine super Zeit, um Kohlpflanzen auszusäen, wenn ihr sie später ins Freiland pflanzen wollt. Wir machen das jetzt mit allen Kohlsorten bis auf Rotkohl und Weißkohl – das kommt bei uns ein bisschen später.
Aber jetzt ist eine gute Zeit, um loszulegen. Dann sind wir bei der Pflanzung ungefähr Ende April, Anfang Mai. Von der Aussaat bis zur Pflanzung brauchen wir sechs bis acht Wochen. Das muss man einfach einkalkulieren, denn das Wetter ist nicht so ganz berechenbar, und von daher haben wir immer ein bisschen Spielraum.
Wenn ihr Kohl im Freiland haben möchtet, sät jetzt aus – Brokkoli, Wirsing, Spitzkohl, Blumenkohl. Die ganzen Detailinfos findet ihr bei uns im Aussaatkalender. Verzichtet nicht auf den Kohl, denn eigener Kohl aus dem Garten schmeckt richtig gut. “
Ich drehte mich zu den wärmeliebenden Pflanzen um, die in Töpfchen auf einem anderen Regal standen.
„Während die Kohlpflanzen es lieber ein bisschen kühler haben, stehen die Wärmeliebenden hier richtig gut und können sich toll entfalten. Schon pikiert, schon angewachsen. “ Ich nahm ein Töpfchen hoch. „Welche das wohl sind?
Wenn ihr euch die großen Blätter anseht, erkennt ihr sie vielleicht – die Physalis. Und hier ist eine Paprika. Die stehen hier richtig gut. Sie kommen erst später im April ins Gewächshaus, wenn es wärmer ist.
“ Ich suchte ein weiteres Töpfchen. „Und hier, erkennt ihr die auch? Auch so ein großes Blatt, aber die Früchte sind ganz anders – lila, pink, manchmal sogar weiß, in Kugelform. Das sind die Auberginen, sie gehören auch zu den Wärmeliebenden und dürfen noch eine ganze Weile stehen bleiben.
“
Ich blickte über die Regale. „Ihr seht, in unserer Anzuchtstation ist es voll – und es wird auch voll bleiben, aber es wird rotieren. Die Kohlpflanzen wachsen noch ein bisschen, dann geht es raus zum Abhärten, immer weiter, bis sie gepflanzt werden. Die Paprika, Auberginen und Physalis dürfen im April, je nach Wetter, weiterziehen ins Gewächshaus, wenn da wieder Platz ist.
Und wenn es kurzfristig etwas kälter wird – nachts um die fünf Grad, tagsüber über zehn – vertragen sie das dann schon ganz gut, da sind sie resistenter. Und wir brauchen den Platz für die nächste Welle, denn Mitte April können die Kürbisgewächse ausgesät werden: Zucchini, Melonen, Gurken und natürlich Kürbisse selbst. Wir machen das hier im Haus. Wir haben ja kein großes Südfenster – wir ziehen sie in der Anzuchtstation heran.
So haben wir kontrollierte Bedingungen, und das ist gerade bei den Mengen richtig wunderbar. Es macht es für uns einfacher, denn die Kürbisgewächse brauchen es wirklich warm. Wenn die Pflanzen dann später stehen, sind sie empfindlich, sie brauchen die Wärme, und hier stehen sie erstmal gut. “
Ich lächelte in die Kamera.
„Wie es weitergeht, seht ihr natürlich, wenn ihr uns abonniert und die Videos weiterschaut. Über jeden Daumen nach oben freuen wir uns sehr. Stöbert gerne durch unseren bunten Sortenkatalog im Shop im GartenGemüseKiosk. Und wenn ihr direkt weiterschauen möchtet, haben wir einen kostenlosen Onlinekurs verlinkt – schaut einfach rein.
Unten findet ihr noch ein weiteres spannendes Gartenvideo. Also macht eure Gärten bunt und bis zum nächsten Mal! “


