Sie kam nie am Ziel an: Führt DAS LETZTE FOTO der vermissten Scarlett endlich zur düsteren Wahrheit über ihr spurloses Verschwinden im Schwarzwald? Einfach nur unfassbar!

Sie kam nie am Ziel an: Führt DAS LETZTE FOTO der vermissten Scarlett endlich zur düsteren Wahrheit über ihr spurloses Verschwinden im Schwarzwald? Einfach nur unfassbar!

Tod im Schwarzwald: Die rätselhafte Spur der verschwundenen Wanderin Scarlett

Die 26-jährige Scarlett aus dem nordrhein-westfälischen Pattlipspringe ist seit September 2020 spurlos verschwunden. Die junge Frau, die als abenteuerlustig und lebensfroh galt, hatte eine Wanderung auf dem berühmten Schluchtensteig im Schwarzwald geplant. Sie wollte die knapp 120 Kilometer lange Strecke von Stühlingen nach Wehr allein bewältigen, bevor sie ihre Freundin Vanessa in Mainz besuchen wollte.

Doch Scarlett kam nie an ihrem Ziel an. Ihre Familie und die Polizei stehen vor einem Rätsel, das bis heute ungelöst ist.

Die letzten Lebenszeichen von Scarlett stammen vom 9. September 2020. An diesem Tag erreichte sie den Ort Totmos im Schwarzwald, wo sie sich mit einer Sprachnachricht bei ihrer Freundin meldete.

In der Nachricht fragte sie nach Zugverbindungen nach Mainz und kündigte an, am nächsten Tag nach der letzten Wanderetappe zu kommen. Doch als sie in Mainz nicht auftauchte und ihr Handy keine Signale mehr aussendete, schlug Vanessa Alarm. Sie kontaktierte Scarletts Eltern, die sofort versuchten, ihre Tochter zu erreichen, jedoch ohne Erfolg.

Einen Tag später meldete die Familie die junge Frau als vermisst.

Die Polizei leitete sofort eine groß angelegte Suchaktion ein. Rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Bergwacht und Technischem Hilfswerk durchkämmten das unwegsame Gelände. Drohnen und Hubschrauber waren im Einsatz, doch von Scarlett fehlte jede Spur.

Die Suche konzentrierte sich auf den letzten Abschnitt des Schluchtensteigs, der durch steile Hänge und gefährliche Felswände führt. „Man kann nicht jeden Quadratmeter absuchen. Es sind steile Hänge, es sind Felswände dort, es ist gefährliches Gebiet“, erklärte ein Polizeisprecher.

Nach zwei Wochen ohne konkrete Anhaltspunkte stellte die Polizei die Suche vorerst ein.

Doch die Familie gab die Hoffnung nicht auf. In sozialen Medien baten sie um Mithilfe, und Menschen aus der Region gründeten eine private Suchinitiative. Einer der engagiertesten Helfer ist Andreas Asal aus Schönau, etwa 30 Minuten von Totmos entfernt.

„Wenn du so nah dran bist und das Leid der Familie siehst, dann motiviert dich das weiterzumachen, bis du Scarlett gefunden hast oder dazu beitragen kannst, dass sie gefunden wird“, sagt Asal. Er und seine Mitstreiter leisten Detektivarbeit, obwohl sie keine Kriminalisten sind. Sie werten Textnachrichten und Sprachnachrichten aus, die Scarlett an Familie und Freunde geschickt hat.

Eine wichtige Frage beschäftigt die Ermittler: Wollte Scarlett die letzte Etappe des Schluchtensteigs überhaupt gehen? Oder hat sie ihre Pläne spontan geändert? Die letzten Bilder von Scarlett stammen aus einem Supermarkt in Totmos.

Auf den Überwachungskameras ist sie in voller Wandermontur zu sehen, mit Rucksack und Wanderschuhen. Sie kaufte Proviant für die Wanderung: Wasser, Kekse und andere Kleinigkeiten. „Aufgrund der Dinge kann man davon ausgehen, dass sie die Wanderung antreten wollte“, sagt Asal.

Um zum Einstieg des Wanderwegs zu gelangen, musste Scarlett am Kurpark in Totmos vorbeilaufen. Dort, im keltischen Steinlabyrinth, chattete sie noch mit ihrem Freund in China. Es war das letzte Mal, dass ihr Handy ins Mobilfunknetz einwählte.

Der Freund gab gegenüber der Polizei an, dass Scarlett auf ihn bedrückt gewirkt habe. Könnte sich die lebensfrohe Studentin etwas angetan haben? Andreas Asal hat alle Text- und Sprachnachrichten ausgewertet und ist überzeugt: „Wir hatten immer den Eindruck, dass es ihr gar nicht so weit gut geht.

Sie war happy auf der Tour, auch mit den Gesprächen heim zur Familie, da war nichts. Von daher glauben wir nicht, dass sie auf einmal einen Suizid begehen könnte. “ Auch die Polizei hält diese Theorie für unwahrscheinlich.

Zwei Monate nach ihrem Verschwinden wurde die Suche offiziell wieder aufgenommen. Der Wald war nun nicht mehr so dicht wie im September, und die Einsatzkräfte konzentrierten sich auf den letzten Streckenabschnitt. Auch der private Suchtrupp war weiterhin aktiv.

Scarletts Vater Ralf begleitete die Gruppe ins Gelände. „Dass die sich so engagieren über so einen langen Zeitraum und wirklich auch alles reinbringen an Ideen und auch persönlichen Einsatz, das tut alles, wo man schon wirklich sagen muss, Hochachtung“, sagt er. Die Freiwilligen gingen an Stellen, an die sonst keiner möchte: in die Hänge durchs Unterholz, an steile Stellen, die selbst für erfahrene Wanderer schwierig zu erreichen sind.

Trotz aller Bemühungen blieb die junge Frau spurlos verschwunden. Im September 2021 leitete die Staatsanwaltschaft ein Todesermittlungsverfahren ein. Grundlage war eine anonyme Anzeige, nach der Scarlett Opfer eines Verbrechens geworden sei.

Während der gesamten Zeit suchten Andreas Asal und seine Mitstreiter weiter. Sie charterten sogar ein Flugzeug, um bereits abgesuchte Bereiche zu tracken. Mittlerweile bleibt kaum ein Ort übrig, an dem sie noch nicht waren, auch abseits des eigentlichen Wanderwegs.

„Wir haben dann Scarletts Social Media angeschaut, da sieht man dann, dass sie viel in der Natur ist. Man sieht auch mal ein Selfie, wo sie auf einem Felsvorsprung sitzt“, sagt Asal. Hat Scarlett ihr Leben für ein Foto riskiert?

Ihr Vater Ralf sagt, das passe nicht zu seiner Tochter. Sie sei eine erfahrene Wanderin und außerdem sehr besonnen. „Man kann ja leider nichts ausschließen, aber sie war jetzt nicht so, dass sie jetzt um jeden Preis alles riskierte.

Mehr als 100 Mal war der Suchtrupp schon unterwegs, ohne Ergebnis. Mittlerweile bezweifelt auch Andreas Asal die Unfalltheorie. „Ich halte einen Unfall hier auf der letzten Etappe mittlerweile für sehr unwahrscheinlich, weil viele Absturzstellen gibt es nicht.

Diese potenziellen Absturzstellen wurden abgesucht, und da bin ich einfach der Meinung, da hätte man jetzt wirklich nach aller Zeit mal was finden müssen“, sagt er. Bei der Suche stieß die Gruppe zwar immer wieder auf unterschiedliche Gegenstände, aber nichts davon ist von Scarlett. Auch ihr markanter roter Rucksack bleibt verschwunden.

Dann gibt es eine neue Spur. Eine Zeugin will Scarlett am Tag ihres Verschwindens auf einem Parkplatz etwa auf der Hälfte der letzten Etappe gesehen haben. „Die Zeugin hat ausgesagt, dass sie eine blonde jüngere Frau da ist so ein Findling, so ein Stein gesehen hat, wie sie da Pause gemacht hat.

Die Personenbeschreibung selbst war gut, und Scarlett hatte auch so ein türkises Handtuch dabei. Das hatte sie wohl ausgebreitet auf dem Stein“, berichtet Asal. Auf eigene Faust organisierte das Suchteam eine private Hundestaffel.

Die Tiere nahmen auf dem Parkplatz tatsächlich Scarletts Geruch auf. „Die Hunde haben sich hier an diesem Stein auf dem Parkplatz auffällig verhalten, waren unruhig, und man ist da noch ein Stück rüber auf die Straße, weil da der Schluchtensteig weitergeht, aber da wollten die Hunde nicht so richtig weitergehen und sind dann hier auf dem Parkplatz zurückgekommen“, sagt Asal. Ist Scarlett hier in ein Auto gestiegen?

War es freiwillig oder wurde sie entführt? Bis heute ist ungeklärt, was mit der jungen Frau im September 2020 passiert ist.

Die Staatsanwaltschaft hat das Todesermittlungsverfahren mittlerweile eingestellt. Sollten sich neue Hinweise ergeben, wird die Polizei diesen aber nachgehen. Auch für Andreas Asal ist Aufgeben keine Option.

„Sie war ja in Totmos, und es muss hier irgendwas von ihr geben. Sie muss irgendwo sein. Sie kann nicht einfach vom Erdboden verschluckt sein.

Also, obwohl wir nichts gefunden haben über die lange Zeit, werden wir erstmal weitermachen, dass diese grausame Ungewissheit endlich mal ein Ende hat“, sagt er. Ralf Salize wünscht sich insgeheim, dass Scarlett freiwillig untergetaucht ist und irgendwo ein neues Leben begonnen hat. Nur daran glauben kann er nicht.

Solange er nicht weiß, was seiner Tochter zugestoßen ist, wird er weiter nach ihr suchen. „Ich möchte einfach sie finden und ihr Schicksal klären. Ich kann nicht akzeptieren, dass meine Tochter verschwunden ist und keiner irgendetwas von ihr hört.

Ein Kind darf keine Erinnerung werden. Das ist falsch“, sagt er mit bewegter Stimme.

Der Fall Scarlett bleibt ein Mysterium, das die Ermittler und die Familie gleichermaßen beschäftigt. Die Suche geht weiter, und die Hoffnung, eines Tages die Wahrheit zu erfahren, ist ungebrochen.