Draußen klettert das Thermometer über zehn Grad, und ich spüre es bis in die Knochen: Der Frühling ist da, zumindest gefühlt. Es wird sicher noch einmal kalt werden, aber genau diese ersten warmen Tage tun gut, auch der Seele. Drinnen im Anzuchtraum ist die Stimmung ähnlich aufbruchbereit. Das dritte Regal ist schon in Betrieb, und oben entdecke ich die erste pikierten Platte: Spitzkohl.

Damit ist das Stichwort gefallen. Die Pikierpartys stehen vor der Tür, und zeitlich wird es gerade eng. Privat nimmt gerade einiges Zeit in Anspruch, und ich muss zugeben: Die Kohlpflänzchen hätten längst vereinzelt werden müssen. Das hole ich jetzt nach, zusammen mit euch.
Da stehen noch genug davon. Bevor ich mich aber ans Pikieren mache, werfe ich einen Blick in die Regale. Vor mir quillt das Wachstum fast über. Hinten warten die Sätze auf ihre Pikierparty, vorne keimen die Paprika fröhlich vor sich hin.
Die Plexiglasplatten, die die Keimung so zuverlässig unterstützen, konnten wir schon abnehmen. Immer wieder kommt die Frage auf: Was mache ich, wenn einige Samen schon gekeimt sind und andere noch nicht? Manche setzen die Keimlinge dann kühler, damit sie nicht so schnell weiterwachsen. Ich schaue in ein Schälchen: Viele sind schon da, andere fangen gerade erst an.
Die Keimlinge sind noch klein genug, und das Licht ist hell genug. Deshalb lasse ich sie alle an ihrem Platz und gebe den Nachzüglern Zeit. Wenn das Licht bei euch nicht reicht, könnt ihr die einzelnen Pflanzen vorsichtig herauspikieren oder zusätzlich Licht geben. Oder ihr stellt sie einfach kühler.
Es hängt auch davon ab, wie viele Pflanzen ihr am Ende überhaupt haben wollt. Das müsst ihr individuell entscheiden. Eine Etage tiefer stehen die Gemüsezwiebeln wie eine Eins. Davor der Salat, dessen zweite Platte schon ins Gewächshaus umgezogen ist, die andere folgt in Kürze.
Ganz unten seht ihr den Blumenkohl und den Spitzkohl, dazu den roten Eichblattsalat aus unserem Versuch. Und überall in den Aussatschalen lautes Rufen: „Pikier mich! Pikier mich! “ Das höre ich deutlich.
Besonders dringend ist es beim Wsing Früh. Der ist wirklich letzte Eisenbahn. Mit einem kleinen Trick löse ich vorsichtig eine Pflanze aus der Schale. Wichtig ist, sie an den Blättern anzufassen.
Wenn ein Blatt abreißt, ist das nicht schlimm. Bricht aber der Stiel, ist die Pflanze hin. Ich lege das Pflänzchen in meine Hand und setze es mit viel Gefühl bis zu dieser Stelle in die Erde. Das ist das Schöne am Pikieren.
Ein paar Tage wird es brauchen, bis es sich erholt hat, aber danach wächst es kräftig weiter. Ich suche mir die schönsten Pflanzen aus und schaue, wie viele Plätze ich habe. Wenn etwas übrig bleibt, kann ich es essen oder noch einpflanzen. Oder es wieder zur Außerde werden lassen.
Kleiner Spaß. Die Frage nach der richtigen Erde ist mir wichtig. Solange wir drinnen arbeiten, nehmen wir gesiebte und gedämpfte Aussaterde. Das hat sich bewährt, damit habe ich weniger Ärger.
Wer es kleiner möchte, kann sich auch einen Dampftopf zulegen. Die erste Pflanze ist drin. Ich gieße von oben an, damit sich die Wurzeln gut einschlämmen und die Pflanze besser anwachsen kann. Bei unserem frühen Blumenkohl, den wir schon pikiert haben, ist eine Platte etwas blass und gelblich geworden.
Den behalte ich als Starkzehrer besonders im Blick und dünge ihn gegebenenfalls mit einer halben Dosis Flüssigdünger nach. Die Platte stelle ich direkt unter die Pflanzenleuchte, dann hole ich eine Multitopfplatte für das nächste Gemüse. Es gibt noch mehr Kohlpflanzen, die pikierwillig sind. Noch einige Versingplatten, Kurabi und andere Sorten.
Das machen wir ohne Video weiter, langweilig soll es ja nicht werden. Als Nächstes kommt der Salat. Dafür nehme ich die kleineren Töpfchen, die schon vorbereitet sind. Auch hier rufen die Pflanzen: „Pikier mich bitte!
“ Ich löse sie vorsichtig heraus und fasse sie wieder nur am Blattwerk an. Beim Salat ist besonders wichtig, dass ich ihn nicht tiefer einsetze als bis zu dieser Stelle. Wenn das Herz in der Erde steckt und Feuchtigkeit bekommt, wächst sie nicht weiter und die Ernte fällt aus. Also wirklich Fingerspitzengefühl.
Auch die Salate gieße ich nach dem Pikieren mit Wasser und effektiven Mikroorganismen an. Der Lattig, den ich hier pikieren, ist eine unserer neuen Sorten, besonders gut für den Herbst. Der rote Eichblattsalat ist der andere im Salatbereich. Und hier die gute Nachricht: Für Salat ist es weder zu früh noch zu spät.
Ihr könnt mit der monatlichen bunten Salatplatte starten. Wenn ihr Pflanzen jetzt pikiert, sind sie optimal für die Pflanzung im geschützten Bereich. Nicht jeder hat ein Gewächshaus oder einen Folientunnel. Das ist nicht schlimm, man kann sich selbst einen bauen.
Wir haben früher zum Beispiel Planwagen-Tunnel auf unseren Hochbeeten gehabt, mit biegbaren Elektroinstallationsrohren oder Weidenruten. Einfach Bögen bauen, eine Abdeckung drüber, fertig ist der geschützte Bereich. Wer jetzt Salat frisch aussät, kann ihn auch direkt ins Freiland pflanzen. Die monatliche bunte Salatplatte ist auf jeden Fall ein Ziel.
Ich bin gespannt, wie sich der Lattig hier macht. Unter die Leuchte damit. Da stehen noch acht Sorten Salat, die pikiert werden wollen. Und auch wenn es vielleicht utopisch klingt: Ich freue mich darauf, besonders auf die bunte Salatschüssel danach.
Im Geodom, unserem Kuppelgewächshaus, ernten wir gerade Feldsalat, Postelein und andere Salate. Frisches Grünzeug das ganze Jahr über, so soll es sein. Wer mehr zum Thema Hochbeet sehen möchte, findet dazu Videos. Hier habe ich noch die dicken Bohnen, die wir zusammen ausgesät haben.
Und wie man sieht: Man sieht nichts. Noch ist nichts passiert. Wir haben noch eine ganze Menge zu pikieren, Salate, Kohlpflanzen. Nicht zu vergessen die Chili-Pflanzen, die so aussehen.
Gleiches Prozedere, nur dass wir sie nicht in Multitopfplatten setzen, sondern in einzelne kleine Töpfchen. Die sehen schon richtig schön aus. Und keine Sorge, wenn ihr jetzt noch Paprika und Auberginen aussäen wollt: Das ist völlig unproblematisch im März. Für Chili ist es ein bisschen spät, aber Paprika und Auberginen haben noch Zeit.
Lasst euch nicht von dieser Vielfalt hier verschrecken. Hat es euch Spaß gemacht? War es interessant? Dann gebt uns gerne einen Daumen nach oben und teilt das Video.
Über eure Rückmeldungen in den Kommentaren freuen wir uns wie immer. Und jetzt gibt es hier oben noch die Playlist zum Thema Hochbeete. Ich vermisse sie ein bisschen. Irgendwann werden sie kommen, gemauert in Steinoptik, passend zu unserem Haus und Hof.
Unten wartet ein weiteres spannendes Gartenvideo auf euch. Macht eure Gärten richtig schön bunt und bis zum nächsten Mal bei uns im Garten Gemüsekiosk.


