Das ist unfassbar! Wo war Mark S. 3 Monate lang – und welches Geheimnis birgt DIESES DUNKLE VERSTECK?

Das ist unfassbar! Wo war Mark S. 3 Monate lang – und welches Geheimnis birgt DIESES DUNKLE VERSTECK?

Es ist ein Bild, das niemand vergessen wird, der es gesehen hat. Ein 17-jähriger Junge, nur noch ein Schatten seiner selbst, liegt tot in den Ästen eines Baumes in einem Hintergarten in Mönchengladbach. Drei Monate lang blieb seine Leiche dort unentdeckt, versteckt im Geäst, während das Leben um ihn herum weiterging.

Mark S. , der als 14-Jähriger den Mord an seiner Mutter durch seinen eigenen Vater überlebte, ist gestorben. Einsam, verfroren und vergessen.

Sein Tod ist das tragische Ende einer Kette von Ereignissen, die ihresgleichen sucht. Es begann an einem kalten Januarmorgen im Jahr 2014. Mark war damals 14 Jahre alt, als der letzte, tödliche Streit seiner Eltern eskalierte.

Sein Vater, Manfred S. , hatte getrunken, wie so oft. Er stand vor der verschlossenen Wohnungstür, seine Frau ließ ihn nicht herein.

Was dann geschah, ist ein Albtraum aus Gewalt und Verzweiflung.

Manfred S. zwang sich Zugang zur Wohnung. Er zog seine Frau auf seinen Schoß, wollte sie küssen, fragte, ob sie ihn noch liebe.

Sie sagte nein. In diesem Moment griff er nach einem Küchenmesser und stach zu. Mark, der im Nebenzimmer war, hörte die Schreie seiner Mutter.

Er rannte herbei und sprang seinem Vater auf den Rücken, um die Angriffe zu stoppen. Der Vater schleuderte ihn zu Boden, direkt auf die am Boden liegende Mutter.

Doch Mark gab nicht auf. In einem Akt beispiellosen Mutes schlug er seinem Vater das Messer aus der Hand. Manfred S.

rannte in die Küche, um weitere Waffen zu holen. Mark folgte ihm, versuchte ihn einzusperren. Es gelang ihm nicht.

Der Vater kehrte zu seiner reglosen Frau zurück. Mark, selbst schwer verletzt, floh aus der Wohnung und rannte in ein benachbartes Versicherungsbüro.

Dort fand Tobias Nix, ein Angestellter, den blutüberströmten Jungen vor. “Er hat aus dem Hals geblutet. Er hat aus dem Oberkörper geblutet und er hat nach Hilfe gerufen”, erinnert sich Nix.

Mark trug ein weißes T-Shirt, das vollständig rot gefärbt war. Die Polizei traf ein, und auch der Chef des Büros, Athanassios Angelis, eilte zur Hilfe. “Hier lag Blut auf dem Boden.

Der Junge saß in sich zusammengekehrt auf der Toilette”, schildert Angelis die Szene.

Während Mark versorgt wurde, eskalierte die Situation vor der Tür. Der Vater stand mit einem Messer und einem Beil bewaffnet im Hausflur. Die Polizei versuchte, ihn zu beruhigen, doch er ließ sich nicht entwaffnen.

Pfefferspray half nicht. Er zog sich in die Wohnung zurück. Als die Beamten ihm folgten, griff er sie an.

Sie feuerten mehrere Schüsse auf den 54-Jährigen ab, verletzten ihn schwer, aber nicht tödlich.

Mark überlebte die Messerattacke nur knapp. Im Krankenhaus kämpften die Ärzte um sein Leben. “Die Sanitäter haben ganz lange versucht, eine Vene bei ihm zu finden.

Er war total abgemagert und so dünn”, erinnert sich Angelis. Die Verletzungen waren lebensbedrohlich. Nur Zentimeter tiefer, und der Stich hätte ihn getötet.

Im anschließenden Prozess musste Mark gegen seinen eigenen Vater aussagen. Der ehemalige Richter Lothar Beckers erinnert sich: “Mark war sehr zurückhaltend. Es hat ihn sichtlich belastet.

Er stand zwischen seinem Vater und seiner toten Mutter.” Der Vater selbst bestätigte schließlich die Aussage seines Sohnes. Manfred S.

wurde wegen Totschlags an seiner Frau und versuchten Mordes an seinem Sohn verurteilt.

Doch das Ende der Geschichte war nicht der Prozess. Mark wurde von Schuldgefühlen geplagt. Er gab sich selbst die Schuld, seine Mutter nicht gerettet zu haben.

Eine posttraumatische Belastungsstörung wurde diagnostiziert. Er konnte nicht mehr in geschlossenen Räumen sein. Er floh auf die Straße, kletterte auf Bäume und Flachdächer.

Das Jugendamt versuchte, ihm zu helfen, doch er lehnte jede Hilfe ab.

Drei Jahre lang lebte Mark auf der Straße. Er trug sieben Jacken übereinander, wickelte seine Füße in Alufolie und Plastiktüten, um sich gegen die Kälte zu schützen. Er band sich mit Bändern an Ästen fest, um nicht herunterzurutschen.

Streetworker hielten Kontakt zu ihm, boten ihm warme Schlafplätze an. Er wollte nicht. “Er wollte einfach nur weg von den Menschen”, sagt ein Beamter.

Ende Januar 2017 kletterte Mark ein letztes Mal auf eine Eibe in einem Hintergarten in Mönchengladbach. Dort starb er. Ob an Unterkühlung oder an einer Vergiftung, konnte nie geklärt werden.

Seine Leiche wurde erst drei Monate später entdeckt, zufällig, von einem Anwohner.

“Wir haben hier mit zwei Mann versucht, eine Seele zu retten”, sagt Athanassios Angelis, der Mark damals im Büro half. “Und dann, drei Jahre später, zu hören, mitten in einer Großstadt, erfriert ein Junge. Wozu?

Warum? Dem hätte man doch helfen müssen!” Seine Stimme zittert.

“Einfach nur schade um diese Seele, die so viel mitgemacht hat, um auf einem Baum zu sterben.”

Der Baum, auf dem Mark starb, steht in einer Wohnsiedlung. “In meiner Vorstellung war es ein Baum mitten im Nirgendwo”, sagt ein Reporter, der den Fall recherchierte. “Als ich dann gesehen habe, dass das ein Baum in einer Wohnsiedlung war, hat mich das echt überrascht.

Da tobt das Leben. Viele Menschen gehen vorbei. Der Junge wurde wirklich lange nicht entdeckt.”

Die Frage bleibt: Hätte jemand hochsehen müssen?