SIE WOLLTE EINEN MANN NUR FÜR EINE NACHT – DOCH AUSGERECHNET DIESER FREMDER WURDE DER MANN, DEN SIE NICHT MEHR VERGESSEN KONNTE

„Du hast unseren Jahrestag vergessen!“

Trixie Mia Santiago hielt das Telefon zwischen Schulter und Ohr, während sie gleichzeitig versuchte, den Deckel ihrer Kaffeetasse aufzuschrauben.

„Nein, hör mir zu. Es geht nicht um Blumen.“

Eine männliche Stimme antwortete am anderen Ende.

Trixie verdrehte die Augen.

„Natürlich geht es nicht um Blumen! Es geht darum, dass du seit gestern Morgen so tust, als wäre heute irgendein Dienstag.“

Aus der Küche kam ihre ältere Schwester Trina.

„Ist er immer noch dran?“

Trixie hob einen Finger.

„Leider.“

Trina stellte eine Schale Obst auf den Tisch und setzte sich.

Ihre Mutter kam hinter ihr aus der Küche.

„Wer streitet schon vor sieben Uhr morgens?“

„Deine jüngste Tochter.“

Trixie legte eine Hand über das Mikrofon.

„Ich streite nicht.“

Trina lachte.

„Du führst nur ein sehr lautes Friedensgespräch.“

Trixie sah sie warnend an.

Dann sprach sie wieder ins Telefon.

„Weißt du was? Vergiss es.“

Pause.

„Nein. Vergiss nicht den Jahrestag. Vergiss einfach mich.“

Sie legte auf.

Stille.

Ihre Mutter sah sie an.

„Schon wieder?“

Trixie setzte sich.

„Schon wieder was?“

„Ein Mann.“

„Das klingt, als hätte ich eine Krankheit.“

Trina nahm eine Weintraube.

„Bei deiner Auswahl manchmal schon.“

Trixie warf ihr eine Serviette zu.

„Ich habe keine schlechte Auswahl.“

„Dein letzter Freund hat deinen Geburtstag vergessen.“

„Einmal.“

„Zweimal.“

„Das zweite Mal waren wir schon getrennt.“

„Noch schlimmer.“

Ihre Mutter seufzte.

„Trixie, du bist vierundzwanzig.“

„Danke. Ich hatte Angst, ich hätte es über Nacht vergessen.“

„Du musst nicht jeden Mann wegwerfen, sobald etwas schwierig wird.“

Trixie verschränkte die Arme.

„Männer werfen sich meistens selbst weg. Ich helfe nur beim Müll.“

Trina verschluckte sich fast an ihrer Traube.

„Du bist furchtbar.“

„Aber effizient.“

Ihre Mutter setzte sich.

„Was willst du eigentlich?“

Trixie antwortete sofort.

„Ein Kind.“

Beide Frauen verstummten.

Trina legte langsam die Traube zurück.

„Was?“

„Ein Kind.“

Die Mutter blinzelte.

„Mit wem?“

„Das ist der unwichtige Teil.“

Trina starrte ihre Schwester an.

„Ich habe Angst vor der Richtung dieses Gesprächs.“

Trixie trank Kaffee.

„Ich möchte irgendwann Mutter werden.“

„Gut.“

„Aber ich möchte keine Beziehung.“

„Nicht gut.“

„Warum?“

Die Mutter hob beide Hände.

„Weil Menschen normalerweise nicht einfach Kinder bekommen, ohne über den Vater nachzudenken.“

Trixie lehnte sich zurück.

„Ich brauche keinen Ehemann.“

Trina begann zu lachen.

„Oh Gott.“

„Was?“

„Du hast wirklich einen Plan.“

Trixie lächelte.

Das war Bestätigung genug.

„Trixie.“

Ihre Mutter klang jetzt alarmiert.

„Was hast du vor?“

Trixie stellte ihre Tasse hin.

„Ich finde einen gesunden, intelligenten Mann.“

Trina legte den Kopf auf den Tisch.

„Bitte nicht.“

„Ich bezahle ihn.“

Trina hob den Kopf wieder.

„Du bezahlst einen Mann?“

„Für eine Nacht.“

Ihre Mutter schlug die Hand vor den Mund.

„Jesus, Maria und Josef.“

Trixie zuckte mit den Schultern.

„Es ist praktisch.“

„Es ist verrückt!“

„Nein. Verrückt ist, zwanzig Jahre lang einen Mann zu ertragen, nur weil man ein Kind wollte.“

Trina schüttelte den Kopf.

„Du leitest ein Unternehmen. Du bist nicht auf einem Online-Marktplatz.“

„Genau deshalb kann ich mir das leisten.“

Ihre Mutter sah sie entsetzt an.

„Und was sagst du dem Kind später?“

Trixies Gesicht wurde ernster.

„Dass es gewollt war.“

„Und der Vater?“

„Nicht Teil der Geschichte.“

„Kinder sind keine Geschäftsverträge.“

„Ich weiß.“

„Nein.“

Ihre Mutter zeigte auf sie.

„Du glaubst, weil du Geld hast, kannst du alles kontrollieren.“

Trixie erwiderte ruhig:

„Nein. Gerade weil ich gelernt habe, dass man Männer nicht kontrollieren kann, möchte ich sie aus der Gleichung entfernen.“

Trina sah sie lange an.

„Du hast wirklich aufgegeben.“

Trixie nahm wieder ihre Tasse.

„Nein.“

Sie trank einen Schluck.

„Ich habe optimiert.“

Trixie war gut darin, Dinge zu kontrollieren.

Budgets.

Mitarbeiter.

Verträge.

Deadlines.

Als Geschäftsführerin eines großen Handelsunternehmens war sie daran gewöhnt, dass Menschen ihre Entscheidungen ernst nahmen.

Liebe war das Einzige, das sich nie an Pläne hielt.

Vielleicht hasste sie sie deshalb.

Am Freitagabend verließ sie das Büro später als alle anderen.

Normalerweise wäre sie direkt nach Hause gefahren.

Stattdessen hielt sie vor einer Bar.

Sie wusste selbst nicht warum.

Vielleicht wollte sie ein Glas Wein.

Vielleicht einfach dreißig Minuten lang niemandes Tochter, Schwester oder Chefin sein.

Sie setzte sich an die Bar.

„Rotwein“, sagte sie.

„Welchen?“

„Den stärksten.“

Der Barkeeper lächelte.

„So funktioniert Wein nicht.“

„Dann den teuersten.“

„So schon eher.“

Eine männliche Stimme neben ihr sagte:

„Interessante Methode.“

Trixie sah zur Seite.

Der Mann war vermutlich Ende zwanzig.

Groß.

Dunkles Haar.

Sauberes weißes Hemd.

Kein Ring.

Leider ziemlich attraktiv.

Trixie sah wieder nach vorne.

„Habe ich Sie gefragt?“

„Nein.“

„Gut.“

„Sie sehen aus, als hätten Sie einen schlechten Tag.“

Trixie drehte sich zu ihm.

„Und Sie sehen aus, als würden Sie Gespräche beginnen, die Sie nichts angehen.“

Der Mann lächelte.

„Ezekiel.“

„Das ist schön für Sie.“

Er lachte.

„Und Sie?“

„Nicht interessiert.“

„Das ist kein Name.“

„Heute schon.“

Der Barkeeper stellte ihr das Glas hin.

Ezekiel nahm seins.

„Dann auf Nicht Interessiert.“

Trixie ignorierte ihn.

Aber sie bemerkte, dass er nicht noch einmal versuchte, sie anzusprechen.

Das gefiel ihr wider Erwarten.

Eine Stunde später klingelte ihr Telefon.

Trina.

Trixie sah auf das Display und seufzte.

Dann sah sie durch das Fenster der Bar.

Draußen stand tatsächlich ihre Schwester.

Neben ihr Nico.

Und einige Meter entfernt erkannte Trixie ausgerechnet den Mann, mit dem Trina vor Jahren eine komplizierte Geschichte gehabt hatte.

„Oh nein.“

Sie griff nach ihrer Tasche.

Ezekiel stand gerade auf.

„Flucht?“

„Privatsache.“

„Natürlich.“

Trixie ging durch einen Seitenausgang.

Auf dem Parkplatz hörte sie Trinas Stimme.

„Trixie?“

Sie duckte sich instinktiv.

Vor ihr stand ein schwarzer SUV.

Die hintere Tür war nicht abgeschlossen.

Trixie dachte nicht nach.

Sie öffnete sie.

Stieg ein.

Und legte sich auf den Rücksitz.

„Das ist lächerlich“, murmelte sie.

Draußen gingen Schritte vorbei.

Sie wartete.

Eine Minute.

Zwei.

Fünf.

Der Wein, der lange Tag und die weichen Ledersitze taten den Rest.

Trixie schlief ein.

Als sie wieder die Augen öffnete, bewegte sich das Auto.

Sie schoss hoch.

„Was zum—“

Der Fahrer sah in den Rückspiegel.

„Ah.“

Trixie erstarrte.

Ezekiel.

„Sie?!“

„Das wollte ich gerade sagen.“

„Wo fahren Sie hin?“

„Nach Hause.“

„Warum bin ich in Ihrem Auto?“

Ezekiel hob eine Augenbraue.

„Ausgezeichnete Frage.“

Trixie sah sich hektisch um.

„Halten Sie an.“

„Wir sind auf der Schnellstraße.“

„Dann nehmen Sie die nächste Ausfahrt.“

„Gern.“

Sie setzte sich richtig hin.

„Ich bin eingeschlafen.“

„Das habe ich bemerkt.“

„Warum haben Sie mich nicht geweckt?“

„Ich wusste nicht, dass jemand auf meinem Rücksitz liegt.“

Trixie schloss die Augen.

„Natürlich.“

Ezekiel grinste.

„Sie haben einen interessanten Abend.“

„Kein Wort.“

„Ich sage nichts.“

„Und hören Sie auf zu lächeln.“

„Das kann ich nicht versprechen.“

Es war spät.

Sehr spät.

Trixie wollte keinen weiteren Streit zu Hause.

Ezekiel bot ihr schließlich die Couch in seiner Wohnung an.

„Nur schlafen“, sagte sie sofort.

„Das war auch mein Vorschlag.“

„Gut.“

„Sie klingen enttäuscht.“

Trixie warf ihm einen Blick zu.

„Sie sind ziemlich selbstbewusst.“

„Sie sind ziemlich defensiv.“

„Sie kennen mich nicht.“

„Stimmt.“

Sie betraten die Wohnung.

Modern.

Sauber.

Zu sauber für einen alleinstehenden Mann, dachte Trixie.

„Haben Sie eine Freundin?“

Ezekiel stellte seine Schlüssel ab.

„Plötzlich neugierig?“

„Ich will nur nicht morgen von einer Frau ermordet werden.“

„Keine Freundin.“

„Verlobte?“

„Nein.“

„Frau?“

„Auch nicht.“

Trixie nickte.

„Gut.“

Ezekiel sah sie an.

„Das klang verdächtig erleichtert.“

Trixie rollte mit den Augen.

„Wo ist die Couch?“

Er zeigte ins Wohnzimmer.

Sie ging hin.

Dann blieb sie stehen.

Ezekiel zog seine Uhr aus.

Trixie beobachtete ihn.

Er bemerkte es.

„Was?“

„Nichts.“

„Sie starren.“

„Tue ich nicht.“

„Doch.“

Trixie verschränkte die Arme.

„Sie sind ziemlich attraktiv.“

Ezekiel blinzelte.

„Das kam unerwartet.“

„Gewöhnen Sie sich nicht daran.“

Er lachte.

Trixie sah ihn noch einen Moment an.

Dann sagte Ezekiel:

„Soll ich Sie jetzt küssen?“

Sie hob eine Augenbraue.

„Wollen Sie?“

„Ja.“

Trixie trat einen Schritt näher.

„Dann küssen Sie mich.“

Er tat es.

Und alles, was Trixie seit Jahren über Kontrolle glaubte, hielt ungefähr drei Sekunden.

Am nächsten Morgen roch es nach Kaffee und Eiern.

Trixie zog sich an, bevor Ezekiel zurück ins Schlafzimmer kam.

„Frühstück.“

„Nein.“

„Guten Morgen wäre auch möglich.“

„Guten Morgen.“

„Besser.“

Sie nahm ihre Tasche.

„Ich muss gehen.“

Ezekiel sah sie an.

„Du könntest wenigstens essen.“

„Keine Zeit.“

„Wie heißt du?“

Trixie hielt inne.

„Nicht wichtig.“

„Ich glaube schon.“

„Wir sehen uns sowieso nie wieder.“

Ezekiel lehnte sich gegen die Tür.

„Ziemlich endgültig.“

„So funktioniert das.“

„Was genau?“

Sie sah ihn an.

„Letzte Nacht.“

„Ah.“

„Kein 𝒹𝓇𝒶𝓂𝒶.“

„Kein 𝒹𝓇𝒶𝓂𝒶.“

„Keine Nachrichten.“

„Okay.“

„Keine Gefühle.“

Ezekiel grinste.

„Du hast wirklich Regeln für alles.“

„Deshalb funktioniert mein Leben.“

„Offenbar.“

Trixie öffnete die Tür.

Ezekiel sagte:

„Nicht Interessiert.“

Sie drehte sich um.

„Was?“

„Falls ich deinen Namen nie erfahre.“

Sie musste gegen ihren Willen lächeln.

Dann ging sie.

Zu Hause wartete ein Tribunal.

Trina auf dem Sofa.

Ihre Mutter im Sessel.

Beide sahen gleichzeitig auf.

„Wo warst du?“

Trixie zog die Schuhe aus.

„Bei Erla.“

Trina verengte die Augen.

„Erla war gestern mit mir.“

Trixie hielt inne.

„Später.“

„Nein.“

„Dann bei einer anderen Erla.“

„Trixie!“

Ihre Mutter stand auf.

„Wir haben uns Sorgen gemacht.“

Trixie hob beide Hände.

„Ich bin vierundzwanzig.“

„Und offenbar schlecht im Lügen“, sagte Trina.

Trixie ging Richtung Treppe.

„Ich bin müde.“

„War er hübsch?“

Trixie blieb stehen.

Langsam drehte sie sich um.

Trina grinste.

„Ich wusste es.“

„Du weißt gar nichts.“

„Du läufst.“

„Und?“

„Du läufst nur weg, wenn ich recht habe.“

Trixie ging weiter.

„Gute Nacht.“

Ihre Mutter rief:

„Es ist neun Uhr morgens!“

„Dann guten Morgen.“

Zwei Tage später klingelte ihr Telefon.

Unbekannte Nummer.

„Hallo?“

„Nicht Interessiert.“

Trixie erstarrte.

„Wer ist da?“

„Sehr überzeugend.“

„Ezekiel?“

„Aha. Du erinnerst dich.“

„Woher hast du meine Nummer?“

„Von deinem Telefon.“

„Was?“

„Du hast geschlafen.“

„Du bist wahnsinnig.“

„Nur organisiert.“

„Lösch sie.“

„Warum?“

„Weil ich es sage.“

„Bist du immer so freundlich?“

„Ja.“

Pause.

Dann sagte Ezekiel:

„Übrigens stehe ich vor deinem Haus.“

Trixie sprang auf.

„WAS?“

Sie rannte zum Fenster.

Niemand.

Ezekiel lachte.

„Du Idiot!“

„Jetzt weiß ich wenigstens, dass du mich nicht völlig vergessen hast.“

„Ich blockiere dich.“

„Dann muss ich kreativ werden.“

„Auf Wiedersehen.“

„Trixie.“

Sie hielt inne.

„Woher kennst du jetzt meinen Namen?“

„Dein Telefon.“

„Ich hasse dich.“

„Das ging schnell.“

Sie legte auf.

Und blockierte ihn.

Eine Woche später saß sie mit Erla beim Mittagessen.

„Du hast wirklich mit einem Fremden geschlafen?“

„Sprich leiser.“

Erla beugte sich vor.

„Du.“

„Ja.“

„Miss Ich-Brauche-Keinen-Mann.“

„Ja.“

„Mit einem Mann, dessen Nachnamen du nicht kanntest.“

„Ich kannte seinen Vornamen.“

Erla starrte sie an.

„Romantisch.“

„Es war nicht romantisch.“

„Wie war es?“

Trixie sah sie an.

Erla grinste.

„Okay. Diese Antwort reicht.“

Trixie nahm ihr Glas.

„Ich bereue es.“

„Warum?“

„Weil es dumm war.“

„Oder weil du ihn mochtest?“

„Nein.“

„Sicher?“

„Absolut.“

Erla nickte langsam.

„Dann hast du natürlich nichts dagegen, wenn er dich findet.“

Trixie wurde still.

Erla lachte.

„Genau.“

Eine Woche später hatte Trina Geburtstag.

Das Haus war voller Menschen.

Trixie half ihrer Mutter in der Küche.

„Wann kommt Nico?“

„Bald.“

Trina kam herein.

„Mein Chef kommt auch.“

Trixie stellte die Schüssel ab.

„Wer?“

„Mein Chef.“

„Warum?“

„Weil ich ihn eingeladen habe.“

„Seit wann lädt man Chefs zu Familiengeburtstagen ein?“

Trina zuckte mit den Schultern.

„Er ist nett.“

Die Türklingel ertönte.

„Das muss er sein.“

Trixie nahm einen Schluck Wasser.

Trina lief zur Tür.

Eine Minute später hörte Trixie eine Stimme aus dem Flur.

„Happy Birthday.“

Das Glas blieb auf halbem Weg zu ihrem Mund stehen.

Nein.

Unmöglich.

Sie ging langsam Richtung Tür.

Und sah ihn.

Ezekiel.

Dunkles Hemd.

Geschenk in der Hand.

Lächelnd.

Dann sah er sie.

Sein Lächeln verschwand.

Für eine Sekunde.

Dann kam es doppelt zurück.

„Nicht Interessiert.“

Trixies Mutter sah sie an.

„Ihr kennt euch?“

„Nein.“

Ezekiel sagte gleichzeitig:

„Ja.“

Trixie funkelte ihn an.

Trina sah zwischen beiden hin und her.

„Oh.“

„Kein Oh“, sagte Trixie.

Ezekiel grinste.

„Interessanter Abend.“

Er fand sie zwanzig Minuten später auf der Terrasse.

„Du hast mich blockiert.“

Trixie drehte sich nicht um.

„Offensichtlich.“

„Das war unhöflich.“

„Dass du meine Nummer genommen hast, auch.“

„Fair.“

„Warum bist du hier?“

„Trina arbeitet für mich.“

Trixie drehte sich um.

„Du bist ihr Chef?“

„Ja.“

„Natürlich.“

„Warum natürlich?“

„Weil das Universum mich hasst.“

Ezekiel lachte.

„Ich nicht.“

„Das macht es schlimmer.“

Er trat näher.

„Warum läufst du vor mir weg?“

„Ich laufe nicht.“

„Du bist buchstäblich auf die Terrasse geflohen.“

„Hier ist frische Luft.“

„Drinnen auch.“

„Nicht genug.“

Ezekiel sah sie an.

„Ich wollte dich wiedersehen.“

Trixie schwieg.

„Das macht dir Angst.“

„Nein.“

„Doch.“

„Du bist sehr anstrengend.“

„Aber hübsch.“

Trixie musste lächeln.

Sie hasste sich dafür.

Später, kurz bevor Ezekiel ging, stand er neben ihr an der Tür.

„Mein Akku ist bei achtundneunzig Prozent.“

Trixie sah ihn verwirrt an.

„Was?“

„Achtundneunzig.“

„Und?“

„Es fehlen zwei Prozent.“

„Dann lad dein Telefon.“

Ezekiel beugte sich vor.

Küsste sie schnell auf die Wange.

„Jetzt voll.“

Trixie starrte ihn an.

Er ging.

Trina stand drei Meter entfernt.

„Oh mein Gott.“

Trixie zeigte auf sie.

„Kein Wort.“

„OH MEIN GOTT.“

Am Montag standen zwölf rote Rosen auf Trixies Schreibtisch.

Die ganze Abteilung wusste innerhalb von drei Minuten davon.

Erla kam herein.

„Von wem?“

Trixie zog die Karte heraus.

Für die fehlenden zwei Prozent. – E

Erla grinste.

„Du bist erledigt.“

„Ich werfe sie weg.“

„Natürlich.“

Trixie stellte sie ans Fenster.

„Später.“

Sie blieben dort zwei Wochen.

Irgendwann antwortete sie auf seine Nachrichten.

Erst selten.

Dann täglich.

Dann nachts.

Ezekiel brachte sie zum Lachen.

Das war gefährlich.

Noch gefährlicher war, dass er ihr zuhörte.

Nicht nur auf Antworten wartete.

Er erinnerte sich an Dinge.

An ihre Lieblingsmusik.

An die Sorte Kaffee, die sie bestellte.

An ein Projekt, über das sie nur einmal gesprochen hatte.

Trixie begann zu denken, dass vielleicht nicht jeder Mann enttäuschen musste.

Und genau in diesem Moment tauchte Mira auf.

Mira war wunderschön.

Das war das Erste, was Trixie dachte, als sie ihren Namen zum ersten Mal hörte.

Das Zweite war, dass sie sie sofort nicht mochte.

Der Anruf kam spät am Abend.

Ezekiels Nummer.

Trixie nahm ab.

„Hallo?“

Eine Frauenstimme.

„Wer ist da?“

Trixie setzte sich auf.

„Wer sind Sie?“

Die Frau lachte.

„Ich könnte dasselbe fragen.“

Im Hintergrund hörte Trixie eine Tür.

„Wo ist Ezekiel?“

„Duschen.“

Trixies Herz blieb stehen.

„Wer sind Sie?“

„Mira.“

Pause.

„Wir sind gerade im selben Zimmer.“

Trixie legte auf.

Blockierte Ezekiel.

Wieder.

Diesmal mit zitternden Händen.

Am nächsten Morgen stand er vor ihrem Haus.

„Trixie!“

Sie wollte die Tür schließen.

Ezekiel hielt sie auf.

„Hör mir zu.“

„Geh.“

„Mira hat mein Telefon genommen.“

„Natürlich.“

„Sie war plötzlich bei mir.“

„Natürlich.“

„Sie ist eine alte Freundin.“

Trixie lachte kalt.

„Noch besser.“

„Ich habe ihr vor zwei Jahren gesagt, dass ich Gefühle für sie habe.“

Trixie erstarrte.

„Aha.“

„Sie hat mich abgewiesen.“

„Und jetzt schläft sie in deinem Zimmer.“

„Nein!“

„Ich will das nicht hören.“

„Es ist nichts passiert.“

„Ich kenne dich kaum.“

„Dann lern mich kennen.“

„Warum? Damit ich herausfinde, welche Frau nächste Woche dein Telefon beantwortet?“

Ezekiel schloss kurz die Augen.

„Du suchst einen Grund, mir nicht zu vertrauen.“

„Vielleicht gibst du mir genug.“

Sie schloss die Tür.

Bei Trixies Geburtstagsfeier im Square View Hotel wurde alles schlimmer.

Mira erschien.

Uneingeladen.

Elegant.

Lächelnd.

Sie fand Trixie nahe der Bar.

„Also bist du sie.“

Trixie sah sie an.

„Und du bist offenbar schwer loszuwerden.“

Mira lächelte.

„Ezekiel hat Geschmack.“

„Was willst du?“

„Nur ehrlich sein.“

„Versuch es einmal.“

Miras Lächeln wurde dünner.

„Ezekiel und ich haben Geschichte.“

„Das weiß ich.“

„Nicht alles.“

Trixie schwieg.

Mira trat näher.

„Glaubst du wirklich, er hätte mich vergessen?“

„Ja.“

„Süß.“

„Was willst du sagen?“

Mira sah ihr direkt in die Augen.

„Dass du nicht die Erste bist, die in seinem Bett liegt.“

Trixies Gesicht wurde kalt.

„Und dass du vielleicht auch nicht die Letzte bist.“

Ezekiel kam gerade rechtzeitig, um Trixie weggehen zu sehen.

„Trixie!“

Er folgte ihr nach draußen.

„Warte.“

Sie drehte sich um.

„Nein.“

„Was hat sie gesagt?“

„Es spielt keine Rolle.“

„Natürlich spielt es eine Rolle.“

„Wir waren nie etwas.“

Der Satz traf ihn sichtbar.

„Was?“

„Wir waren nie zusammen.“

„Trixie.“

„Also schuldest du mir nichts.“

„Hör auf.“

„Und ich dir auch nicht.“

Ezekiel ging näher.

„Du weißt, dass das nicht stimmt.“

Ihre Augen füllten sich mit Tränen.

„Dann tun wir einfach so.“

„Warum?“

„Weil es leichter ist.“

„Für wen?“

Trixie schüttelte den Kopf.

„Lass mich frei.“

„Ich halte dich nicht fest.“

„Dann geh.“

Ezekiel blieb stehen.

Diesmal folgte er ihr nicht.

Wochen vergingen.

Trixie arbeitete.

Lächelte.

Aß mit ihrer Familie.

Behauptete, es gehe ihr gut.

Niemand glaubte ihr.

Ezekiel wiederum wurde im Büro unausstehlich.

Trina bemerkte es.

Alle bemerkten es.

Eines Tages ging sie in sein Büro.

„Du bist ein schlechter Chef geworden.“

Ezekiel sah auf.

„Danke.“

„Trixie ist auch unerträglich.“

Er blickte sofort hoch.

Trina lächelte.

„Interessant.“

„Wie geht es ihr?“

„Frag sie selbst.“

„Sie antwortet nicht.“

„Dann hast du ein Problem.“

„Danke, Trina.“

„Gern.“

Sie ging.

Der Unfall passierte an einem regnerischen Abend.

Erla fuhr.

Trixie saß neben ihr.

Sie stritten gerade darüber, ob Erla wirklich noch arbeiten sollte, obwohl sie schwanger war.

Dann kamen Scheinwerfer.

Eine Kreuzung.

Ein rutschendes Fahrzeug.

Bremsen.

Metall.

Dunkelheit.

Ezekiel erreichte das Krankenhaus weniger als vierzig Minuten später.

Trina hatte ihn angerufen.

Er wusste später nicht mehr, wie er hingefahren war.

Nur dass er rannte.

„Trixie Santiago.“

„Sind Sie Familie?“

„Ja.“

Die Antwort kam ohne Nachdenken.

„Sie wird untersucht.“

„Und Erla?“

„Stabil. Das Baby ebenfalls.“

Ezekiel schloss die Augen.

„Danke.“

Er setzte sich vor Trixies Zimmer.

Und blieb.

Stunde um Stunde.

Als Trixie aufwachte, war das Erste, was sie sah, Ezekiels Kopf auf dem Rand ihres Bettes.

Er schlief.

Eine Hand hielt ihre.

Trixie bewegte die Finger.

Ezekiel wurde sofort wach.

„Trixie.“

Seine Augen wurden rot.

„Hey.“

Ihre Stimme war schwach.

„Was machst du hier?“

„Eine ziemlich dumme Frage.“

Sie versuchte zu lächeln.

Dann begann sie zu weinen.

„Ich dachte…“

Ezekiel beugte sich näher.

„Was?“

„Ich dachte, wir sehen uns nie wieder.“

Sein Gesicht brach.

„Sag das nicht.“

„Es tut mir leid.“

„Nein.“

„Ich hätte dir zuhören sollen.“

„Es ist egal.“

„Nein.“

„Trixie.“

Er nahm ihr Gesicht vorsichtig zwischen beide Hände.

„Ich dachte, ich verliere dich.“

Seine Stimme zitterte.

„Ich glaube, ich würde sterben, wenn ich dich verliere.“

Trixie weinte stärker.

„Ezekiel.“

„Ich meine es.“

Sie schloss die Augen.

„Es tut mir leid.“

Er küsste ihre Stirn.

„Du bist hier.“

Dann flüsterte er:

„Das reicht.“

Mira kam zwei Tage später.

Trixie erkannte sie kaum.

Nicht weil sie körperlich schwer verletzt gewesen wäre, sondern weil sämtliche Selbstsicherheit verschwunden war.

Sie stand an der Tür.

„Kann ich reinkommen?“

Trixie sah Ezekiel an.

Er blieb still.

„Komm.“

Mira trat ein.

„Ich schulde dir eine Entschuldigung.“

Trixie sagte nichts.

„Ich habe gelogen.“

Ezekiel verschränkte die Arme.

Mira sah zu Boden.

„Zwischen Ezekiel und mir ist nichts passiert.“

Trixie schloss kurz die Augen.

„Warum?“

Mira begann zu weinen.

„Weil ich dachte, ich könnte ihn immer haben.“

Sie sah Ezekiel an.

„Vor zwei Jahren wollte er mich.“

Dann Trixie.

„Ich wollte ihn nicht.“

Ihre Stimme brach.

„Bis er jemand anderen wollte.“

Stille.

„Ich wollte nur beweisen, dass ich ihn noch kontrollieren kann.“

Trixie sah sie lange an.

„Und jetzt?“

Mira wischte sich über die Augen.

„Jetzt habe ich verstanden, dass ich Dinge zerstört habe, nur weil ich sie selbst nicht besitzen konnte.“

Trixie atmete langsam aus.

„Ich vergebe dir.“

Ezekiel sah überrascht zu ihr.

Mira ebenfalls.

„Aber“, sagte Trixie, „das bedeutet nicht, dass ich dich wieder in meinem Leben möchte.“

Mira nickte.

„Verstanden.“

Sie ging.

Trixie sah Ezekiel an.

„Was?“

„Du bist härter geworden.“

„Ich dachte, weicher.“

„Beides.“

Sie lächelte.

Nach ihrer Entlassung kam Ezekiel offiziell zum Haus der Santiagos.

Mit Blumen.

Und erstaunlich nervös.

Trixies Mutter saß ihm gegenüber.

Trina daneben.

Nico grinste im Hintergrund.

Ezekiel räusperte sich.

„Ich möchte um Erlaubnis bitten, Trixie offiziell den Hof zu machen.“

Trixie, die neben ihm saß, verdrehte die Augen.

„Wir leben nicht im Jahr 1950.“

Ihre Mutter hob eine Hand.

„Lass den Mann reden.“

Ezekiel lächelte nervös.

„Ich weiß, dass sie schwierig ist.“

„Hey.“

„Sehr.“

Trina lachte.

„Weiter.“

„Aber ich liebe sie.“

Jetzt wurde es still.

Trixies Mutter sah ihre Tochter an.

Dann Ezekiel.

„Behandle sie gut.“

„Das werde ich.“

„Und wenn nicht…“

Trina hob eine Augenbraue.

„Wir finden dich.“

Ezekiel nickte ernst.

„Verstanden.“

Trixie hielt sich die Stirn.

„Diese Familie ist peinlich.“

Ihre Mutter lächelte.

„Aber du liebst uns.“

Trixie sah Ezekiel an.

„Leider.“

Er nahm ihre Hand.

Monate später stand Trixie eines Morgens in der Küche und hielt sich die Nase zu.

„Was riecht so?“

Ihre Mutter drehte sich um.

„Frühstück.“

„Furchtbar.“

„Das ist dein Lieblingsgericht.“

„Heute nicht.“

Trina sah ihre Schwester an.

Dann ihre Mutter.

Beide Frauen wurden gleichzeitig still.

Trixie bemerkte es.

„Was?“

Ihre Mutter stellte langsam den Kochlöffel ab.

„Wann hattest du deine letzte Periode?“

Trixie erstarrte.

„Mama.“

„Wann?“

„Ich weiß nicht.“

Trina begann zu grinsen.

„Oh mein Gott.“

„Hör auf.“

„Trixie.“

„Nein.“

Zwei Stunden später saß sie in einer Klinik.

Drei Stunden später hielt sie ein Blatt Papier.

Drei Wochen schwanger.

Sie starrte die Ärztin an.

„Sind Sie sicher?“

„Ja.“

Trixie lachte.

Dann weinte sie.

Dann lachte sie wieder.

Ezekiel stand in seinem Büro, als sie hereinkam.

„Was machst du hier?“

Trixie schloss die Tür.

„Ich muss dir etwas sagen.“

Sein Gesicht wurde sofort ernst.

„Was ist passiert?“

Sie reichte ihm den Befund.

Er las.

Einmal.

Dann noch einmal.

Dann sah er zu ihr.

„Du bist schwanger?“

Trixies Augen füllten sich.

„Ja.“

Ezekiel sagte nichts.

Sie wurde nervös.

„Sag etwas.“

Er legte das Papier auf den Tisch.

Ging um den Schreibtisch.

Hob sie hoch.

„Ezekiel!“

Er lachte.

„Wir bekommen ein Baby!“

Trixie lachte unter Tränen.

„Setz mich runter!“

„Nein.“

„Ich bin schwanger, nicht aus Porzellan.“

„Unser Baby.“

„Ja.“

Er stellte sie vorsichtig hin.

Dann kniete er vor ihrem Bauch.

„Hallo.“

Trixie lachte.

„Es ist drei Wochen alt.“

„Hallo trotzdem.“

Sie strich ihm durch die Haare.

Und dachte an den Morgen vor vielen Monaten.

Ich will nur ein Kind.

Sie hatte genau das bekommen, was sie wollte.

Nur vollkommen anders, als sie geplant hatte.

Ezekiels siebenundzwanzigster Geburtstag fand im großen Ballsaal eines Hotels statt.

Familie.

Freunde.

Mitarbeiter.

Musik.

Trixie glaubte, es sei nur seine Feier.

Bis die Musik plötzlich leiser wurde.

Ezekiel nahm ein Mikrofon.

„Danke, dass ihr heute hier seid.“

Trixie sah Trina an.

Ihre Schwester grinste verdächtig.

„Was?“

Trina schüttelte den Kopf.

Ezekiel fuhr fort.

„Ich habe in den letzten Monaten gelernt, dass die wichtigsten Dinge im Leben meistens nicht geplant sind.“

Er sah zu Trixie.

Sie wurde blass.

„Oh nein.“

Der ganze Raum lachte.

Ezekiel ging auf sie zu.

„Ich habe eine Frau kennengelernt, die mir ihren Namen nicht sagen wollte.“

Noch mehr Gelächter.

Trixie hielt sich eine Hand vor das Gesicht.

„Die mich blockiert hat.“

Pause.

„Zweimal.“

Trina rief:

„Verdient!“

Trixie drehte sich um.

„Trina!“

Ezekiel lachte.

Dann wurde er ernst.

„Und trotzdem war sie die erste Frau, bei der ich nie wirklich gehen wollte.“

Er stand nun vor ihr.

„Trixie.“

Ihre Augen füllten sich.

„Du hast mir beigebracht, dass Liebe nicht bedeutet, keine Angst zu haben.“

Seine Stimme wurde weicher.

„Sondern jemanden trotzdem hereinzulassen.“

Dann ging er auf ein Knie.

Trixie schlug beide Hände vor den Mund.

Ihre Mutter begann sofort zu weinen.

Ezekiel öffnete eine kleine Schachtel.

„Trixie Mia Santiago.“

Pause.

„Willst du meine Frau werden?“

Trixie nickte bereits.

„Ja.“

Der Saal explodierte in Applaus.

Ezekiel lachte.

„Warte.“

„Was?“

Er stand noch immer auf einem Knie.

„Ich habe noch etwas.“

Er nahm wieder das Mikrofon.

„Und da wir heute offenbar sowieso Überraschungen verteilen…“

Trixie wusste sofort, was kam.

„Ezekiel.“

Er grinste.

„Trixie und ich werden Eltern.“

Ihre Mutter schrie.

Trina sprang auf.

Menschen klatschten.

Jocelyn? No, not in this story. Nico umarmte Trina. Erla, inzwischen deutlich schwanger, begann zu weinen.

Ezekiel steckte Trixie den Ring an.

Dann stand er auf.

„Jetzt darfst du mich küssen.“

Trixie hob eine Augenbraue.

„Willst du?“

Er lächelte.

„Ja.“

Sie legte die Arme um seinen Hals.

„Dann küss mich.“

Und er tat es.

Später stand Trixie mit Trina am Rand des Saals.

Ezekiel sprach mit ihrer Mutter.

Trixie legte eine Hand auf ihren noch völlig flachen Bauch.

„Weißt du, was verrückt ist?“

Trina trank Champagner.

„Du?“

„Sehr lustig.“

Trixie sah zu Ezekiel.

„Ich dachte wirklich, ich werde eine alte Jungfer.“

Trina grinste.

„Du bist vierundzwanzig.“

„Das ist nicht der Punkt.“

„Was ist der Punkt?“

Trixie lächelte.

„Ich wollte ein Kind, aber keinen Mann.“

„Und jetzt?“

Trixie betrachtete ihren Ring.

„Jetzt bekomme ich beides.“

Trina legte einen Arm um sie.

„Vielleicht hast du einfach den Jackpot gewonnen.“

Trixie lehnte den Kopf an ihre Schulter.

„Vielleicht.“

Ezekiel bemerkte sie und lächelte.

Trixie lächelte zurück.

Vor Monaten hatte sie geglaubt, Liebe sei ein Risiko, das kluge Menschen vermeiden sollten.

Sie hatte geglaubt, man könne Familie planen wie einen Geschäftsvertrag.

Den richtigen Zeitpunkt wählen.

Die Bedingungen festlegen.

Alle Risiken entfernen.

Aber das Leben hatte andere Pläne gehabt.

Es hatte ihr einen Fremden in einer Bar gegeben.

Ein falsches Auto.

Eine Nacht, die niemals wiederholt werden sollte.

Rosen.

Streit.

Eifersucht.

Tränen.

Einen Unfall.

Vergebung.

Und schließlich einen Mann, den sie nicht gesucht hatte.

Trixie legte eine Hand auf ihren Bauch.

Ezekiel kam zu ihr.

„Alles okay?“

„Ja.“

Er legte seine Hand über ihre.

„Baby okay?“

„Das Baby ist ungefähr so groß wie ein Samenkorn.“

„Unser Samenkorn.“

Trixie verdrehte die Augen.

„Du wirst ein unerträglicher Vater.“

„Und du eine fantastische Mutter.“

Sie wurde still.

„Denkst du?“

Ezekiel sah sie an.

„Ich weiß es.“

Trixie lächelte.

Dann betrachtete sie ihre Familie.

Ihre Mutter.

Trina.

Nico.

Erla.

Und den Mann neben ihr.

Sie hatte einmal gesagt, sie wolle ein Kind ohne Liebe.

Vielleicht, weil sie damals dachte, Liebe sei nur eine andere Form von Enttäuschung.

Jetzt verstand sie etwas anderes.

Liebe war kein Versprechen, dass niemand einen verletzen würde.

Sie war die Entscheidung, nach Verletzungen nicht für immer die Tür zu verschließen.

Ezekiel nahm ihre Hand.

„Komm.“

„Wohin?“

„Tanzen.“

„Ich bin schwanger.“

„Drei Wochen.“

„Sehr empfindliche drei Wochen.“

Er lachte.

„Nur ein Tanz.“

Trixie ließ sich von ihm auf die Tanzfläche ziehen.

„Ezekiel.“

„Ja?“

„Wenn du mir auf den Fuß trittst, löse ich die Verlobung.“

„Romantisch.“

„Ich bin realistisch.“

Er zog sie näher.

„Ich liebe dich.“

Trixie sah ihn an.

Noch immer war es manchmal schwer, diese Worte zu hören.

Aber diesmal lief sie nicht weg.

„Ich liebe dich auch.“

Ezekiel küsste ihre Stirn.

Ihre Mutter beobachtete sie vom Rand der Tanzfläche.

Trina stand neben ihr.

„Sie sieht glücklich aus.“

Ihre Mutter nickte.

„Endlich.“

Auf der Tanzfläche legte Trixie den Kopf an Ezekiels Schulter.

Vor nicht allzu langer Zeit hatte sie geglaubt, sie müsse zwischen Freiheit und Familie wählen.

Zwischen Stärke und Liebe.

Zwischen Unabhängigkeit und einem Menschen, der an ihrer Seite blieb.

Jetzt wusste sie es besser.

Der richtige Mensch nahm ihr nichts davon.

Er machte Platz daneben.

Für Vertrauen.

Für Hoffnung.

Für ein Zuhause.

Und für das kleine Leben, das bereits unterwegs war.

Trixie schloss die Augen.

Ezekiel hielt sie etwas fester.

Und irgendwo zwischen Musik, Gelächter und den Menschen, die sie liebten, begann die Zukunft, die sie niemals geplant hatte.

Sie hatte einen Mann nur für eine Nacht gewollt.

Stattdessen hatte das Leben ihr einen Mann für immer geschickt.