Einmachgläser gehören zu den vielseitigsten Behältern überhaupt. Sie eignen sich zum Basteln, Dekorieren, Aufbewahren verschiedenster Gegenstände und natürlich für ihren ursprünglichen Zweck: das Einkochen von Lebensmitteln. Umso erstaunlicher ist es, dass nur wenige Menschen daran denken, sie auch zum Aufbewahren und Haltbarmachen von Lebensmitteln im Gefrierschrank zu verwenden.
Einmachgläser eignen sich für das Einfrieren fast genauso gut wie für das Einkochen. Allerdings muss man einige wichtige Regeln beachten, damit das Glas bei den niedrigen Temperaturen nicht springt. Hier erfahren Sie alles, was Sie über das sichere Einfrieren von Lebensmitteln in Einmachgläsern wissen müssen.

Einmachgläser im Gefrierschrank – geht das wirklich?
Kürzlich erwähnte ich in unserem Newsletter, dass ich eine ganze Woche lang Suppe gekocht und etwa drei Dutzend Halblitergläser davon eingefroren hatte. Kurz darauf erhielt ich zahlreiche Nachrichten von Leserinnen und Lesern. Viele wussten überhaupt nicht, dass man Einmachgläser in den Gefrierschrank stellen kann, und wollten wissen, wie das funktioniert.
Die Antwort lautet: Ja, das ist möglich – und es lohnt sich sogar, diese robusten Küchenhelfer dafür zu verwenden.
Natürlich gibt es spezielle Gefrierbehälter. Doch seien wir ehrlich: Viele davon sind alles andere als ideal. Einmachgläser bieten beim Einfrieren und Aufbewahren von Lebensmitteln zahlreiche Vorteile.

Weniger Plastik in der Küche
Ob Sie aus Umweltschutzgründen, aus gesundheitlichen Überlegungen oder einfach zum Sparen auf Plastik verzichten möchten – es lohnt sich, Einwegkunststoffe nach und nach aus der Küche zu verbannen.
In den vergangenen fünf Jahren habe ich meinen Verbrauch an Einwegplastik schrittweise reduziert. Einmachgläser haben sich dabei als besonders unkomplizierte und praktische Alternative erwiesen.
Besserer Schutz vor Gefrierbrand
Viele Menschen verwenden dünne Gefrierbeutel zur Lagerung von Lebensmitteln. Sie sind zwar praktisch, bieten jedoch nur wenig Schutz vor Temperaturschwankungen und Gefrierbrand.
Glas isoliert deutlich besser. Da es außerdem undurchlässig ist, schützt es Lebensmittel davor, fremde Gerüche oder ungewöhnliche Geschmacksnoten aus dem Gefrierschrank anzunehmen.
Leicht erhältlich
Einmachgläser sind fast überall erhältlich: in Supermärkten, Haushaltswarengeschäften, Baumärkten und auf Online-Marktplätzen. Wer einen Garten besitzt und selbst Obst oder Gemüse einkocht, hat vermutlich ohnehin bereits einen größeren Vorrat.
Preiswert und langlebig
Im Vergleich zu vielen modernen Glasbehältern zur Lebensmittelaufbewahrung sind klassische Einmachgläser ausgesprochen günstig. Ein Dutzend Gläser ist häufig schon für etwa zwölf Dollar erhältlich.
Außerdem besitzen sie keine aufwendigen Kunststoffdeckel mit Scharnieren, die mit der Zeit brechen oder verschleißen können. Solche Behälter sind durchaus nützlich, doch bei mir landen sie nur selten im Gefrierschrank.
Gefrierbeutel mit Reißverschluss wirken zunächst ebenfalls preiswert. Doch Beutel für Beutel summieren sich die Kosten. Einmachgläser hingegen können bei sorgfältiger Behandlung jahrzehntelang verwendet werden. Viele Menschen benutzen noch heute Gläser, die bereits ihren Großmüttern gehörten.
Die ideale Portion für das Mittagessen
Ein gewöhnliches Halbliterglas hat genau die richtige Größe für eine Portion Suppe oder Eintopf. Dadurch wird das Mittagessen besonders einfach: Man nimmt morgens ein Glas aus dem Gefrierschrank und lässt es rechtzeitig auftauen.
Lebensmittel einfrieren, die sich nicht sicher einkochen lassen
Das ist mein liebster Grund, Einmachgläser im Gefrierschrank zu verwenden.
Eine Spaghettisoße mit Olivenöl lässt sich unter Umständen nicht sicher einkochen. Gleiches gilt für eine cremige Kartoffel-Lauch-Suppe. Selbst das Einkochen unter Druck ist für bestimmte Rezepte und Zutaten nicht geeignet.
Im Gefrierschrank können solche Lebensmittel jedoch problemlos in Gläsern aufbewahrt werden. Dadurch eröffnen sich zahlreiche neue Möglichkeiten, selbst gekochte Speisen sicher und langfristig haltbar zu machen.

Welche Gläser eignen sich am besten?
Grundsätzlich können gewöhnliche Einmachgläser verwendet werden. Am besten funktionieren meiner Erfahrung nach jedoch Weithalsgläser mit geraden Seiten.
Sie lassen sich nicht nur leichter befüllen und entleeren, sondern springen im Gefrierschrank auch deutlich seltener. Außerdem kann man teilweise aufgetaute Lebensmittel wesentlich einfacher aus einem Weithalsglas lösen als aus einem schmaleren Glas mit ausgeprägten Schultern.
Gerade diese Schultern sind häufig die Schwachstelle herkömmlicher Einmachgläser. Wenn sich der Inhalt beim Gefrieren ausdehnt, kann sich dort ein hoher Druck aufbauen.
In all den Jahren sind mir ausschließlich Gläser mit Schultern gesprungen – noch nie ein gerades Weithalsglas. Allerdings lag die Ursache jedes Mal in einem Fehler bei der Befüllung oder beim Einfrieren.
Wer möglichst kein Risiko eingehen und keine Lebensmittel wegen eines gesprungenen Glases entsorgen möchte, sollte deshalb vor allem am Anfang Weithalsgläser verwenden.
Einmachgläser sicher befüllen
Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus. Genau diese Ausdehnung kann dazu führen, dass ein Glas springt.
Bei einem Weithalsglas mit geraden Seiten kann sich der Inhalt überwiegend nach oben ausdehnen. Es gibt keine enger werdenden Schultern, die dieser Bewegung Widerstand entgegensetzen.
Bei einem gewöhnlichen Glas mit Schultern entsteht dagegen Druck im Bereich des Halses, wenn nicht genügend Platz freigelassen wurde. Im schlimmsten Fall springt das Glas und der gesamte Inhalt muss entsorgt werden.
Auch die Größe spielt eine wichtige Rolle. Je größer das Glas ist, desto höher scheint das Risiko eines Bruchs zu sein. Wahrscheinlich liegt das daran, dass bei größeren Mengen oft nicht ausreichend Raum für die Ausdehnung gelassen wird.
Aus diesem Grund friere ich grundsätzlich keine Lebensmittel in großen Standardgläsern mit Schultern ein. Genau diese Gläser sind mir in der Vergangenheit im Gefrierschrank gesprungen.
Ausreichend Platz im Glas lassen
Da sich der Inhalt beim Gefrieren ausdehnt, müssen Sie mehr freien Raum lassen als beim gewöhnlichen Einkochen im Wasserbad oder im Druck-Einkochtopf.
Meiner Erfahrung nach sind ungefähr fünf Zentimeter Abstand zwischen dem Lebensmittel und dem oberen Glasrand ideal.
Dieser Freiraum wirkt zunächst vielleicht übertrieben. Nach dem Gefrieren erkennt man jedoch deutlich, wie stark sich Suppen, Brühen und andere wasserreiche Speisen ausgedehnt haben.
Wischen Sie den Glasrand wie beim Einkochen gründlich sauber. Lassen Sie die Speisen anschließend auf ungefähr Zimmertemperatur abkühlen, bevor Sie die Gläser in den Gefrierschrank stellen.
Die Lebensmittel müssen nicht vollständig kalt sein. Sie dürfen jedoch keinesfalls noch heiß eingefüllt und sofort eingefroren werden. Durch den starken Temperaturunterschied könnte ein Temperaturschock entstehen, der das Glas springen lässt.

Ein zusätzlicher Tipp für Brühe und Fond
Wenn Sie Brühe oder Fond einfrieren, sind Sie vielleicht versucht, die Fettschicht vorher abzuschöpfen. Lassen Sie sie besser im Glas.
Das Fett steigt nach oben und bildet beim Gefrieren eine feste Schutzschicht auf der Brühe. Diese bietet zusätzlichen Schutz vor Luft und Kälte. Nach dem Auftauen lässt sich die gehärtete Fettschicht ganz einfach entfernen.
Die Deckel erst später aufsetzen
Eine weitere mögliche Ursache für gesprungene Gläser ist das sofortige feste Verschließen vor dem Einfrieren. Nach meiner Erfahrung betrifft dieses Problem vor allem Gläser mit Schultern.
Deshalb friere ich die Gläser zunächst ohne fest verschraubte Deckel ein. Erst am folgenden Tag, wenn der Inhalt vollständig gefroren ist und sich nicht mehr weiter ausdehnt, setze ich die Deckel auf und drehe die Schraubringe nur handfest zu.
Sobald die Lebensmittel vollständig gefroren sind, können die Gläser sicher verschlossen werden.
Beschriften nicht vergessen
Wie beim Einkochen sollten Sie jedes Glas mit Inhalt und Datum beschriften.
Gefrorene Lebensmittel sehen häufig ganz anders aus als im flüssigen oder frisch gekochten Zustand. Zusätzlich erschwert eine Schicht aus Frost auf dem Glas die Identifizierung.
Ich kann kaum zählen, wie viele „Überraschungssuppen“ ich bereits zum Mittagessen gegessen habe, nur weil ich vergessen hatte, die Gläser zu beschriften.
Regeln für Standardgläser mit Schultern
Wenn Sie dennoch gewöhnliche Einmachgläser mit Schultern verwenden möchten, sollten Sie einige wichtige Regeln beachten:
- Verwenden Sie keine großen Standardgläser. Kleinere Gläser mit einem Fassungsvermögen von ungefähr einem halben Liter sind am besten geeignet.
- Füllen Sie Lebensmittel niemals bis über den Beginn der Schultern hinaus ein.
- Je höher der Wassergehalt ist, desto mehr Raum wird für die Ausdehnung benötigt.
- Brühen und Fonds bringen Standardgläser eher zum Springen als dickflüssige Suppen oder Eintöpfe. Verwenden Sie für sehr wasserreiche Lebensmittel möglichst Weithalsgläser mit geraden Seiten.
Gefrorene Lebensmittel richtig auftauen
Nachdem Sie Ihre Lebensmittel erfolgreich in Einmachgläsern eingefroren haben, möchten Sie sie natürlich irgendwann auch verwenden.
Am einfachsten ist es, das benötigte Glas ein oder zwei Tage vorher aus dem Gefrierschrank in den Kühlschrank zu stellen. Dort kann der Inhalt langsam und gleichmäßig auftauen.
Besonders Suppen sehen nach dem Auftauen manchmal etwas ungewöhnlich aus. Häufig bleiben die Muster und Strukturen des Eises zunächst erhalten. Nach dem Erwärmen und gründlichen Umrühren verschwindet dieser Effekt jedoch. Der Geschmack wird dadurch nicht beeinträchtigt.
Natürlich ist langsames Auftauen im Kühlschrank nicht immer praktisch. Manchmal benötigt man spontan Brühe oder Fond zum Kochen und muss direkt auf den gefrorenen Vorrat zurückgreifen.
Auch hier zeigen Weithalsgläser ihren Vorteil. Halten Sie das Glas kurz unter kaltes Wasser – niemals unter heißes. Warten Sie nur so lange, bis sich der gefrorene Inhalt sichtbar von der Innenseite des Glases löst.
Anschließend können Sie den gefrorenen Block direkt in einen Topf geben und langsam auf dem Herd erwärmen. Alternativ lässt er sich in eine mikrowellengeeignete Schüssel geben und dort auftauen.
Gießen Sie niemals kochendes Wasser über ein gefrorenes Glas und stellen Sie es nicht direkt in einen heißen Topf oder Backofen. Der plötzliche Temperaturwechsel könnte das Glas zum Springen bringen.
Die Gläser anschließend wiederverwenden
Einer der größten Vorteile dieser Methode besteht darin, dass die Gläser nach dem Einfrieren weiterhin zum Einkochen verwendet werden können.
Prüfen Sie vor jeder erneuten Verwendung sorgfältig, ob das Glas feine Risse, Absplitterungen oder andere Beschädigungen aufweist. Ein unbeschädigtes Glas kann gereinigt und immer wieder verwendet werden.

Fazit
Lebensmittel in Einmachgläsern einzufrieren ist eine praktische, preiswerte und plastikfreie Möglichkeit, Suppen, Eintöpfe, Brühen, Soßen und Essensreste aufzubewahren. Gleichzeitig erleichtert diese Methode die Essensplanung und sorgt dafür, dass einzelne Portionen schnell griffbereit sind.
Entscheidend sind die richtigen Gläser und etwas Geduld: Verwenden Sie möglichst Weithalsgläser mit geraden Seiten, lassen Sie etwa fünf Zentimeter Platz, füllen Sie keine heißen Speisen ein und verschließen Sie die Gläser erst vollständig, nachdem der Inhalt gefroren ist.
Wenn Sie diese einfachen Regeln beachten, können Einmachgläser zu einigen der nützlichsten Behälter in Ihrem Gefrierschrank werden. Probieren Sie es einfach aus!



